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Freundschaftsdienst wird zum Verhängnis

Zigaretten im Wert von 300 000 Euro gestohlen Freundschaftsdienst wird zum Verhängnis

Andreas R. ist ein selbstständiger Fuhrunternehmer. Dann erhält er eines Tages einen Anruf, ob er wisse, wo man einen LKW für ein paar Tage unterstellen kann. Als er seine Halle in Ludwigsfelde anbietet, wird ihm das zum Verhängnis. Nun wurde er vom Amtsgericht Zossen wegen Hehlerei verurteilt.

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Quelle: dpa

Zossen/Ludwigsfelde. Ein vermeintlicher Freundschaftsdienst ist einem 40-Jährigen Potsdamer zum Verhängnis geworden. Das Amtsgericht Zossen verurteilte Andreas R. zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Zudem muss er 1200 Euro an die Hofbauer-Stiftung zahlen und sich drei Jahre straffrei verhalten.

Nach Ansicht des Richters hat der Verurteilte im Juni 2014 einen Lkw voll mit Diebesgut für eine Nacht in seiner Garage in Ludwigsfelde untergestellt. Im Laderaum des Fahrzeugs befanden sich acht Paletten mit Zigaretten im Wert von mehr als 300 000 Euro, die am 2. Juni nachts vom Gelände der Spedition Kühne &Nagel in Ludwigsfelde gestohlen worden waren.

Bei Kühne & Nagel war der Lkw gestohlen worden

Bei Kühne & Nagel war der Lkw gestohlen worden.

Quelle: Christian Zielke

Kurz nach dem Diebstahl bekam R., der in Potsdam als selbstständiger Fuhrunternehmer tätig ist, einen Anruf von Holger M., der ihn fragte, ob er wisse, wo man einen Lkw für ein paar Tage unterstellen kann. Da sein Lkw wegen eines Unfalls in der Werkstatt war, bot er seine Halle an. Um die Übergabe zu planen, bekam er außerdem ein Handy, das nur für diesen Zweck gedacht war. Zum Dank winkten R. 500 Euro bar auf die Hand. Nachfragen unerwünscht. „Ich habe mir gedacht, dass mit dem Auto etwas nicht stimmt.Mir wurde versichert, dass es nichts mit Drogen- oder Menschenhandel zu tun hat.“

Laster sah verdächtig aus

Eines Nachts bekam er einen Anruf von einem Unbekannten, der ihn aufforderte, zur Autobahnabfahrt Ludwigsfelde-Ost zu kommen. Dort sollte R. den Lkw entgegennehmen und wie verabredet in die Garage fahren. Spätestens da war dem 40-Jährigen klar, dass mit dem Lkw etwas nicht stimmt. „Ich habe gesehen, dass er kurzgeschlossen war. Es war kein Zündschlüssel im Schloss.“

Endgültige Gewissheit hatte er am nächsten Tag. Da bekam er wieder einen Anruf über das besagte Handy. „Die Polizei ist in der Halle. Vernichte das Handy“, sagte die Stimme. Holger M., der als Zeuge geladen war, konnte wenig zur Aufklärung beitragen. Er verweigerte die Aussage, weil er sich möglicherweise selbst belastet hätte. Ein Verfahren gegen ihn zum Diebstahl des Lkw hatte die Staatsanwaltschaft Potsdam zwar eingestellt, doch der Richter wies ihn darauf hin, dass es jederzeit wieder aufgenommen werden könnte.

Viele Vorstrafen

Den Diebstahlsverdacht sah die Vertreterin der Staatsanwaltschaft bei Andreas R. nicht als bestätigt, wohl aber der Hehlerei. „Durch ihr Geständnis haben Sie den Vorsatz bewiesen“, sagte sie. Dazu kommt R.’s nicht unwesentliches Vorstrafenregister. In jungen Jahren war er immer wieder wegen Diebstahls, Fahrens ohne Führerschein, Betrugs und versuchten Raubes vor Gericht. Seit 2002 hat er sich eher auf seine Frau und die beiden Kinder konzentriert. Umso unverständlicher wirkte auf den Richter, dass der Familienvater sich für 500 Euro auf ein solches Abenteuer eingelassen hat.“Ich hoffe, dass Ihre Frau Sie dafür schon bestraft hat“, sagte er.

R. gab sich kleinlaut. „Es war eine unglaubliche Dummheit, die mir nie wieder passieren wird.“

Von Christian Zielke

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