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Teltow-Fläming Friedlicher AfD-Protest „gegen das Asylchaos“
Lokales Teltow-Fläming Friedlicher AfD-Protest „gegen das Asylchaos“
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13:13 12.02.2016
Der Rathausvorplatz in Ludwigsfelde ist eine eingezäunte Baustelle, darum kann die AfD hier nicht demonstrieren. Quelle: Jutta Abromeit
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Ludwigsfelde

Die Alternative für Deutschland (AfD) demonstriert am Donnerstagabend im Dichterviertel von Ludwigsfelde gegen das vermeintliche Asylchaos. Die Landtagsabgeordnete Birgit Bessin (AfD) hatte die Demo unter dem Motto „Gegen das Asylchaos“ für 19 bis 21 Uhr angemeldet und mit einer Postwurfsendung vor allem in den Plattenbau-Siedlungen der Stadt dafür geworben.

So läuft der Abend:

+++ Gegen 18.50 Uhr hatten sich etwa 30 Demonstranten versammelt – und ebenso viele Polizisten. Mehrere Mannschaftswagen fahren durch die Innenstadt.

Birgit Bessin (r.) und AfD-Anhänger. Quelle: Juta Abromeit

+++ Gegen 19 Uhr wächst die Zahl der Demonstranten auf 80. Die Polizei begann, die Straßen abzusperren, zunächst die Zufahrt von der Potsdamer Straße in die Fontanestraße.

+++ 19.05 Uhr nimmt der Einsatzleiter eine Gegendemo an, die stationär vor dem Klubhaus stattfindet. Anmelder ist ein Berliner Privatmann. Etwa zehn junge Leute von der Initiative „Toleranz und Vielfalt“ aus Berlin sind dabei.

+++ 19.10 Uhr setzt sich der AfD-Zug, der inzwischen auf 100 angewachsen ist, in Bewegung.

+++ 19.15 Uhr in der Tanneurstraße, vorbei am Büro der Linken. Lautstarke Sprechchöre von beiden Seiten. Vor dem Linke-Büro stehen rund 30 Leute. Sie feiern den Geburtstag des Stadtverordneten Silvio Pape – und rufen „Nie wieder Nazis!“. Die AfD-Anhänger brüllen zurück: „Merkel muss weg“ und „Bürger, lasst das Glotzen sein, auf die Straße, reiht euch ein“. Doch bis auf den verbalen Schlagabtausch bleibt es friedlich.

Der AfD-Zug. Quelle: Jutta Abromeit

+++ 19.25 Uhr erreicht der AfD-Zug den Joliot-Curie-Platz. Alles ist entspannt, auch die Polizisten. Der Schein trügt nicht: Nach Auskunft der Polizei hat es keine Rangeleien gegeben.

+++ 19.30 Uhr startet die Abschlusskundgebung mit verschiedenen Rednern. Als erster: Jean-Pascal Hohm von der Jungen Alternative. Er beschwört „deutsche Tugenden“ und den „Schutz der Familie“ vor Einwanderern. Birgit Bessin kündigt als zweiten Redner an: Artur Wagner, Vorsitzender der „Deutsch-Russischen Gesellschaft Berlin-Brandenburg“. Wagner: Im Moment bleibe „uns nur die AfD – Alles für Deutschland“.

AfD-Kundgebung auf dem Joliot-Curie-Platz. Quelle: Jutta Abromeit

+++ 19.45 Uhr spricht Birgit Bessin. Ringsum ist es ruhig: keine Balkons besetzt, keine Fenster geöffnet, kaum welche beleuchtet. Bessin: Man werde erst Ruhe geben, wenn sich die Politik um 180 Grad gewendet habe.

+++ 20.00 Uhr wurde die Nationalhymne angestimmt. Birgit Bessin bedankt sich bei der Polizei und kündigt an, dass die nächste Kundgebung in Jüterbog stattfinden wird – laut der AfD Teltow-Fläming am 22. Februar, am Waldschlösschen Jüterbog. Auf der Facebook-Seite der AfD Teltow-Fläming ist allerdings der 12. Februar angegeben.

+++ 20.05 Uhr ist es schon vorbei. Die Demonstranten strömen auseinander in Richtung Bahnhof und zu den Parkplätzen. Von den 100 AfD-Demonstranten kamen wohl viele von außerhalb.

AfD will weitermachen

Das ist die erste von der AfD angemeldete Demonstration im Kreis Teltow-Fläming, sie solle „der Auftakt zu einer Reihe von Demonstrationen im Kreis TF werden“, so Bessin gegenüber der MAZ. Die AfD hat derzeit in der 25.000-Einwohnerstadt sieben Mitglieder.

Wunschort nicht genehmigt

Die Polizei konnte den AfD-Wunschort für die Demonstration nicht genehmigen, der Rathausplatz ist seit dem Morgen eine eingezäunte Baustelle. Wie von den Stadtverordneten beschlossen, sollen dort die 16 kleinen maroden Wasserstellen saniert und Bäume gepflanzt werden.

Treffpunkt hinterm Rathaus

Polizeieinsatzleiter am Donnerstagabend ist Polizeihauptkommissar Sven Wagner, Leiter der Polizeiwache Ludwigsfelde. Er sagt: „Die Demo ist jetzt genehmigt für den Treffpunkt hinterm Rathaus vor der Sabelus-Apotheke über Tanneur- und Gorkistraße zum Curieplatz.“ Gegendemonstrationen seien keine angemeldet, so der Wachen- und Einsatzleiter.

Die Stadt schaut genau hin

Bürgermeister Andreas Igel (SPD) sagte gegenüber der MAZ: „Die Stadt wird sich sehr genau anschauen, ob alle sicherheitsrelevanten und ordnungsbehördlichen Vorschriften eingehalten werden. Sofern es sich um eine angemeldete Demonstration handelt, ist es Sache der Polizei, die ordnungsgemäße Durchführung abzusichern.

Igel: „Wir haben hier kein Chaos“

Das Thema Demonstration gegen das Flüchtlingschaos könne Igel nicht nachvollziehen und erklärt: „Wir haben hier kein Chaos, sondern Aufgabenträger und ehrenamtliches Engagement für die Flüchtlinge.“

Die MAZ berichtet aktuell vom Demo-Abend.

Von Jutta Abromeit

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