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Gas-Ärger, Flüchtlinge und ein Brief von Obama

Jahresrückblick 2015 für Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald Gas-Ärger, Flüchtlinge und ein Brief von Obama

2015 war ein aufregendes Jahr, auch in den Landkreisen Dahmeland-Spreewald und Teltow-Fläming. Ob umstrittene Gaspläne in Märkisch Buchholz, eine Explosion in einem Jugendtreff, die Warnung vor „ansteckenden Flüchtlingen“ oder ein Brief vom US-Präsidenten Barack Obama. Wir werfen einen Blick zurück auf die 10 aufregendsten Geschichten.

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Celine Fischer mit dem Foto von Barack Obama.

Quelle: Privat

Königs Wusterhausen. Der Regionalverlag Dahmeland-Fläming hat die Top 10 der einprägsamsten Geschichten 2015 zusammengetragen:

1. Widerstand gegen Gas-Pläne in Märkisch Buchholz

In Märkisch Buchholz, der kleinsten Stadt Brandenburgs, regt sich massiver Widerstand gegen die Pläne des Unternehmens Gas de France Suez, in der Region nicht nur Gas zu fördern, sondern vor Ort auch aufzubereiten. Mit zahlreichen Informationsveranstaltungen sicherte sich die Bürgerinitiative „Bürger in Bewegung“ binnen weniger Monate eine breite Unterstützung in der Bevölkerung. Die Mehrheit der Buchholzer Stadtverordneten jedoch ist für das große Bauprojekt, für das derzeit ein internationaler Architekturwettbewerb vorbereitet wird.

Protest gegen die geplante Gasanlage in Märkisch Buchholz

Protest gegen die geplante Gasanlage in Märkisch Buchholz.

Quelle: Privat

Ginge es nach den Vorstellungen des Unternehmens, könnte ab 2018 die Aufbereitungsanlage gebaut werden. Der Streit um das Gas hat in Märkisch Buchholz die Einwohner entzweit, nun soll die ehrenamtliche Bürgermeisterin Bianca Urban (Buchholz: offen und bunt) abgewählt werden, die für eine kritische Begleitung des Gas-Vorhabens plädiert und der von ihren Gegnern undemokratisches Verhalten vorgeworfen wird. Die Gasvorkommen in mehr als 2000 Meter Tiefe wurden bereits Mitte der 1980er-Jahre erforscht, nach der Wende ging das Bergbaurecht an den internationalen Konzern über.

2. Bürgermeister erntet Kritik für Warnung vor Flüchtlingen

Jüterbogs Bürgermeister Arne Raue (parteilos) überraschte auf der städtischen Internetseite mit einer deutlichen Warnung vor der Ansteckungsgefahr durch Asylbewerber „schon bei geringfügigem Kontakt“. Von heftiger Kritik von Bürgern und aus der Ärzteschaft ließ er sich nicht beirren, sondern berief sich auf eine ärztliche Einschätzung.

Bürgermeister Arne Raue (parteilos) überraschte mit seiner Warnung vor Flüchtlingen

Bürgermeister Arne Raue (parteilos) überraschte mit seiner Warnung vor Flüchtlingen.

Quelle: Privat

Er nahm den Text erst vom Netz, nachdem ihn, so sagt er, der Innenminister darauf hingewiesen habe, dass er mit der Warnung falsch liege. Tatsächlich bezog sich der Hinweis einer Ärztin auf die Überprüfung des Impfschutzes bei Einsatzkräften und Mitarbeitern oder Helfern in Flüchtlingsheimen – nicht auf eine allgemeine Ansteckungsgefahr.

3. Mörder von Elias und Mohamed wird in Kaltenborn verhaftet

Das 84-Seelen-Dorf Kaltenborn aus der Gemeinde Niedergörsdorf ist in den Schlagzeilen, seit dort der mutmaßliche zweifache Mörder Silvio S. (32) festgenommen wurde.

