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Teltow-Fläming Gänsehautgefühle beim Abschlusskonzert
Lokales Teltow-Fläming Gänsehautgefühle beim Abschlusskonzert
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06:15 04.10.2016
Weit mehr als die erhofften 800 Besucher lauschten dem Konzert. Quelle: Hartmut F. Reck
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Luckenwalde

Wer hätte das gedacht, dass es in Luckenwalde so viele Freunde der klassischen Musik gibt? Wer es aber nicht war und trotzdem am Sonntagabend zum Klassik-Open-Air-Konzert auf den Marktplatz kam, war spätestens danach ein Klassik-Fan. Denn das Publikum erlebte ein überwältigendes Konzert mit dem hervorragenden Preußischen Kammerorchester aus Prenzlau und seinem einfühlsamen wie mitreißenden Gastdirigenten Urs-Michael Theus und den einfach umwerfenden Solisten Marina Unruh (Sopran) und Miroslav Christoff (Tenor), der spätestens bei Puccinis Arie „Nessun dorma“ („Keiner schlafe“) selbst die verschlafensten Klassik-Muffel von den Stühlen riss.

Ein tolles Team: Dirigent Urs-Michael Theux, Tenor Miroslav Christoff, Sopranistin Marina Unruh und das Preußische Kammerorchester. Quelle: Hartmut F. Reck

Wenn die Konzertbesucher denn überhaupt noch eine Sitzgelegenheit ergattern konnten. 800 Stühle waren zum Abschlusskonzert der Luckenwalder 800-Jahr-Feierlichkeiten auf dem Marktplatz aufgestellt worden und mit 800 Decken gegen die Herbstkühle bestückt. Hatte die Projektgruppe zur Vorbereitung und Durchführung aller Jubiläumsveranstaltungen noch vor dem Wochenende leise Zweifel geäußert, ob zum Abschlusskonzert überhaupt so viele kommen werden, war nicht nur die neunköpfige Crew um Christiane Kaiser und Andreas Schröder überwältigt von den Menschenmassen, die sich auf den Markt drängten. So mussten vermutlich nochmal 800 Besucher mit Stehplätzen am Rande des Marktes Vorlieb nehmen, was dem Kulturgenuss aber keinen Abbruch tat. Denn die Musik und das anschließende Höhenfeuerwerk sorgten trotz des relativ milden Herbstabends für Gänsehaut pur. Gegen diese Gefühlswallungen half auch keine Kuscheldecke.

Vor dem Konzert: Jeder der 800 Stühle erhielt eine Decke gegen die Herbstkühle. Aber weder Stühle noch Decken reichten aus. Dafür sorgten Musik und Feuerwerk für Gänsehaut. Quelle: Hartmut F. Reck

17 Musikstücke und eine Zugabe aus bekannten Opern, Operetten, Sinfonien und Filmmusiken spielte das vielseitige Orchester und sorgte für eine freundlich-heitere Stimmung, wie sie so viele Luckenwalder auf einem Haufen gemeinsam noch nicht erlebt haben dürften.

Musik macht Menschen menschlich. Die Luckenwalder erlebten ein wunderschönes Konzert Quelle: Hartmut F. Reck

„Das macht die Musik aus den Menschen“, sagte Hanna-Maria Hüttner am Rande des Konzerts. Die Kirchenmusikerin und Leiterin des Johannischors, mit dem sie gerade Carl Orffs „Carmina Burana“ einstudiert, war ohne große Erwartungen zum Markt gekommen – und begeistert. „Wenn ich Milliardärin wäre“, so Hüttner, „würde ich den Luckenwaldern jede Woche so ein Konzert spendieren.“

Das Höhenfeuerwerk war der krönende Abschluss eines durchweg gelungenen Jubiläumsjahres. Quelle: Hartmut F. Reck

Dass schon das eine Konzert teuer genug war und nur dank großzügiger Spenden finanziert werden konnte, darauf wies Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) hin. Im Namen „der 800-Jährigen“ bedankte sie sich „für die Vielfalt der zirka 50 Veranstaltungen, mit denen sie (also die 800-Jährige) überrascht worden ist“. Hunderte Luckenwalder seien im Einsatz gewesen, um Tausenden Bewohnern und Gästen viele anregende und fröhliche Stunden zu bereiten. „Und sie (also die 800-Jährige) ist geradezu überwältigt von der Großzügigkeit so vieler Menschen und Unternehmen, die enorme Sach- und Geldgeschenke beisteuerten“, so Herzog-von der Heide. „Über 100 Geber haben mehr als 100 000 Euro gespendet.“ Die 800-Jährige habe jedenfalls dieses Jahr als das schönste ihres bisherigen Lebens empfunden, meinte die Bürgermeisterin. Und die Luckenwalder vielleicht auch.

Passend zur Musik explodierten die Leuchtkörper des Jubiläumsfeuerwerks im Luckenwalder Himmel. Quelle: Hartmut F. Reck

Von Hartmut F. Reck

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