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Gadsdorf soll Mini-Deutschlandpark bekommen

Investor stellt Pläne vor, Anwohner skeptisch Gadsdorf soll Mini-Deutschlandpark bekommen

In zwei bis drei Stunden ganz gemütlich durch Deutschland spazieren – das soll ein sogenannter Deutschlandpark ermöglichen, der in Saalow entstehen könnte. Hans-Jürgen Horn, Geschäftsführer der Werial GmbH, stellte sein Konzept am Mittwoch in der Braconia-Halle Gadsdorf vor. Die Anwohner sind skeptisch.

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Auch das Schloss Neuschwanstein könnte im Mini-Format in Gadsdorf stehen.

Quelle: Horn

Gadsdorf. Auf dem Gelände des ehemaligen Pflegeheims Saalow (eine Brache), auf dem Funkerberg (Ex-Militärfläche) und auf benachbarten Feldern plant die Firma einen Erholungspark, der sich über eine Fläche von 50 Hektar ausdehnen soll. Herzstück wäre eine gepflegte Parkanlage mit Gießharz-Modellen von markanten Bauten im Maßstab von 1:22,5. In dem ganzjährig geöffneten Garten sollen außerdem in Pavillons Sammlungen gezeigt werden, es soll ein Tropenhaus zum Ausruhen unter Pflanzen sowie ein Hotel geben. Das Unternehmen will Gebäude des einstigen Pflegeheims nachnutzen.

Hans-Jürgen Horn: „Wir erwarten noch in diesem Jahr ein Verkaufsangebot des Landkreises für das einstige Pflegeheim. Bei der Brandenburgischen Bodengesellschaft BBG, welche über das Militärgebiet Funkerberg verfügt, bewerben wir uns um eine Fläche.“

Fakten zum Deutschlandpark

Kernstück des Erholungsparkes sollen detailgetreue Modelle geschichtlich bedeutender, kulturell wesentlicher und architektonisch typischer oder außergewöhnlicher Bauten und Landschaften Deutschlands aus Geschichte und Gegenwart sein, ergänzt von Modellen aus anderen europäischen Ländern.

Die Firma Werial wurde eigens für die Entwicklung des Deutschland-Parks gegründet. Bisher ist Werial eine ruhende GmbH. Der Geschäftsführer heißt Hans-Jürgen Horn und lebt in Berlin.

Eine Investitionssumme von 30 Millionen Euro ist im Gespräch, wurde aber von der Firma Werial weder bestätigt noch dementiert.

60 Vollzeitarbeitsplätze und weitere Saisonarbeitsstellen sind vorgesehen, und zwar für Gärtnerei, Modellbau, Gastronomie und Betreuung musealer Sammlungen.

Wirtschaftlich wird der Park nach Angaben von Werial bei 170.000 Besuchern pro Jahr. Vergleichbare Unternehmen im Ausland erzielen laut Geschäftsführer Hans-Jürgen Horn auch 400.000 Gäste oder mehr.
Der Park soll ganzjährig geöffnet haben, über Ausstellungspavillons und ein Hotel verfügen.

Unklar ist die Verkehrsführung zum Park. Die Planungshoheit liegt bei Gemeinde und Landkreis. Werial ist bereit, das Verkehrskonzept und erforderlichenfalls eine Erschließungsstraße zu finanzieren.

Horn verspricht eine Touristenattraktion „ohne Remmidemmi“, die vor allem Gäste ab 55 Jahren anlockt. Er rechnet mit Besuchern aus ganz Deutschland. Der Geschäftsführer betonte: „Wir wollen nichts durchsetzen, was die Mehrheit der Bevölkerung ablehnt.“ Bürgermeister Frank Broshog sieht in dem Vorhaben eine große Chance für die Gemeinde Am Mellensee: „Wir sind natürlich durch Luftnummern wie das vor Jahren gescheiterte Euroworld-Projekt ein gebranntes Kind. Aber wir gehen ein relativ geringes Risiko ein, weil der Landkreis und die BBG in den Grundstückserwerbsverträgen eine nur auf den genannten Zweck festgelegte Bindung verankern wollen. Wird das nicht so umgesetzt, werden die Verträge rückabgewickelt.“

Die Einwohner reagierten vorsichtig interessiert bis skeptisch. Die Antwort nach den Geldgebern blieb Horn unter Hinweis darauf, dass diese nicht genannt werden wollen, erwartungsgemäß schuldig. Viele Fragen gab es zur Verkehrsführung. Sie ist noch ungeklärt. Wolf-Rüdiger Heinz sagte es unverblümt: „Wenn der Hauptverkehr durch Saalow geht, organisieren wir den Widerstand.“ Der Bürgermeister bat die Saalower und Gadsdorfer, auch selbst Vorschläge für die Verkehrserschließung zu machen. Die Gemeinde werde das Projekt wachsam begleiten. Notwendig sei die Aufstellung eines Bebauungsplanes. Eine Zeitschiene gebe es noch nicht.

Rosemarie Schramm vom DRK-Kreisverband würde sich freuen, wenn die DRK-Pflegeeinrichtung „Saalower Berg“ den Park zum Nachbarn bekäme: „Seit zehn Jahren ist auf dem verlassenen Gelände außer Vandalismus nichts passiert. Worauf wollen wir noch warten?! Bei allen verständlichen Problemen sollte man das Angebot sachlich und offen prüfen.“

Von Gudrun Schneck

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