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Fünfter Bauabschnitt der Kirchenrekonstruktion

Kloster Zinna Fünfter Bauabschnitt der Kirchenrekonstruktion

Die Sanierung der Zinnaer Klosterkirche ist deutlich vorangekommen. Nach der Sanierung des Innenputzes und der Ausmalung geht es nun beim Holz weiter. Dort muss ein Käfer der Garaus gemacht werden. In dieser Woche trafen sich die Fachleute, Denkmalschützer und Pfarrerin zur Vorplanung. Es ist der mittlerweile fünfte Bauabschnitt in der Zisterzienser-Kirche.

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Die Putzsanierung ist abgeschlossen. Nun ist der mächtige Altar an der Reihe.

Quelle: Uwe Klemens

Kloster Zinna. Die Tage von Anobium punctatum de Geer sind gezählt, zumindest im Inneren der Zinnaer Klosterkirche. Seit sich der ungebetene Gast dort vor vielen Jahren niederließ, haben sich ganze Heerscharen seiner Nachkommen am hölzernen Kirchengestühl, aber auch am Altar, am Beichtstuhl und vielen anderen, hölzernen Einrichtungsgegenständen gütlich getan. Anobium punctatum de Geer nennen die Fachleute den gefräßigen Schädling. Der deutsche Begriff Nagekäfer bringt sein Tun auf den Punkt.

Expertenrunde in der Sakristei

Expertenrunde in der Sakristei. Auch die Figuren des Altars wurden hier eingelagert und warten darauf, von den Schädlingen befreit zu werden

Quelle: Uwe Klemens

Nach dem in diesen Wochen erfolgten Abschluss der Putzkonservierung in sämtlichen Haupt- und Nebenschiffen der Zisterzienser-Kirche wechseln nun die Holzrestauratoren die Maurer ablösen und den gefräßigen Käfern das Handwerk legen. Bevor Fehlstellen ergänzt und Farbaufträge restauriert werden, muss das gesamte hölzerne Inventar luftdicht verpackt und anschließend begast werden, damit die Käfer samt Raupen absterben.

Letzte Käfer-Behandlung in den 1990er Jahren

„Leider tötet das nur immer die gerade im Holz lebenden Schädlinge ab und hat keine dauerhafte Schutzwirkung, sondern muss regelmäßig wiederholt werden“, sagt Restaurator Jan Raue, der seit 2005 die Innensanierung des Gotteshauses begleitet. Zum letzten Mal wurde die Innenausstattung Mitte der 90er Jahre begast. Der jetzige Befall bestätigt, dass seine Worte wahr sind.

In dieser Woche trafen sich die ausführenden Fachleute, Vertreter der Denkmalschutzbehörde und des kirchlichen Bauamtes mit Pfarrerin Ramona Rohnstock zur Abnahme der Putzkonservierung und zur Vorplanung der Holzkonservierung, dem mittlerweile fünften Bauabschnitt, der sich über vier Jahre erstreckte.

Freigelegtes Stück Wandmalerei

Freigelegtes Stück Wandmalerei.

Quelle: Uwe Klemens

Hauptschiff, Querhaus, Apsis rings um den Altar, Chorraum und Seitenschiffe sind nun wieder in ansehnlichem Zustand. Mit Ausnahme der Apsis entspricht die farbliche Endfassung nicht dem Originalzustand, über den sich die Fachleute vor Beginn der Sanierungsarbeiten noch im Unklaren waren. Erst während der Arbeiten wurden einzelne Fragmente freigelegt. „Trotzdem haben wir uns an die vorab festgelegte Neufassung gehalten, die sich an der Farbgebung der Apsis orientiert“, sagt Restaurator Olaf Schwieger, der dem leitenden Architekturbüro Seemann aus Luckau als Berater zur Seite steht.

Farbige Zisterzienser-Räume

Die Sanierung der aus dem 19. Jahrhundert stammenden Apsis-Ausmalung war eine enorme Herausforderung, da die damals verwendeten Leimfarben im Laufe der Zeit sehr brüchig geworden waren und aufwendig gesichert werden mussten. Welche Farbigkeit die Räume zu Zeiten der Zisterzienser besaßen, können die heutigen Restauratoren nur noch vermuten. „Insgesamt werden die Räume ursprünglich wohl nicht so farbig gewesen sein“, vermutet Schwieger in Anlehnung an das, was man über die eher spartanischen Vorstellungen der Zisterzienser von einem Gotteshaus heute weiß.

Holzsschmuck und -intarsien müssen saniert werden

Holzsschmuck und -intarsien müssen saniert werden.

Quelle: Uwe Klemens

Die Sakristei, die sich links neben dem Altar befindet, ist als einziger Raum noch nicht vollendet. Während der Putzsanierung legten die Fachleute ein etwa 30 mal 40 Zentimeter großes Bruchstück einer Wandmalerei frei, das auf eine großflächige Raumausmalung schließen lässt. Bis zum Sommer kommenden Jahres soll auch der Rest der Ausmalung sichtbar gemacht werden.

Planungen für sechsten Bauabschnitt beginnen

„Es gibt kaum eine staatliche oder kirchliche Förderinstitution, die sich nicht an den Kosten für die Sanierung der Klosterkirche beteiligt hat“, sagt Ingrid Rosenzweig, die seitens der Kirchgemeinde den Fortgang der Arbeiten seit vielen Jahren begleitet. Rund 700 000 Euro flossen bislang in die Maßnahme.

Auch wenn die Holzsanierung gerade erst beginnt, laufen bereits die Planungen für den sechsten Bauabschnitt. Im vergangenen Jahr entdeckte eine Glockensachverständige, dass sich der Dachreiter bedrohlich neigt. Seither müssen die Glocken schweigen, um den Turm nicht zum Einsturz zu bringen.

Von Uwe Klemens

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