In Kaltenborn wurde der zweifache Mörder Silvio S

In Kaltenborn wurde der zweifache Mörder Silvio S. festgenommen.

Quelle: Privat

Er soll die beiden Jungen Mohamed (4) und Elias (6) getötet haben. Seine Mutter Astrid S. (53) hat ihren Sohn auf Fahndungsfotos in der MAZ erkannt und schließlich bei der Polizei angezeigt. Auf der Kleingarten-Parzelle, wo Silvio S. die Leiche des kleinen Elias vergraben hatte, hat die Stadt Luckenwalde einen Gedenkort eingerichtet.

4. Ludwigsfelde feiert 50-jähriges Stadtjubiläum

Ludwigsfelde hat 2015 das 50-jährige Stadtjubiläum gefeiert. Die Vorstellung des ersten Lastkraftwagens W 50 aus Ludwigsfelde wurde zum Anlass für die Stadtgründung am 18. Juli 1965 und zum Start für einen grandiosen wirtschaftlichen Aufschwung. Der konnte nach der Wende mit solchen renommierten Unternehmen wie Mercedes-Benz, MTU, aber auch vielen Logistikfirmen fortgesetzt werden.

Die Kristall-Saunatherme (hier ein Bild vom Bau) zieht jährlich hunderttausend Besucher an

Die Kristall-Saunatherme (hier ein Bild vom Bau) zieht jährlich hunderttausend Besucher an.

Quelle: dpa

Eine Attraktion ist auch die Kristall-Saunatherme, die jährlich mehrere hunderttausend Besucher anzieht. Derzeit erhält die 24000-Einwohner-Stadt Ludwigsfelde ein neues Stadtzentrum an der Autobahn.

5. Landrat Loge gewinnt Wiederwahl im ersten Durchgang

Ein Wahlgang hat gereicht: Der amtierende Landrat Stephan Loge (SPD) bleibt weitere acht Jahre im Amt und damit Verwaltungschef an der Spitze des Landkreises Dahme-Spreewald. Loge hat bei der Landratswahl am 11. Oktober 52,6 Prozent der abgegebenen Stimmen auf sich vereint und zudem das Quorum erreicht, also die Stimmen von mehr als 15 Prozent aller Wahlberechtigten erhalten.

Landrat Stephan Loge gewann die Wiederwahl  bereits im ersten Durchgang

Landrat Stephan Loge gewann die Wiederwahl bereits im ersten Durchgang.

Quelle: JANSNETBOOK

Knapp 21 000 Stimmen waren dafür nötig, am Ende setzten 26 575 Wähler ihr Kreuz hinter den Namen des Amtsinhabers. Das zweitbeste Ergebnis erreichte mit weitem Abstand AfD-Kandidat Jens-Birger Lange, der 22,9 Prozent der abgegebenen Stimmen erhielt. Loges Stellvertreter, Sozialdezernent Carsten Saß (CDU), erreichte 17,9 Prozent, Birgit Uhlworm (Unabhängige Bürgerliste) kam auf 6,7 Prozent. Die Wahlbeteiligung betrug 36,8 Prozent.

6. Flüchtlingswelle erinnert Bewohner an Zeit nach dem 2. Weltkrieg

Die Flüchtlingskrise hat das Land Brandenburg seit Jahresbeginn zunehmen im Griff – aber ist nicht das erste Mal, dass die Region mit einem solchen Flüchtlingsansturm fertig werden muss. Die MAZ hat sich in die Regionalarchive begeben und mit Menschen gesprochen, die zwischen 1945 und 1948 die große Fluchtwelle und die Vertreibung aus den ehemals deutschen Ostgebieten erlebt haben. Die daraus entstandene Serie verdeutlicht, was Flucht und Vertreibung für den Einzelnen bedeutet, aber auch welche Chancen für die gesamte Region darin stecken.

