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Fußball-Flaute im Stadion

Glienick Fußball-Flaute im Stadion

Vorerst rollt kein Fußball im Willi-Lau-Stadion. Zwischen dem Vorstand der Sportgemeinschaft Glienick 1964 und der Stadt Zossen läuft es nicht rund. Streitpunkt ist die Verlängerung des Pachtvertrages für die Spiel- und Trainingsstätte. Nun soll ein für den 28. März anberaumtes Gespräch zwischen Bürgermeisterin und Vorstand für klare Verhältnisse sorgen.

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Das Stadiontor bleibt für die Fußballer der SG Glienick 1964 vorerst verschlossen.

Quelle: fotos (2): Frank Pechhold

Glienick. Der Fußball im Willi-Lau-Stadion rollt nicht mehr. Aktuell streiten die Stadt Zossen und die Sportgemeinschaft Glienick 1964 über die Verlängerung des Pachtvertrages für die Freizeitstätte. Bis zur Einigung hat der Vorstand des rund 140 Mitglieder zählenden Vereins jeglichen Spiel- und Trainingsbetrieb vorsorglich untersagt.

„Wenn ich einem Verein den Platz weg nehme, dann gibt es bald keinen Verein mehr“, so der stellvertretende Vorsitzende Axel Niestlé Freitagabend in der Mitgliederversammlung. Die Vorgehensweise der Stadt zeige nach einstimmiger Ansicht des Vorstandes einen bedenklichen Umgang mit allen ehrenamtlich im Jugend- und Breitensport aktiven Bürgern der Stadt.

Streitpunkt ist Verlängerung der Stadionpacht

Streitpunkt ist die im Rathaus mit Einschreiben vom 20. August 2015 beantragte, aber nicht bewilligte Verlängerung des am 29. März 1995 abgeschlossenen Pachtvertrages für die Sportanlage um weitere 20 Jahre. Laut einem von Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) unterzeichneten Brief, der beim Vereinsvorsitzenden Werner Ribbecke am 13. März eingegangenen ist, heißt es, der Pachtvertrag sei „mit Ablauf des 31. Dezember 2016 beendet“. Weiter: „Derzeit nutzen Sie das Grundstück unberechtigt.“

„Das ist eine bodenlose Frechheit“, meldete sich Ehrenmitglied Klaus Britz in der Mitgliederversammlung zu Wort. Den Hinweis auf die unberechtigte Nutzung nahm die Vereinsspitze zum Anlass, „alle Trainings- und Spielaktivitäten mit sofortiger Wirkung zu beenden, da eine ungesetzliche Nutzung aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen für den Vorstand nicht in Frage kommt“. Das geht aus einem Antwortbrief an die Bürgermeisterin hervor. Weiter habe man die ausgesprochene Kündigung des Pachtvertrages „mit Bedauern und Unverständnis“ zur Kenntnis genommen.

Bürgermeisterin bestreitet Vorwürfe

„Ich habe keine Kündigung ausgesprochen“, so Michaela Schreiber auf MAZ-Anfrage. Vielmehr endete der noch zu Zeiten des Amtes Zossen abgeschlossene, befristete Pachtvertrag automatisch zum 31. Dezember 2016. Gerne hätte sie rechtzeitig vor dem Auslaufen des alten Pachtvertrages einen neuen mit dem Verein abgeschlossen. Dazu hätten aber vorher die wesentlichen Punkte verhandelt werden müssen. „Verhandelt werden kann nur, wenn beide Seiten wissen, was sie wollen. Leider ist dies auf Seiten der SG Glienick nicht der Fall.“

Unschlüssigkeit wirft Schreiber dem Verein auch bezüglich der Mitwirkung bei der geplanten Gestaltung des Hofes und der Sportanlagen der benachbarten Grundschule vor. Teil des Vorhabens ist auch ein Kunstrasenplatz zu Trainingszwecken für die Glienicker Fußballer. Mehrfach sei ihrer an den Vorstand gerichteten Bitte nicht entsprochen worden, das Projekt in einer Mitgliederversammlung zu diskutieren. In zwei Gesprächen mit dem Vorstand habe sie die Entscheidungsfindung anschieben wollen. Stattdessen sei im August 2015 beantragt worden, den Pachtvertrag für das Stadion um 20 Jahre zu verlängern. Damals habe sie dem Vorstand gleich mitgeteilt, „dass ich zuerst eine Entscheidung der SG Glienick zu einer Variante des Sportanlagenumbaus haben möchte, bevor der Uraltzustand für die nächsten 20 Jahre zementiert wird“.

Klärendes Gespräch vereinbart

Für den 28. März haben Bürgermeisterin und Vorstand ein klärendes Gespräch vereinbart, „um die Verhandlungen über einen neuen Pachtvertrag voranzutreiben“, so Schreiber. „Auch wir wollen, dass es weiter geht. Aber dazu gehören immer zwei“, sagt Axel Niestlé. Für den Vorstand komme nur eines infrage: „Der alte Pachtvertrag wird erst einmal fortgeführt und das Nutzungsverbot für das Stadion mit sofortiger Wirkung aufgehoben.“ Weiter sei man damit einverstanden, dass die Stadt einen alten, von den Vereinsmitgliedern selbst geschaffenen Fußballplatz für die Neugestaltung der Schulsportanlagen nutzen kann. „Als kleinen Ausgleich könnten wir uns neue Duschen oder Toiletten vorstellen“.

Von Frank Pechhold

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