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Frust über geplanten Abriss der Nuthe-Brücke

Gröben Frust über geplanten Abriss der Nuthe-Brücke

Der Weg in die Idylle des Naturparks Nuthe-Nieplitz-Niederung könnte für Gröbener in absehbarer Zeit am Wasser enden: Der Landesbetrieb Straßenwesen will ihre Brücke über die Nuthe abreißen. Sie sei so marode, das sie nicht mal für Fußgänger und Radfahrer erhalten werden könne, sagt der Ministeriumssprecher.

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Wollen die Brücke behalten: Ortsbeirätin Franziska Albertowski und Manfred Voigt, hier im Anglerglück.

Quelle: Foto: Abromeit

Gröben. Im nächsten, spätestens übernächsten Jahr soll die Nuthe-Brücke zwischen Gröben und Tremsdorf abgerissen werden. Sie ist stärker geschädigt als gedacht, deshalb will sie der Landesbetrieb Straßenwesen für den Fahrzeugverkehr schon in den kommenden Tagen sperren. Dann können bis zum Abriss nur noch Fußgänger und Radfahrer das Flüsschen zwischen den beiden Dörfern queren. Landwirte, Touristen oder Pendler müssen Umwege über Siethen und die Autobahn oder über Blankensee in Kauf nehmen. Gegen den geplanten Brückenabriss regt sich nun Widerstand.

Gröbener sind sauer

Vor allem die Gröbener sind sauer. Der Ortsbeirat meldete seinen Protest im Rathaus Ludwigsfelde an, Bürgermeister Andreas Igel (SPD) hat sich sofort mit einem Schreiben an den Landesbetrieb gewandt. Gemeinsam mit Ute Hustig (Linke), seiner Bürgermeister-Kollegin der Gemeinde Nuthetal, will er daran arbeiten, eine Brücke an dieser Stelle künftig wenigstens fü

An der Brücke geht es in den Naturpark Nuthe-Nieplitz-Niederung, spätestens dort beginnt die Idylle. Die Gröbener Ortsbeirätin Franziska Albertowski erklärt: „Wenn dieser Abriss kommt, dann beschneidet das den Freizeitwert für alle in Gröben  – oft gehen die Dorfbewohner allein oder mit den Kindern, mit Besuchern oder mit dem Hund dort spazieren.“

Großbeerener Angler können Ufer nicht mehr pflegen

Beim Fototermin gestern Morgen steht ein Rentner aus der Potsdamer Waldstadt auf der Brücke. „Ich komme oft hierher, weil es einfach schön ist hier draußen“, sagt er. Von dem geplanten Brückenabriss haben ihm die Angler erzählt, denen er gern zuschaut. Und er sagt: „Für alles ist Geld da, aber für diese kleinen Brücken nicht? Das kann ich nicht glauben.“

Der Angler, dem er gerade zusah, ist Manfred Voigt. Der kommt aus Großbeeren, um hinter dem Gröbener Kietz Plötzen und andere Fische zu fangen. Auch ihn als Mitglied im Anglerverein Großbeeren 1932 regt es auf, dass die Nuthe-Querung wegfallen soll. „Wir pflegen hier die Nuthe-Ufer von Jütchendorf bis kurz vor der Autobahn bei Saarmund. Wenn die Brücke weg ist, geht das auf einer Seite nicht mehr“, sagt er. Die Großbeerener Petrijünger haben kein fischbares Gewässer im eigenen Ort, sie angeln im Teltow-Kanal und in der Nuthe. Ohne die Brücke wird ihr Revier deutlich eingegrenzt.

Brücke wurde 1910 gebaut

Die Nuthe-Brücke wurde 1910 gebaut. Heute ist die Ortsverbindung, die noch über sie hinwegführt, im Straßenkataster als Landesstraße mit der Nummer 771 registriert  – ein Kopfsteinweg durch Feld und Flur, an vielen Stellen mit ein wenig Asphalt geflickt. Steffen Streu, Sprecher des Brandenburger Infrastruktur-Ministeriums, erklärt: „Die letzte Prüfung der Brücke hat ergeben, dass sie maroder ist als gedacht. Es müsste eine neue gebaut werden.“ Doch das Verkehrsaufkommen stehe in keinem vernünftigen Verhältnis zu den Kosten, so Streu. Und er fügt hinzu: „Ich habe großes Verständnis für das Anliegen der Bürger, das ist absolut nachvollziehbar. Aber weil Schäden an dieser Nuthebrücke viel schneller als vorgesehen eintraten, kann sie auch nicht mehr für Radfahrer und Fußgänger erhalten werden.“

Es steht die Vermutung im Raum, dass die viel schneller als erwartet eingetretenen Schäden auch entstanden, weil die neun Tonnen Maximalgewicht oft mit schweren Fahrzeugen überschritten wurden.

Von Jutta Abromeit

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