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Teltow-Fläming Freiwillige helfen auf dem Archor-Hof
Lokales Teltow-Fläming Freiwillige helfen auf dem Archor-Hof
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02:16 03.08.2015
Die Teilnehmer des 4. Baucamps, rechts Gisela Kottwitz Quelle: Gudrun Ott
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Märkisch Wilmersdorf

Es waren sieben junge Leute aus sieben Nationen, die am gestrigen Freitag nach zweiwöchiger Arbeit auf dem Gelände des Vereins Archor, Schippe, Sense, Spaten und Maurerkelle aus der Hand legten. „Es war das vierte Mal, dass wir mit Hilfe des Bauordens unser Projekt hier in Märkisch Wilmersdorf voranbringen konnten“, sagte Gisela Kottwitz. Sie ist Schriftführerin von Archor, oder wie die auf dem Hof lebende Künstlerin Diana Obinja es ausdrückte: „Gisela Kottwitz ist Initiatorin, Hoffnungsträgerin und die Seele des Anwesens.“ Über so viel Lob schmunzelte die 75-Jährige, während sie das Mittagsgeschirr von der langen Tafel abräumte. Sie hatte auch an diesem letzten Arbeitstag gekocht. Yakov Novik aus Weißrussland, Diego Lostao aus Spanien, Angela Köhnlein aus Brasilien, Elena Nikolova aus Bulgarien, Sara Vatovec aus Slowenien, João Manuel Costa aus Portugal und die Schweizerin Lena Wernli haben täglich acht Stunden auf dem denkmalgeschützten Hof gearbeitet. Der katholisch-christiliche Verein Archor besitzt den Hof seit 2011 und betreibt dort sein „Haus der Stille“ als Ort für Meditiation, Veranstaltungen und Gottesdienste.

Die Jugendlichen wurden bei der Arbeit von Lutz Silgradt angeleitet. Der frühere Berliner Bezirksschornsteinfegermeister sagte, es sei ihm ein Vergnügen gewesen, mit den jungen Leuten tätig zu sein. Silgradt fungierte als eine Art Baukoordinator. Es wurde begonnen die Feldsteinmauer, die das Anwesen zum Kirchplatz hin abgrenzt, zu erhöhen. Die Scheune musste aufgeräumt und altes Mauerwerk verputzt werden. Im Garten wurde Unkraut gejätet, im Hof entstanden Blumenbeete. Der Andachtsraum erhielt einen neuen Anstrich. Lena Wernli ist dem meterhohen Gras mit der Sense zu Leibe gerückt. „Doch, es ist zu sehen, dass wir hier waren“, sagte die Brasilianerin Angela Köhnlein, die zu Hause Bauwesen studiert. Anpacken und die Welt entdecken, das ist die Motivation der Teilnehmer der Baucamps. Die Unterstützung freute auch Ortsvorsteherin Sylvia Zimmermann. Sie hatte als Dankschön einen Kuchen gebacken. Die Künstlerin Diana Obinja, die seit zwei Jahren auf dem Hof wohnt, lobte: „Wir sind mehr als zufrieden mit der Arbeit der jungen Leute. Es war märchenhaft.“

Bei einem Gang über das 5300 Quadratmeter große Grundstück macht Gisela Kottwitz deutlich, wie viel hier noch zu tun ist. „Ich spüre die Verantwortung das Gelände wieder urbar zu machen, auch als ein Zeichen gegen das Verramschen der Umwelt.“

Von Gudrun Ott

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