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Gauland macht Wahlkampf in Jüterbog

AfD-Spitzenkandidat unterwegs Gauland macht Wahlkampf in Jüterbog

Der AfD-Spitzenkandidat Alexander Gauland hat am Dienstagabend Jüterbog besucht, um den AfD-Direktkandidaten Klaus Riedelsdorf im Bundestagswahlkreis 60 im Wahlkampf zu unterstützen. Ein friedlicher Protest gegen die AfD auf dem Marktplatz begleitete die Veranstaltung.

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Alexander Gauland (M.) und Direktkandidat Klaus Riedelsdorf, sowie die stellvertretende AfD-Vorsitzende des Kreisverbands Teltow-Fläming, Martina Leisten.

Quelle: Peter Degener

Jüterbog. Der bundesweite Spitzenkandidat der AfD, Alexander Gauland, ist am Dienstagabend in Jüterbog aufgetreten, um den AfD-Direktkandidaten im Wahlkreis 60, Klaus Riedelsdorf, im Wahlkampf zu unterstützen. Zu dem Bürgerdialog kamen knapp einhundert Menschen in den Saal der Gaststätte „Schmied zu Jüterbog“.

Rund einhundert Menschen kamen zum Bürgerdialog der AfD in den Saal des „Schmiedt zu Jüterbog“ am Dienstagabend

Rund einhundert Menschen kamen zum Bürgerdialog der AfD in den Saal des „Schmiedt zu Jüterbog“ am Dienstagabend

Quelle: Peter Degener

Nach einer Schweigeminute für die Opfer der jüngsten Terroranschläge in Spanien und Finnland sprachen Riedelsdorf und Gauland und beantworteten knapp zwei Stunden lang die Fragen aus dem Publikum. Sie warben für die AfD als „einzige konservative Partei in Deutschland“, so Klaus Riedelsdorf.

Der Logistiker Riedelsdorf will in den Verkehrsausschuss

Der 51-Jährige Riedelsdorf war Geschäftsführer eines Logistik-Unternehmens in Brandenburg an der Havel, bevor er 2015 der Landesgeschäftsführer der Brandenburger AfD wurde. In seinem Eingangsstatement kündigte er an, dass er sich im Falle seiner Wahl bemühen wolle in den Verkehrsausschuss des Bundestags zu kommen. Er sei gegen Fahrverbote für Dieselfahrzeuge und halte die Priorität von Personenzügen vor dem Güterverkehr auf Schienen für falsch.

Auf die Frage eines Jüterbogers zu mangelndem Wohnraum, bekannte er sich zum sozialen Wohnungsbau ohne finanzielle Vorbehalte. Zur Wohnraum-Situation in Jüterbog könne er sich nicht äußern.

Das Podium am Dienstagabend

Das Podium am Dienstagabend.

Quelle: Peter Degener

Die angesprochenen Themen reichten von der Außenpolitik in Bezug auf Donald Trump oder die Sanktionen gegen Russland über doppelte Staatsbürgerschaft und Rundfunkgebühren. Alexander Gauland sprach in seinem Grußwort von der Normalität, die im Gedenken an Terroropfer mittlerweile existiere. „Wie oft sind wir jetzt schon im Gedenken aufgestanden, haben uns wieder hingesetzt und leben weiter wie bisher? Ich will mich nicht an den Terror gewöhnen“, sagte Gauland.

Gauland will im Bundestag wieder Grundsatzdebatten führen

Er wolle bei einem Einzug der AfD in den Bundestag wieder Grundsatzdebatten führen, die er mittlerweile vermisse. „Früher war das Parlament der Resonanzboden der gesellschaftlichen Auseinandersetzung. Was ist es jetzt? Die Abnick-Organisation einer Bundeskanzlerin, die keine Demokratin mehr ist“, sagte Gauland unter großem Applaus.

„Ich warne davor Journalisten als Feinde zu betrachten“

Auch zur Zusammenarbeit mit Journalisten äußerte Gauland sich, nachdem er zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk befragt wurde. „Ich warne davor Journalisten als Feinde zu betrachten. Es gibt Journalisten, die machen ihren Beruf ordentlich und andere, die von vornherein Tatsachen ausblenden oder Meinungen unterdrücken und handwerklich pfuschen“, so Gauland, der auch als Publizist und Herausgeber Karriere gemacht hat. Neben der MAZ war auch eine Reporterin des ARD-Hauptstadtstudios und ein Mitarbeiter der „Stuttgarter Zeitung“ vor Ort, der den Wahlkampf der AfD begleitet.

Ein Bürger fragte, wieso man dem Direktkandidaten Riedelsdorf seine Erststimme geben solle, da er gegenüber den Kandidaten von CDU, SPD oder Linke keine Aussicht auf die meisten Stimmen hätte. „Ich wäre vorsichtig, was realistisch ist. Wir haben schon Direktmandate gewonnen“, sagte Gauland. Angesichts von insgesamt neun Kandidaten im Wahlkreis 60 sei es „nicht unerreichbar“, die stärkste Kraft zu werden, sagte Riedelsdorf.

Friedlicher Protest gegen den Gauland-Auftritt

Auf dem Markt wurde friedlich gegen den Auftritt Gaulands protestiert

Auf dem Markt wurde friedlich gegen den Auftritt Gaulands protestiert.

Quelle: Peter Degener

Direkt vor der Gaststätte am Jüterboger Marktplatz kam es zu einem kleinen, friedlichen Protest mit rund 25 Teilnehmern, zu dem die örtliche SPD und Jusos aufgerufen hatten. „Es ist Pflicht der Demokraten, sich zu zeigen. Dadurch, dass Alexander Gauland diese Partei mit leitet, unterstützt er auch echte Faschisten in dieser Partei“, begründete Eveline Neumann von der Jüterboger SPD den Aufruf zum Protest.

Zugleich forderten die Protestler ein respektvolles Miteinander im Wahlkampf und der politischen Debatte. „Wir haben bewusst keine Trillerpfeifen mitgebracht, sondern wollen in einen politischen Diskurs treten, um die besten Lösungen zu finden“, sagte der Jüterboger SPD-Landtagsabgeordnete Erik Stohn.

Nach Angaben der Polizei, die mit mehreren Fahrzeugen und rund 15 Beamten auf dem Markt Präsenz zeigte, verlief der gesamte Abend friedlich.

Von Peter Degener

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