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Teltow-Fläming Gebote auf Blumenblättern
Lokales Teltow-Fläming Gebote auf Blumenblättern
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00:17 10.03.2016
Pfarrer Bernd Dechant erinnerte am Weltgebetstag der Frauen an die Geschichte Kubas. Quelle: Foto: Krischan Orth
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Ludwigsfelde

Die evangelische Kirchengemeinde in Ludwigsfelde hatte am Freitagabend zum ökumenischen Weltgebetstag der Frauen geladen. Jährlich bereitet ein anderes Land den Gebetstag vor; in diesem Jahr war es Kuba. Jedes verantwortliche Gastland stellt seine eigene Gebetsordnung auf, die weltweit begangen wird. In Kuba feierten Menschen aus 30  christlichen Konfessionen den Weltgebetstag. Das Motto lautete: „Nehmt Kinder auf und ihr nehmt mich auf“, getreu dem Wortlaut des Markusevangeliums.

Pfarrer Bernd Dechant erinnerte an die Geschichte Kubas. Von der Entdeckung 1492 bis zum Jahr 1898 war Kuba spanische Kolonie. Aus Westafrika wurden etwa 750 000 Menschen für die Zuckerproduktion versklavt. Die afrikanische Bevölkerung brachte ihre eigenen Kulte mit, die sich mit der christlichen Liturgie durchmischten, die Religion der „Santería“ entstand. Mit Hilfe der USA gelang Kuba die Unabhängigkeit, wurde fortan aber stark von seinem Bündnispartner dominiert, der seine Militärbasis Guantánamo bis heute dort betreibt. Religiöse Freiheit wurde im Castro-Kuba erst 1992 per Gesetz zugebilligt.

Auch in Ludwigsfelde gestalteten die Frauen den liturgischen Ablauf. In Dialogen und Szenen sowie spanischen Liedern in deutscher Übertragung, wurde der Gottesdienst gefeiert. Lucia Klatte gehört zum Organisationsteam. Sie fühlt sich besonders dem ökumenischen Gedanken verbunden, denn sie gehört der katholischen Gemeinde in Ludwigsfelde an. „Zwei Proben“, sagt sie, so haben die zwölf Frauen der verschiedenen Konfessionen sich auf diesen besonderen Gottesdienst vorbereitet.

Hintergrund

Der Weltgebetstag ist eine Bewegung, die Frauen in den USA gründeten, die sich der Ökumene annahmen.

1927 wurde der Weltgebetstag das erste Mal weltweit begangen, auch in Deutschland. 1929 nahmen 30 Länder an dem Gottesdienst teil. Heute wird er in mehr als 100 Ländern gefeiert.

Die Philippinen stiften die Gottesdienstordnung für den nächsten Weltgebetstag.

Dazu gehörte auch die Papierblume im Inneren der Gebetsordnung, die den Gläubigen mit auf den Weg gegeben wurde. Es handelt sich um den Schmetterlingsjasmin, Kubas Nationalblume. In ihren Blättern gehüllt, so heißt es, versteckten die Frauen der Freiheitskämpfer ihre Nachrichten. Die Ludwigsfelder und die Betenden in aller Welt waren aufgefordert, darauf das niederzuschreiben, wozu sie sich verpflichten wollen.

„Mehr Geduld mit Pediga-Anhängern“, hat sich Hans-Christoph Rieth geboten. Er wünscht sich in der Diskussion mehr Gelassenheit. Sebastian Liepraschk erhofft sich „mehr Toleranz und Vertrauen den Mitmenschen entgegenzubringen“. Leon Paralis, Schüler aus Potsdam, hat auf seinem Blatt notiert: „Mehr auf Mitmenschen achten.“ Oft sei es schwer, gerade in ungerechten Situationen gegen andere fair zu bleiben, sagt er.

Jüngere Gemeindemitglieder haben vor allen Dingen ihre Zukunft im Blick. „Ich möchte was aus meinem Leben machen“, sagte Dana Retzlaff, Schülerin der 10.  Klasse der Dabendorfer Gesamtschule.

Von Krischan Orth

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