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Teltow-Fläming Galloway-Kalb zerfleischt: War es ein Wolf?
Lokales Teltow-Fläming Galloway-Kalb zerfleischt: War es ein Wolf?
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16:52 19.10.2015
Landwirt Jan Vestjens fand den Kälbchen-Kadaver auf seiner Rinder-Koppel bei Frankenförde. Quelle: Elinor Wenke
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Frankenförde

Eine grausige Entdeckung hat der Landwirt Jan Vestjens am Sonnabendmorgen auf seiner Rinder-Koppel bei Frankenförde gemacht. Ein frisch geborenes Galloway-Kälbchen lag zerfleischt am Rand der Weide. Von dem schätzungsweise 40 Kilogramm schweren Tierkörper waren nur noch das Skelett und ein schwarzes Fellbündel übrig. „Das Kalb wurde von einem Wolf gerissen“, ist sich der 58-jährige private Tierhalter sicher.

Die zehn Hektar große Koppel für die 20-Rinder-Herde ist mit einem Elektrozaun gesichert. „Der Wolf kriecht aber unten durch“, sagt Vestjens. Jeden Tag besucht er seine Tiere, die zutraulich auf sein Auto zugelaufen kommen, auf der Weide. Auch am Sonnabend früh wollte er nach dem Rechten schauen, als er die Spuren des Tier-Gemetzels entdeckte.

Materiell hat der gebürtige Holländer einen Schaden von rund 600 Euro zu beklagen. Doch größer ist seine Angst, es könnte wieder etwas passieren. Denn mindestens zwei weitere seiner Galloway-Kühe sind trächtig, und bereits im Juli war eines seiner Kälbchen gerissen worden. Nach Vestjens Vermutung war auch damals ein Wolf der Übeltäter. Das war der erste Vorfall in den sechs Jahren, seit er die robusten Galloways ganzjährig im Freien hält.

Die Galloway auf der Weide. Quelle: Elinor Wenke

Auch Revierförsterin Bärbel Kuhlbrodt aus Kemnitz ist sich nahezu sicher, dass ein Wolf die Beute gemacht hat. „Spuren von Wölfen haben wir hier in der Region flächendeckend“, sagte sie der MAZ. Erst in der vergangenen Woche habe es in ihrem Revier zwei Wolfs-Risse an Rehwild gegeben. „Und so viele wildernde Hunde gibt es gar nicht“, sagt die Försterin, die selbst auch Jägerin ist. Vestjens und Kuhlbrodt fordern für die Zukunft Maßnahmen, damit die Wolfspopulation nicht weiter unkontrolliert ansteigen kann. „Wenn ein Wolf Nutztiere reißt, darf man das nicht einfach kleinreden und so tun, als gäbe es keine Probleme“, ist Kuhlbrodts Überzeugung.

„Jahrzehntelang war der Wolf aus unseren Wäldern verschwunden“, gibt Vestjens zu bedenken. „Wenn er sich jetzt so rasant weiter verbreitet, kann das auch zu Konflikten mit dem Menschen führen“, ist er überzeugt. Jan Vestjens fürchtet zudem um die Existenz seiner gesamten Galloway-Herde, die nach dem Vorfall vom Wochenende noch erstaunlich gelassen ist. „Wenn sich solche Vorfälle häufen, muss ich die Tiere abschaffen, weil es sich wirtschaftlich nicht mehr rechnet“, kündigt der Landwirt an. Auch einen durchgängig hohen Sicherheitszaun, wie ihn die zuständigen Behörden auf Kreis- und Landesebene fordern, könne er sich nicht leisten.

Hintergrund

Mehr als 140 nachweisliche oder wahrscheinliche Wolfsangriffe hat das Landesumweltamt seit 2007 in Brandenburg gezählt.

Gerissen haben die Wölfe 432 Schafe, vier Ziegen, 13 Kälber, 76 Stück Damwild und ein Pferd.

Die jüngsten Meldungen über mutmaßliche Wolfsattacken in der MAZ:

21. August: Ein Wolf reißt ein Rotwild-Kalb in der Nähe von Moldenhütten (Nuthe-Urstromtal).

3. März: Ein Wolf tötet Kalb und Mutterkuh in Kremmen (Oberhavel).

16. Januar: Ein Wolf reißt fünf Gotlandschafe in Lychen (Uckermark).

14. Dezember 2014: Wolf reißt Schaf in Fernneuendorf (Am Mellensee).

Im Dezember 2014 kam es gleich zu mehreren Wolfsattacken auf Schafe im Landkreis Ostprignitz-Ruppin.

4. September 2014: Ein Wolf reißt zwei Schafe in Katerbow (Ostprignitz-Ruppin).

März 2014: Ein Wolf tötet zwei Schafe in Schweinrich (Ostprignitz-Ruppin).

Von Elinor Wenke

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