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Teltow-Fläming Freunde der Familie
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14:35 30.10.2016
Adel (M.) übt mit Hala Mathe-Aufgaben. Quelle: Anja Meyer
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Ludwigsfelde

Hala ist im Mathefieber. Zweimal hat sie an diesem Dienstagnachmittag schon Rechenaufgaben gelöst und Zahlen auf Arbeitsblättern ausgemalt. Dabei sind die ganze Woche noch Herbstferien, die Neunjährige könnte auch den lieben, langen Tag mit ihren Freunden und Geschwistern spielen. Ihr Eifer scheint jedoch weniger mit der großen Liebe für Mathematik zusammenzuhängen, dennoch mit den beiden Menschen, die ihr regelmäßig Nachhilfe geben: Hannelore und Adel.

Hannelore ist MAZ-Leserin und über diese Serie auf Familie Yassin aufmerksam geworden. Sie besucht die Yassins mindestens einmal pro Woche – ursprünglich um mit Rabiha Deutsch zu lernen. Seitdem Rabi seinen Unfall hatte und nicht mehr zur Schule gehen kann, paukt sie mit ihm Deutsch und Mathematik. „Er ist jetzt vier Wochen aus dem Unterricht raus, die große Lücke kann er ja sonst gar nicht mehr aufholen“, sagt sie. Und weil gerade das cool ist, was der große Bruder macht, klinkt Hala sich gerne mit ein.

25-jähriger Syrer gehört so gut wie zur Familie

Und dann hat sie ja noch ihren Adel Harmoush. Der 25 Jahre alte Syrer lebt seit Februar im Asylbewerberheim am Birkengrund in Ludwigsfelde, genauso wie Familie Yassin. Wie sie kommt auch er aus Latakia, dennoch dauerte es eine Weile, bis sie sich kennenlernten. Der Kontakt ergab sich über die Kinder, mit denen er draußen Fußball spielte. Rabi und Hala erzählten ihren Eltern immer wieder von Adel. So lange, bis sie ihn zum gemeinsamen Essen in die kleine Küche einluden. Seitdem gehört der sympathische, junge Mann mit dem breiten Lachen quasi zur Familie – und hat nicht nur in Hala einen kleinen Fan gefunden.

Sobald Adel zu Besuch kommt, holt Hala ihre Mathehefte heraus. Sie weiß, dass sie seine ganze Aufmerksamkeit so eine Weile für sich allein bekommt. Adel gibt mehreren Kindern im Asylbewerberheim Nachhilfe. Meistens Deutsch und Mathe, er erklärt es ihnen auf Arabisch. „Ich helfe immer gerne“, sagt er. Für Rabiha und Mohammed übersetzt er hier und da mal und bringt Lebensmittel aus den arabischen Geschäften in Berlin mit.

Ohne Aufenthaltstitel keine Arbeit

Denn in Berlin ist Adel jeden Tag. Mit einem Stipendium besucht er einen intensiven Sprachkurs. Einen, den er im kommenden Juli mit C2 abschließen soll. Das entspricht einem beinahe muttersprachlichen Niveau. Damit könnte Adel dann an einer deutschen Hochschule studieren. Eigentlich will er aber erst einmal anfangen zu arbeiten. Denn ein Studium hat er schon in Syrien abgeschlossen: Er ist Ingenieur für Telekommunikation. Als er in Syrien anfangen wollte zu arbeiten, sollte er zur Armee und musste fliehen.

Nach dem Sprachkurs würde er deshalb gerne direkt anfangen, hier zu arbeiten. Seine Dokumente, Studienabschluss und Abiturzeugnis, sind bereits übersetzt, es könnte im kommenden Jahr also direkt losgehen.

Damit ist er Rabiha und Mohammed um einiges voraus. Zwar haben die beiden alle Dokumente, die sie irgendwie zusammenbekommen konnten, schon vor Wochen übersetzen lassen. Doch eine konkrete berufliche Perspektive gibt es noch immer nicht. Erst am Montag ist Mohammed erneut zu einem Termin bei der Arbeitsagentur in Luckenwalde geladen worden. Die Hoffnung, nun bald als Schweißer anfangen zu können, war wie immer groß. Doch die Antwort lautete so wie immer: Kein Aufenthaltstitel, kein Job.

Von Anja Meyer

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