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Teltow-Fläming Frankenfelde will 200 Jahre alte Orgel retten
Lokales Teltow-Fläming Frankenfelde will 200 Jahre alte Orgel retten
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11:45 15.06.2016
Kleine Orgel, große Töne: Pfarrerin Stephanie Hennings ist begeistert vom Klang restaurierten Orgel. Quelle: Josefine Sack
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Kaltenborn/Frankenfelde

Kaputte oder gar fehlende Pfeifen, verschlissene Ventilklappen und vom Wurm zerfressenes Holz: Um die fast 200 Jahre alte Turley-Orgel der Dorfkirche Frankenfelde steht es wahrlich nicht gut. Lange haben die Frankfelder dabei zugesehen – oder vielmehr zugehört, wie ihre Orgel buchstäblich auf dem letzten Loch pfeift. Nun wollen sie endlich handeln. Denn „wenn wir nicht bald etwas tun“, bringt es Pfarrerin Stephanie Hennings auf den Punkt, „nützt auch eine Generalüberholung nichts mehr“.

Erstlingswerk aus dem Jahre 1824

Die Frankenfelder Orgel ist historisch einmalig: Erbaut hat sie der Bäckermeister und Orgelbauer-Autodidakt Johann Friedrich Turley aus Treuenbrietzen im Jahr 1824. Ihr Baustil, die Ausführung der technischen Arbeiten, die Pfeifenmensuren und die Intonation sind an den Stil der Wagner-Orgeln angelehnt. Die Orgel in der Kirche in Frankenfelde gilt als Turleys Erstlingswerk. Dass das denkmalschutzwürdige Instrument restauriert werden soll, steht außer Frage.

Wer soll die Orgel-Rekonstruktion bezahlen?

Die Kosten für die Instandsetzung der Orgel werden schon jetzt auf mehr als 100 000 Euro beziffert. – eine Summe, die die evangelische Kirchengemeinde Luckenwalde allein nicht aufzubringen vermag. Auf der Suche nach Finanzierungsmöglichkeiten machten sich die Frankenfelder Anfang der Woche auf den Weg nach Kaltenborn bei Niedergörsdorf.

Die historische Turley-Orgel auf der Empore der Dorfkirche Kaltenborn. Quelle: Josefine Sack

Denn die dortige Dorfkirche verfügt ebenfalls über eine Turley-Orgel. Sie ist viel kleiner als die Frankenfelder Orgel, hat aber die gleiche Prospektansicht – und wurde bereits im Jahr 2006 restauriert. Wie das gelang, darüber informierte Kaltenborns Ortsvorsteher, Christian Laiblin, am Montagabend die Delegation aus Frankenfelde.

Schritt-für-Schritt-Sanierung mit Erfolg

„Sie müssen die Orgel so schnell wie möglich spielfähig machen“, empfiehlt Laiblin den Gästen. Auch in Kaltenborn habe man anfangs über eine Generalrestaurierung nachgedacht, sich dann aber für eine kostengünstigere Schritt-für-Schritt-Sanierung entschieden. So konnten an der sporadisch instandgesetzten Orgel bald wieder die ersten Konzerte stattfinden, mit denen dann Geld für weitere Restaurierungsarbeiten eingespielt wurde.

Die Dorfkirche Kaltenborn mit dem historischen Kastengestühl stammt aus dem 13. Jahrhundert. Quelle: Josefine Sack

Lesungen, Chor-, Blas- und Orgelkonzerte – die Kaltenborner ließen sich einiges einfallen, um Sponsoren in ihre kleine Kirche in der Ortsmitte zu locken. „Wir haben niemals Eintritt verlangt, alles lief auf Spendenbasis“, berichtet Laiblin. Nach den Konzerten veranstalteten die Dorfbewohner vor der Kirche einen Umtrunk, es wurde gegrillt, im Winter gab es Glühwein und Plätzchen.

Die Rekonstruktion der Orgel begann 2003. Quelle: Josefine Sack

Das Konzept ging auf. Obwohl kaum noch Bewohner Kirchengänger sind, hat sich das Gotteshaus zum Mittelpunkt für Veranstaltungen entwickelt. 13 000 Euro der mehr als 30 000 Euro teuren Orgel-Rekonstruktion brachten die Kaltenborner selbst auf. Die Frankenfelder überlegen nun, einen Förderverein zu gründen. Zunächst wollen sie sich aber ein Beispiel an Kaltenborn nehmen und klein anfangen. Zum Auftakt der Spendenaktion am 29. Juli liest Stephan Buchheim um 17 Uhr in der Dorfkirche. Kreiskantor Peter-Michael Seifried wird die restaurierungsbedürftige Orgel dann auch zum Klingen bringen.

Von Josefine Sack

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