7. Plötzlicher Tod des Bürgermeisters schockt ganz Ludwigsfelde

Schock in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming): Bürgermeister Frank Gerhard (SPD) ist in der Nacht zum 25. März überraschend mit 48 Jahren eines natürlichen Todes gestorben. Er hinterlässt eine Lebensgefährtin. Die Stadt, insbesondere die Stadtverordneten standen unter Schock.

Frank Gerhard verstarb plötzlich und unerwartet im Alter von nur 48 Jahren

Frank Gerhard verstarb plötzlich und unerwartet im Alter von nur 48 Jahren.

Quelle: Privat

Notgedrungen mussten eine Neuwahl erfolgen. Nach einem sehr zurückhaltenden Wahlkampf setzte sich der SPD-Kandidat Andreas Igel am 20. September deutlich durch. Igel war vorher viele Jahre lang Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung.

8. Anschlag auf christlichen Jugendtreff

Nach einer fremdenfeindlichen Demonstration und einer Gegenkundgebung ist am 20. November auf den Jugendtreff „Turmstube“ in Jüterbog (Teltow-Fläming) ein Brandanschlag verübt worden.

Der Jugendtreff wurde durch Unbekannte komplett zerstört

Der Jugendtreff wurde durch Unbekannte komplett zerstört.

Quelle: Hartmut F. Reck

Unbekannte hatten dort Pyrotechnik gezündet, durch die der Jugend- und Flüchtlingstreff der evangelischen Gemeinde schwer zerstört wurde. Vermutet werden Verbindungen der Täter zu rechtsgerichteten Kreisen, weil der Jugendtreff auch als Anlaufstelle für Flüchtlinge genutzt wurde. Nach dem Anschlag gab es eine Welle der Solidarität mit der Einrichtung.

9. Gedenkstein erinnert an den Mord der 14-jährigen Alyssa

Der Mord an der 14-jährigen Alyssa aus Eichwalde (Dahme-Spreewald) beschäftigt noch immer die Gemüter. Das Mädchen war am 18. November 2013 mit 78 Messerstichen so stark verletzt haben, dass sie auf offener Straße verblutete. Maurice M. hatte Alyssa im Internet kennengelernt.

Im November 2015 wurde ein Gedenkstein für Alyssa enthüllt

Im November 2015 wurde ein Gedenkstein für Alyssa enthüllt.

Quelle: G.I.

Als sie den Kontakt beenden wollte, lauerte er ihr in Eichwalde auf. Es kam zum Streit, dann stach Maurice M. mit einer 20 Zentimeter langen Klinge auf das wehrlose Mädchen ein. Der Täter wurde zu einer Freiheitsstrafe von 13 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Im November 2015 ist am Tatort ein Gedenkstein an Alyssa enthüllt worden.

10. 17-jährige Jüterbogerin erhält Post von Barack Obama

Anfang November hat die 17-jährige Jüterbogerin Celine Fischer den „Act Now Youth Award“ der Sauti Kuu-Stiftung erhalten, weil sie sich für Jugendliche und Flüchtlinge in ihrer Heimatstadt engagiert. Der erstmals vergebene Preis und die Stiftung wurden von Auma Obama ins Leben gerufen, der Halbschwester von US-Präsident Barack Obama.

Celine Fischer erhielt Post vom Präsidenten der USA, Barack Obama

Celine Fischer erhielt Post vom Präsidenten der USA, Barack Obama.

Quelle: Privat

Bei der Preisverleihung in Berlin war Obama eingeplant, musste aber kurzfristig absagen. Es gab eine Video-Botschaft. Als Entschädigung kam ein Brief mit einem großen Foto darin nach Jüterbog zu Celine Fischer. Voraussichtlich im März darf die Stadt dann hohen Besuch erwarten: Zwar wird nicht der Präsident, aber immerhin Auma Obama nach Jüterbog reisen, um Preisträgerin Celine Fischer noch einmal genauer kennenzulernen.

Von MAZonline

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