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Teltow-Fläming Gastronom fühlt sich von AfD überrumpelt
Lokales Teltow-Fläming Gastronom fühlt sich von AfD überrumpelt
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00:18 10.03.2017
Bruno Meier, Gastronom im Jüterboger „Bergschlößchen“.
Jüterbog

Am Donnerstagabend hat das Hotel-Restaurant „Bergschlößchen“ in Jüterbog einen Gast, an dem sich die Geister scheiden: Björn Höcke. Der AfD-Politiker aus Thüringen, der mit rechtsextremen Äußerungen aufgefallen ist, tritt dort auf Einladung der Brandenburger Landtagsfraktion seiner Partei auf. In Jüterbog formiert sich Protest. Wenig glücklich mit der Situation ist auch Bruno Meier, Inhaber und Betreiber vom „Bergschlösschen“.

Seit Bekanntwerden der AfD-Veranstaltung geraten Sie und Ihr Haus zunehmend in die Kritik, der Partei eine Plattform zu bieten. Ist das aus Ihrer Sicht berechtigt?

Ich denke nicht. Zum einen, weil wir bei der Vermietung des Saales gar nicht wussten, das hinter der Anfrage die AfD steckte. Das habe ich erst aus den Medien erfahren. Zum anderen, weil ich denke, dass man auch unliebsame Parteien nicht einfach ausblenden kann, sondern sich der Diskussion stellen sollte.

Sehen Sie es als eine Art Betrug, dass man Ihnen den wahren Charakter der Veranstaltung verheimlicht hat?

Das könnte man so sehen. Aber die Kollegin, die die Saalbestellung telefonisch entgegengenommen hat, war, wie bei jeder normalen Saalvermietung, gar nicht auf die Idee gekommen, Genaueres zu erfragen.

Vom Vertrag zurück zu treten, erwägen Sie dennoch nicht?

Wir haben uns im Mitarbeiterkreis zusammengesetzt und überlegt, wie wir mit der Situation umgehen wollen. Wir sind uns einig, dass wir zu unserem Wort stehen, und sehen die Veranstaltung auch als Chance zum Dialog. Das setzt natürlich voraus, dass sich an diesem Abend AfD-kritische Stimmen zu Wort melden und ihrerseits den Versammlungsteilnehmern die richtigen Fragen stellen.

Was halten Sie von den bereits geplanten Gegendemonstrationen?

Ich weiß nicht, ob man die Bevölkerung damit nicht eher spaltet. Miteinander zu diskutieren anstatt gegeneinander zu marschieren, halte ich für besser.

Beim Landesparteitag der AfD vor kurzem in Rangsdorf wurde das Seehotel, wo die Veranstaltung stattfand, heftig kritisiert und blieb mit einem angeschlagenen Ruf zurück. Fürchten Sie sich vor einer ähnlichen Reaktion in Jüterbog?

Wenn es so kommt, können wir auch nichts dagegen machen, dann ist es eben so. Dem Gastwirt in Rangsdorf geht es wie uns: Zum einen ist man froh über jede Vermietung, zum anderen ist es nicht unsere Aufgabe, Veranstaltungen zu zensieren. Genau deshalb finden in unserem Haus politische Veranstaltungen der verschiedensten Richtungen statt. Ich kann und will doch nicht entscheiden, ob die CDU den Saal bekommt oder die SPD oder wer auch immer. Das würde ja kein Ende nehmen. Was mache ich, wenn ein Sportverein kommt, in dessen Vorstand Leute aus einer Partei sitzen, die ich gerade nicht so mag?

Welche Partei wäre das?

Das gehört an dieser Stelle nicht in die Öffentlichkeit. Egal, wer mein Gast ist: Er wird davon nichts spüren. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) ist im Bergschlösschen schon ebenso zu Gast gewesen wie Ex-Kanzler Gerhard Schröder (SPD), der während seiner Amtszeit hier mit seiner Familie zwei Tage lang Urlaub machte. Diese professionelle Neutralität ist unser Markenzeichen. Was nicht heißt, dass ich als Privatmensch mit der AfD-Geschichte wirklich glücklich bin. Wäre es anders, wäre zur Kneipennacht am vergangenen Wochenende sicherlich bei mir keine Band mit einem dunkelhäutigem Schlagzeuger und Bühnenhelfern aufgetreten.

Haben Sie schon eine Vorstellung, wie die AfD-Veranstaltung am Donnerstag ablaufen wird?

Nein, aber ich hoffe, dass alles friedlich bleibt und viele Jüterboger kommen, die sich auf eine echte Diskussion einlassen und den AfD-Leuten kritische Fragen stellen.

Bürgerdialog der AfD und Protestveranstaltungen in Jüterbog

Die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat zu einem Bürgerdialog mit dem thüringischen AfD-Landtagsabgeordneten Björn Höcke a Donnerstag um 19 Uhr in das „Hotel Bergschlösschen“ eingeladen.

Gegen diesen Auftritt sind drei Protestveranstaltungen in Jüterbog geplant. Mit einem Friedensrundgang soll ab 17.30 Uhr an mehreren Orten an Kriege und ihre Opfer erinnert werden. Startpunkt des überparteilichen Rundgangs ist das Weltkriegs-Mahnmal an der Nikolaikirche. Ziel ist das Franzosendenkmal am Galgenberg in der Nähe von Höckes Auftrittsort.

Ein zweiter Protestzug beginnt um 18 Uhr am Wasserturm in der Straße Fuchsberge. Der Stadtverordnete Uwe Hüttner (Vereinigte Fraktion) will ein Zeichen für Integration und Toleranz zu setzen.

Beide Züge treffen sich am Franzosendenkmal und ziehen zur Wiese gegenüber von Höckes Auftrittsort an der Straße Fuchsberge.

Dort findet ab 18.30 Uhr eine Mahnwache statt, zu der Maritta Böttcher (Linke) und der Verein für soziale Selbstverteidigung aufrufen. „Wir müssen diesem Hetzer lautstark zeigen, dass er hier nicht willkommen ist“, sagt Böttcher.

Von Uwe Klemens

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