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Teltow-Fläming Gedenken am
Lokales Teltow-Fläming Gedenken am
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13:25 28.10.2013
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Ludwigsfelde

Auf einem Buch stehen Bauklötze, liegt ein Ball, sitzt ein Teddy, daneben lehnt ein Drachen. "Verlassenes Spielzeug" heißt das Grabmal.

Es symbolisiert nicht nur das Spielzeug, das gestorbene oder verunglückte Kinder hinterlassen. Es steht auch für all das Spielzeug, das Eltern oder Großeltern in Erwartung von Familienzuwachs mit einem Kind oder Enkel verband. Doch dann hatte das neue Leben den Schritt auf diese Erde nicht geschafft. An dem zentralen Grabmal können Angehörige und Freunde Blumen oder andere Dinge zum Gedenken ablegen.

Seit September hatte die Stadtverwaltung Ludwigsfelde auf ihrem größten kommunalen Friedhof das Grabfeld zur Bestattung von Kindern und Totgeburten für etwas mehr als 10000Euro neu gestaltet. Zurzeit gibt es dort 23 Kindergräber und elf Gräber von Totgeborenen. Ganz unterschiedlich intensiv werden diese Grabstellen von Angehörigen gepflegt. Jährlich muss mit mindestens einer neuen Bestattung in diesem Bereich gerechnet werden, teilt die Friedhofsverwaltung mit. Besonders schwer sei es angesichts des Charakters dieses Grabfeldes gewesen, dem unterschiedlichen Alter und dem Schicksal der verstorbenen Kinder sowie dem unterschiedlichen Bedürfnis der nächsten Angehörigen zum Besuch des Friedhofs und zur Bewältigung der Trauer gerecht zu werden. Beerdigt werden in dem neu gestalteten Areal Kinder, die nur einen Tag oder bis zu fünf Jahre alt wurden. Die Flächen zwischen vorhandenen Gräbern sowie die Wege wurden mit Mulch angelegt. Sogenannte Vorhalteflächen, Grabflächen für Totgeburten und ungepflegte Grabstellen wurden mit bodendeckenden Stauden bepflanzt. Auf Nebenflächen kamen Stauden für schattige Bereiche in den Boden. Geplant und bebaut wurde das Grabfeld von den Mitarbeitern des Bereichs Friedhöfe im Sachgebiet Kommunalservice. Unterstützung bekamen sie von der Zaunbau-Firma Günter Zehle sowie dem Steinmetzmeister Matthias Klotz.

Das Grabmal stammt vom Jühnsdorfer Steinmetzmeister Roland Riesenberg. Er hat die vor einigen Jahren geborene Idee des Friedhofsverwalters umgesetzt. "Jedes Stück, das man gestaltet, sollte einen ganz direkten Bezug zu den Menschen haben, für die man arbeitet. So war es auch bei diesem Auftrag", erklärt der 53-Jährige. Manchmal dauere es nur Tage, aber manchmal eben auch Wochen oder Monate, bis neben dem Alltag eine ganz spezielle Idee gereift ist.

Die Spielzeugteile für dieses besondere Grabmal wollte er mit verschiedenen Oberflächen gestalten. So haben die Bauklötze eine aufwendige Scharrierung. "Die bekommt man nur mit einem etwa zehn Zentimeter breiten Werkzeug hin. Für eine Kugel dagegen geht das gar nicht", erklärt er. Den Sandstein in die speziellen Formen zu bringen, war schwierig: das Buch wegen seiner Größe, der Drachen wegen seiner geringen Stärke und der Teddy wegen seines Gesichtsausdrucks.

Von Jutta Abromeit

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