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Führungspoker beim WAZ beendet

Jüterbog/Fläming Führungspoker beim WAZ beendet

Eine überraschende Abstimmungsniederlage erlitt Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) bei in der Verbandsversammlung des Wasser- und Abwasserzweckverbands Jüterbog-Fläming (WAZ). Entgegen aller Erwartungen stimmte eine Mehrheit dafür, dass anstelle des Bürgermeisters künftig ein hauptamtlicher Fachmann als Verbandsvorsteher fungiert.

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Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) ist nur noch bis Jahresende Verbandsvorsteher des WAZ.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Der Wasser- und Abwasserzweckverband Jüterbog-Fläming (WAZ) wird künftig nicht mehr ehrenamtlich von einem Bürgermeister geführt, sondern von einem hauptamtlichen Fachmann. Diese Entscheidung hat die Verbandsversammlung der vier Mitgliedskommunen Jüterbog, Niederer Fläming, Niedergörsdorf und Treuenbrietzen am Donnerstagabend getroffen. Die gesamte Satzung des WAZ wurde dabei neu gefasst und soll zum Jahresbeginn 2017 in Kraft treten.

Hintergrund

Etwa zehn Prozent der Zweckverbände in Brandenburg werden von ehrenamtlichen Verbandsvorstehern aus dem Kreis der Bürgermeister der Mitgliedskommunen geführt.

Auch im Wasser- und Abwasserzweckverband Jüterbog-Fläming (WAZ) ist dies bislang der Fall gewesen. Seit 2014 wird der WAZ von Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue geführt.

Laut Städte- und Gemeindebund Brandenburg vertraut die große Mehrheit der Zweckverbände einem fachlich ausgebildeten Profi. Denn bei dem
Modell mit hauptamtlicher Führung müssen die Verbandsvorsteher umfangreiche Qualifikationen für ihren Job vorweisen.

Die neue Stelle im WAZ soll zum Januar 2017 ausgeschrieben werden.

„Die letzten Jahre haben gezeigt, wie oft wir uns hier nicht einig waren, weil die eigene Kommune im Vordergrund stand und mit einer neutralen Führung wäre dies anders“, sagte Maritta Böttcher (Linke) in der Diskussion vor der Abstimmung. Neben Neutralität gehört auch das erforderliche Arbeitspensum der Bürgermeister in dem Amt zu den Argumenten der Befürworter. Etwa einen Arbeitstag pro Woche seien die Ehrenämtler für den Verband und nicht für ihre Kommune tätig. Niedergörsdorfs Bürgermeister Wilfried Rauhut (parteilos) erinnerte daran, dass er noch zu seiner Zeit als Verbandsvorsteher diesen Wechsel zum Ende seiner Amtszeit mit allen Mitgliedskommunen vorbereitet hatte – „wir waren uns damals alle einig“, sagte Rauhut.

Treuenbrietzen als Zünglein an der Waage

Der amtierende Verbandsvorsteher und Jüterboger Bürgermeister Arne Raue (parteilos) wollte trotzdem an der bisherigen Satzung und seiner Führung festhalten. Dafür hatte Raue sich im Mai auch Rückendeckung von seinen Stadtverordneten geholt, die ihm entsprechende Weisung erteilten. Mit acht von 17 Stimmen hat die Stadt Jüterbog zwar keine alleinige Mehrheit in der Verbandsversammlung, aber insgeheim wurde mit einer Enthaltung der Stadt Treuenbrietzen gerechnet. Mit der überraschenden Zustimmung und einem Abstimmungsergebnis von neun zu acht erwies sich die Sabinchenstadt als Zünglein an der Waage.

Knape: „Es muss sich etwas Grundlegendes ändern.“

Treuenbrietzens Bürgermeister Michael Knape (parteilos) war eigentlich kein Befürworter der neuen Satzung. „Wir waren bisher davon ausgegangen, dass es dann weiterhin einen Geschäftsführer gibt und ich bin gegen doppelt besetzte Funktionen“, sagte Knape der MAZ, „es muss sich aber etwas Grundlegendes ändern, denn es gibt im WAZ große atmosphärische Störungen zwischen den Mitgliedern der Versammlung – und zwar unabhängig davon, wer der Verbandsvorsteher war oder ist.“

WAZ-Geschäftsführerin Ilona Driesner wurde eine Bewerbung als Vorsteher nahe gelegt

WAZ-Geschäftsführerin Ilona Driesner wurde eine Bewerbung als Vorsteher nahe gelegt.

Quelle: Peter Degener

Seine Stellvertreterin Anke Becker machte ihr Stimmverhalten am Donnerstag schließlich davon abhängig, was aus dem Geschäftsführer-Posten würde, wenn die Satzung beschlossen werden sollte. „Mein Vertrag ist dann hinfällig, ich könnte mich aber als Verbandsvorsteherin bewerben“, sagte WAZ-Geschäftsführerin Driesner dazu. Sie bat jedoch darum, die Entscheidung nicht von ihrer Person abhängig zu machen. Eine teure hauptamtliche Doppelspitze war damit ausgeschlossen und Becker stimmte der Vorlage zu.

Geschäftsführerin wird Bewerbung um Chefposten nahegelegt

Driesner wurde sogleich die Bewerbung als neue hauptamtliche Verbandsvorsteherin nahegelegt. „Sie hätte sehr, sehr gute Voraussetzungen für diese Stelle“, sagte David Kaluza (parteilos), Bürgermeister von Niederer Fläming. In Treuenbrietzen ist man dagegen offen für neues Personal. „Entscheidend ist nicht, dass es einen hauptamtlichen Verbandsvorsteher gibt, sondern wie dieses Amt ausgestaltet wird. Bei fachlichen Details wurde von der Verbandsleitung bislang viel externes Wissen eingekauft“, bemängelt Knape die bisherige Arbeit von Vorsteher und Geschäftsführerin.

Von Peter Degeber

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