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Teltow-Fläming Gastronomen protestieren gegen Schweinemast
Lokales Teltow-Fläming Gastronomen protestieren gegen Schweinemast
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09:59 22.10.2013
Rosafarbene Protestkreuze gegen die geplante Schweinemastanlage wurden von Mirjam Schickram, Monika Alles, Ulrich Schöne und Bernd Schulz (v.l.) in Mellensee und Klausdorf verteilt. Quelle: Gudrun Ott
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Klausdorf

 35 Gewerbetreibende der Tourismus-Branche fordern den Bürgermeister und die Gemeindevertretung Am Mellensee auf, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die geplante Schweinemastanlage in Klausdorf zu verhindern. In einer Petition wird betont, dass Gastronomen, Hoteliers, Ferien hausbetreiber und andere Bürger Geld investiert hätten, weil die Kommune in einem Leitkonzept auf den sanften Tourismus gesetzt habe.

„Speziell die Gewerbetreibenden werden massiv in ihrer Existenz bedroht, einschließlich der rund 100 Arbeitsplätze, wenn die Schweinemastanlage genehmigt wird und als Folge der Tourismus deutlich zurückgeht“, heißt es in der Petition. Gestern legte Bürgermeister Frank Broshog den Gemeindevertretern die Petition vor.

Die Saalower Mast GmbH, die bereits in Saalow eine Schweinefarm betreibt, möchte auf dem Gelände der nahezu ungenutzten Rinderställe in Klausdorf eine weitere Mastanlage für 5000 Tiere etablieren. Der Genehmigungsantrag beim Landesumweltamt ist aber noch nicht gestellt.

Fakten zur Schweinemast

Im Land Brandenburg gibt es laut Landesumweltamt 97 Schweinemastanlagen, davon 62 mit mehr als 2000 Mastplätzen und davon wiederum 19 mit 5000 oder mehr Mastplätzen.
Den Landwirtschaftsämtern der Landkreise obliegt die jährliche Prüfung der Düngebilanzen der Landwirtschaftsbetriebe, also des Verhältnisses zwischen angefallenem Wirtschaftsdünger (zum Beispiel Gülle) zur landwirtschaftlichen Fläche. Die Prüfung der wasserrechtlichen Belange obliegt den unteren, zum Teil auch den oberen Wasserbehörden. Diese Belange sind Bestandteile des Genehmigungsverfahrens.
WievielPlatz einem Mastschwein zusteht, ist nicht genau festgelegt. Laut Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung ist zu gewährleisten, dass die Schweine gleichzeitig ungehindert liegen, aufstehen, sich hinlegen und eine natürliche Körperhaltung einnehmen können, dass sie nicht mehr als unvermeidbar mit Harn und Kot in Berührung kommen und einen trockenen Liegebereich haben. gs

Bürgermeister Frank Broshog will sich nun bei dieser Behörde nach eventuellen Einflussmöglichkeiten der Gemeinde erkundigen. Er sagte der MAZ: „Bezieht sich das Genehmigungsverfahren auf die Umwidmung der Ställe, können wir nur eine Stellungnahme abgeben. Geht es aber um die Neueinrichtung einer Mastanlage, wobei die jetzige praktisch nicht vorhandene Emission zugrunde gelegt würde, könnte die Gemeinde einen Bebauungsplan aufstellen.“

Marlies Konzack, Wirtin im Hotel „Seeblick“ Klausdorf, meint verärgert: „Ich habe dieses Haus vor 20 Jahren übernommen, weil hier Natur pur ist – und jetzt soll eine Anlage mit 5000 Schweinen entstehen? Das passt nicht zur Philosophie unseres Hauses und nicht in diese Landschaft. Die Gäste sprechen uns schon deswegen an.“ Auch Fischer Ralf Dowhaluk hat die Petition unterschrieben, denn: „Die Wasserqualität im Mellensee wird von Jahr zu Jahr schlechter, unter anderem auch wegen der Motorboote. Da fehlt uns so eine Schweineanlage gerade noch! Wir haben die Abgeordneten gewählt, damit sie unsere Interessen vertreten. Sollen wir jetzt wieder Schilder mit der Aufschrift ’Wir sind das Volk’ hochhalten?“ Ferienhaus-Vermieterin Marion Pods meint: „Am meisten Angst habe ich davor, dass der See umkippt, weil Schweinegülle über die Felder und übers Grundwasser eingespült würde. Dann könnte man den Tourismus hier vergessen. Wir werden weiter kämpfen.“

Die Einsender der Petition verlangen eine schriftliche Antwort der Gemeinde bis zum 18.November. Die Bürgerinitiative gegen die Schweinemast hat bisher mehr als 2000 Unterschriften gesammelt.

Von Gudrun Schneck

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