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Teltow-Fläming Für Flüchtlingsbegegnungsstätte fehlt Geld
Lokales Teltow-Fläming Für Flüchtlingsbegegnungsstätte fehlt Geld
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09:10 01.02.2016
Die alte Bibliothek in Großbeeren. Quelle: Krischan Orth
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Großbeeren

Die alte Bibliothek unweit des Großbeerener Rathauses kann nicht mit Kreismitteln zur Begegnungsstätte zwischen Einwohnern und Asylsuchenden umgebaut werden. Das teilte Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos) den Gemeindevertretern bei ihrer vergangenen Sitzung mit.

Ziel der Verwaltung war es zunächst, die Mittel für eine umfangreiche Sanierung des brachliegenden Gebäudes mit finanzieller Unterstützung der Sparkassenstiftung umzusetzen. Die Stiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse stellt dem Landkreis Fördermittel für Bildungs-, Kultur- und Sportaktivitäten in Höhe von insgesamt 38 000 Euro zur Verfügung, um ehrenamtliches und gesellschaftliches Engagement im Landkreis zu unterstützen. Doch für diesen Topf hat die Gemeinde nun eine Absage bekommen. „Der Landkreis hat rechtliche Bedenken“, sagte Bürgermeister Ahlgrimm. Denn das Gebäude an der Berliner Straße befindet sich im Besitz der Berliner Stadtgüter. Und die Satzung der Sparkassenstiftung sieht nur die Förderung von Projekten vor, die ausschließlich Kommunen in Teltow-Fläming zugutekommen.

Ahlgrimm hatte bereits eine Sanierung durch ein Architekturbüro prüfen lassen. Kostenpunkt: 57 000 Euro. „Wir können aber kostengünstiger sanieren“, sagt er. Die Idee ist, Hilfesuchende aus dem Übergangswohnheim zur Mitarbeit zu motivieren. Fünf Flüchtlinge aus dem örtlichen Übergangswohnheim unterstützen bereits die Kommune bei der Pflege der Grünflächen. In der Verwaltung kann man sich vorstellen, dass bei der Sanierung der alten Bibliothek die Bewohner des Flüchtlingsheims etwa Malerarbeiten durchführen könnten. Genutzt werden könnte das Gebäude dann beispielsweise für einen Deutschkurs, so die Verwaltung.

Im aktuellen Haushalt ist der Bau einer Begegnungsstätte nicht eingestellt. „Vielleicht können wir Mittel noch umschichten“, sagte der Bürgermeister. Außerdem überlegt er, ob eventuell noch andere Fördertöpfe des Landes als Geldquellen für den Umbau infrage kommen. Einen Kauf des Gebäudes hingegen schließt die Verwaltung aus. Bei der letzten Anfrage sei der Preis durch die Berliner Stadtgüter auf 195 000 Euro geschätzt worden. „Das ist für die Gemeinde kein gutes Geschäft“, so der Bürgermeister.

Für eine Nutzung der ehemaligen Bibliothek als Begegnungsstätte spricht aus Sicht der Verwaltung vor allen Dingen deren zen-traler Standort in der Gemeinde. Oft müssen Flüchtlinge aus Großbeeren rund ein Drittel des Geldes, das ihnen monatlich zur Verfügung steht, für einen Deutschkurs und den Weg dorthin ausgeben. In der Gemeinde sind bis jetzt 297 Unterkunftsplätze für Flüchtlinge geplant. Bei derzeitiger Belegung des örtlichen Übergangswohnheims werden zusätzlich noch 133 Plätze gebraucht.

Von Krischan Orth

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