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Frust über abgeschaltete Straßenbeleuchtung

Rangsdorf Frust über abgeschaltete Straßenbeleuchtung

Vier Wochen lang war es relativ ruhig in Rangsdorf. Am Montag entlud sich der Ärger über die abgeschaltete Straßenbeleuchtung im Ort. Bürgermeister Klaus Rocher musste sich unangenehme Fragen nach seiner Verantwortung in dem Dilemma stellen lassen. Ein Datum, wann wieder Licht wird, nannte er nicht.

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Zusätzlicher Elektriker für den Bauhof

Melitta Kriegge überreichte Bürgermeister Klaus Rocher symbolisch eine Laterne und riet ihm, einen Nachtwächter für Rangsdorf einzustellen.

Quelle: Christian Zielke

Rangsdorf. Wenn es darum ging, Fehler einzugestehen, hat sich Klaus Rocher (FDP) bislang immer geschickt aus der Affäre gezogen. Ein bisschen Selbstkritik, ja, aber wenn es um die Hauptverantwortung ging, waren immer andere Schuld. Als vor einem Jahr das Feuerwehrhaus eine halbe Million Euro teurer wurde, lag das am Planungsbüro und an einem Mitarbeiter des Bauamtes.

Als Rangdorfs Bürgermeister vor einem Monat weite Teile der Straßenbeleuchtung abschalten ließ, tat er das unter anderem mit der Begründung, dass die Gemeindevertretung ihm zum zweiten Mal nach Januar 2015 keinen zusätzlichen Elektriker für den Bauhof zugestanden hat. Die Dunkelheit im Ort förderte am Montag den versammelten Volkszorn zutage. Auf Einladung des RBB, der über das Thema berichtet will, fanden sich mehre Dutzend Rangsdorfer vorm Rathaus ein, um sich Luft zu machen. Für viele war klar: Die Gemeinde ist verantwortlich für die Misere.

Galgenhumor bei den Rangsdorfern

„Das Problem ist seit zwei Jahren bekannt. Es ärgert mich, dass die Bälle immer von einem zum anderen geschoben werden“, ärgert sich Wolfgang Bonneß. Statt über die Verantwortung zu diskutieren, solle die Gemeinde endlich handeln, damit die Laternen im Ort zügig wieder leuchten. „Das andere kann man hinterher klären“, sagte der Rangsdorfer. Folkmar Quednau ist wütend, dass die Leuchten vor seinem Haus, die er als Anwohner bezahlen musste, seit vier Wochen dunkel sind. „Ich kann es nicht mehr hören, wenn der Bürgermeister ständig wiederholt, dass Beleuchtung eine freiwillige Aufgabe der Gemeinde ist“, sagt er. Erst recht, wenn der ehemalige Elektriker der Gemeinde Rasen mähen und Müll sammeln musste, statt die Laternen im Ort zu überprüfen. „Das Problem wird auf die unteren Ebenen abgeschoben“, sagt Quednau, „dabei wäre das Geld dagewesen.

Kritik von den Grünen

Planlosigkeit wirft die Rangsdorfer Grünen-Fraktion dem Bürgermeister und der Mehrheit von SPD, CDU und FDP in der Gemeindevertretung vor. Jahrelang seien ohne Plan Leuchten verkabelt worden.

Die Grünen kritisieren, dass durch die selbst geschaffene Notsituation bei der Straßenbeleuchtung keine Diskussion über innovative und ökologische Leuchten mit LED-Technik geführt werden konnte.

Verantwortlich dafür sei der Bürgermeister und weder die Gemeindevertretung noch der fehlende Elektriker, heißt es in einer Pressemitteilung.

Melitta Kriegge versucht, die Situation mit Humor zu nehmen. Sie hat dem Bürgermeister eine Laterne überreicht. „Vielleicht kann die Gemeinde einen Nachtwächter als Touristenattraktion einstellen und von den Einnahmen die Beleuchtung finanzieren“, sagte sie. Klaus Rocher war indes nicht zum Lachen zumute. Er musste sich viele Fragen nach Versäumnissen und seiner Führungsrolle in der Verwaltung anhören. „Ein Bürgermeister muss motivieren und kontrollieren. Es ist Ihre Pflicht für unsere Sicherheit zu sorgen“, sagte Ulrich Krüger unter dem Applaus vieler Anwesender.

Drei Firmen sollen 1000 Laternen inspizieren

Rocher warb für seinen Maßnahmenplan, nannte aber kein Datum, wann die Laternen im Ort wieder leuchten. „Das hängt davon ab, was die Überprüfung ergibt. Wir hoffen, dass wir das bis zum Herbst schaffen“, sagte er. In den kommenden Tagen sollen drei Firmen die rund 1000 Laternen in Rangsdorf und Groß Machnow inspizieren. Auch der zweite Elektriker werde mit Hochdruck gesucht.

SPD-Gemeindevertreter Ralph Brockhaus hatte diesen am Donnerstag abgelehnt. Er hält Fachfirmen für die bessere Wahl, weil es für deren Arbeit eine Gewährleistung gibt. Für ihn ist das Beleuchtungsdilemma ein Ausdruck der Führungsschwäche und der mangelnden Informationspolitik des Bürgermeisters. „Wenn der Bürgermeister schon im Winter von dem Problem wusste, hätten wir viel früher mit der Lösung beginnen können“, sagte Brockhaus.

Von Christian Zielke

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