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Furcht vor dem Riesen-Bärenklau

Dahmeland-Fläming Furcht vor dem Riesen-Bärenklau

Über die sozialen Netzwerke äußerten sich einige Anwohner der Region besorgt über die Verbreitung des Riesen-Bärenklaus. Die Pflanze verursacht bei Hautkontakt starken Juckreiz bis hin zu blasenartigen Geschwüren. Auch für die heimische Flora ist sie schädlich. Doch wie ernst ist die Bedrohung in Dahmeland-Fläming tatsächlich?

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Seit zwei Jahren vermehrt sich die gefährliche Pflanze in der Region. Um die Ausbreitung zu stoppen, muss der Riesen-Bärenklau vor allem auch von Privatgrundstücken entfernt werden.

Quelle: Johann Müller

Dahmeland-Fläming. Nach den kargen, grauen Wintertagen genießen viele die wieder auflebende Natur im Frühjahr und nutzen die ersten Sonnenstrahlen für ausgiebige Spaziergänge. Gerade die Region Dahmeland-Fläming eignet sich mit seiner vielfältigen Landschaft besonders gut für Ausflüge ins Grüne. Doch wenn anschließend die Haut stark juckt oder sich gar Blasen bilden, hatte der Spaziergänger wohl eine unerfreuliche Begegnung mit dem Riesen-Bärenklau.

Besorgnis in sozialen Netzwerken

Über die sozialen Netzwerke zeigten sich einige Anwohner aus der Region besorgt. Droht nach der Plage durch den Schädling Eichenprozessionsspinner nun ein weiteres Risiko für Mensch und Tier?Grundsätzlich ist diese Sorge durchaus begründet, denn der Saft dieser giftigen Pflanze enthält Furocumarine. Bei Berührung mit der Haut kann es in Verbindung mit Sonnenschein zu starkem Juckreiz und Hautreizungen bis hin zu schmerzhaften blasigen Geschwüren kommen. Diese heilen nur langsam ab und können Narben und Pigmentierungen hinterlassen. Insbesondere Kinder sind gefährdet, wenn sie beim Spielen Kontakt mit den Pflanzen haben, aber auch Tieren kann die Riesenpflanze zum Verhängnis werden.

Warnung des Pflanzenschutzdienstes

Deshalb gab der Pflanzenschutzdienst (PSD) des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) bereits vor zwei Jahren eine Warnung vor dem giftigen Gewächs heraus. Die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende und bis zu fünf Meter hohe Pflanze aus der Familie der Doldengewächse siedelt sich bevorzugt entlang von Bächen und Flüssen, aber auch an Feldrändern und selbst in Gärten an. Bei feuchten Bodenbedingungen vermehrt sich der Riesen-Bärenklau rasch. Seine weißen Blütendolden können einen Durchmesser von bis zu 50 Zentimeter erreichen und viele Samen bilden.

Die Gefahrenlage in der Region

Im Gemeindegebiet Blankenfelde-Mahlow ist der Übeltäter laut dem Pressesprecher der Gemeinde, Wolfgang Huth, seit rund zehn Jahren bekannt. „An vereinzelten Stellen im Gemeindegebiet ist Riesenbärenklau aufgetreten. Soweit das Auftreten bekannt wurde, wurde der Bärenklau von Mitarbeitern des Werkstatthofs mit Spaten ausgegraben und im Restmüll entsorgt“, berichtet er. Wolfgang Huth gibt Entwarnung hinsichtlich etwaiger Verletzungsfälle und der Vermehrung des Unkrauts in der Gemeinde: „Konkrete Probleme sind nicht bekannt. Hinsichtlich der Stärke des Auftretens ist eine Veränderung nicht zu verzeichnen.“ Soweit Maßnahmen erforderlich waren, seien diese laut Wolfgang Huth präventiv durchgeführt worden. Auch nördlich von Großbeeren meldete das dortige Ordnungsamt im vergangenen Jahr erstmals ein Auftreten des Gewächses. Anschließend entfernte der Pflanzenschutzdienst mit Schädlingsbekämpfern die giftigen Pflanzen. Im Landkreis Dahme-Spreewald ist zwei Jahren durchaus eine Vermehrung der Pflanze zu verzeichnen.

Wie die Verbreitung gestoppt werden kann

Das exorbitante Ausmaß der Verbreitung des ebenso gefährlichen Eichenprozessionsspinners nimmt das Auftreten des Bärenklaus jedoch noch nicht ein. Damit das so bleibt, ist es laut Pflanzenschutzdienst wichtig, auch auf privaten Grundstücken vorkommende Exemplare sofort zu entfernen. Dabei müssen die Pflanzen möglichst noch vor der Blüte ausgegraben werden. Das Abschneiden der Blütenstände reicht nicht aus, denn die Pflanze treibt danach wieder aus und bildet Notblüten. Bereits blühende oder in die Samenreife gehende Pflanzen sollten in Müllbeutel verstaut und mit dem Hausmüll entsorgt werden. Diese Pflanzen gehören nicht auf den Kompost. Während der Entfernung der Pflanze muss Hautkontakt unbedingt vermieden werden. Am besten mit Hilfe eines Schutzanzuges und einer Schutzbrille. Wenn diese nicht benutzt werden, müssen zumindest Gummihandschuhe getragen werden. Weitere Unterstützung bei der Bestimmung der Pflanze und Informationen zu Möglichkeiten der Bekämpfung gibt der Pflanzenschutzdienst beim Landesamt für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung. Ansprechpartnerin ist Frau Tümmler, Tel. 03 37 02/7 36 53.

Von Josefine Kühnel

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