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Teltow-Fläming Gedenken auf Friedhöfen und Fußballplätzen
Lokales Teltow-Fläming Gedenken auf Friedhöfen und Fußballplätzen
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11:18 16.11.2015
Schweigeminute auf dem Fußballplatz vor der Partie RSV Waltersdorf (Foto) gegen Grün-Weiß Brieselang. Quelle: Oliver Schwandt
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Dahmeland-Fläming

Die Bluttaten von Paris haben in der Region Dahmeland-Fläming Trauer und Entsetzen ausgelöst. Vielerorts wurde auf Halbmast geflaggt – und zwar nicht allein wegen des Volkstrauertages –, in Kirchen griffen Pfarrer das Geschehen in ihren Predigten auf und selbst bei Fußballspielen wurden Gedenkminuten eingelegt.

Am Rande eines Workshops zum Wohnungsmarktkonzept der Stadt Luckenwalde mit Stadtverordneten und lokalen Wohnungsakteuren erklärte Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) am Sonnabend im Rathaus ihre tiefe Betroffenheit. „Angesichts dieses Terror-Infernos in einer Dimension und mit Folgen, die noch gar nicht absehbar sind, kam mir der Gedanke, wie klein und nebensächlich das ist, was wir heute in unserem Workshop tun wollen“, sagte sie. Und dennoch mache es in ihren Augen Sinn, genau das zu tun, was man sich vorgenommen hatte, um klarzumachen, dass die Absicht der Terroristen nicht aufgeht. „Wir sind nicht in Schockstarre gelähmt, sondern wir trotzen und wollen unsere Luckenwalder Zukunft gestalten“, sagte sie.

Peter Ilk, Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Teltow-Fläming. Quelle: Elinor Wenke

Tief erschüttert zeigte sich Baruths Bürgermeister Peter Ilk (parteilos). „Die Anschläge zeigen, dass der Krieg nicht zu Ende ist“, sagte er, „wir alle müssen wachsam sein und dafür Sorge tragen, dass der Frieden bei uns erhalten bleibt.“ Als Kreisvorsitzender des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge in Teltow-Fläming gehörte er zu den Initiatoren der Gedenkveranstaltung zum Volkstrauertag am Sonntag in Luckenwalde.

Mit „großer Bestürzung“ hat Teltow-Flämings Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) die Nachricht von den Terroranschlägen aufgenommen. „Meine Gedanken sind bei den Familien und Angehörigen der Opfer“, sagt sie. Wehlan setze nun auf die professionelle Arbeit der Sicherheitsbehörden, die eine große Verantwortung zu tragen hätten. Auch LDS-Landrat Stephan Loge verurteilt „den abscheulichen Terrorismus aufs Schärfste“, sagt er: „Mein Mitgefühl gilt den betroffenen Angehörigen und dem ganzen Land.“ Der Landkreis werde die Flaggen vorerst auf Halbmast lassen.

Gerhard Kalinke, Kreistagsvorsitzender TF. Quelle: Klaus Schlage

„Der Anschlag auf Paris war ein symbolischer Anschlag auf die freie, demokratische Welt“, sagt der Vorsitzende des Kreistages Teltow-Fläming, Gerhard Kalinka (Bündnisgrüne). Es handele sich nicht um einen Konflikt zwischen Muslimen und Christen, sondern zwischen „hasserfüllten Terroristen und der Demokratie“. Der IS habe die Religion gekapert, „um seine Mordtaten zu rechtfertigen.“ Kalinka warnte davor, Flüchtlinge zum Sündenbock zu machen. „Ich selbst betreue Muslime als Doktoranden“, so Kalinka, „sie distanzieren sich von dem Terror und haben Angst, von den Deutschen abgestempelt zu werden.“

Sein Amtskollege aus Dahme-Spreewald, Martin Wille (SPD), zeigt sich ebenfalls betroffen. „Wir alle sind von den Geschehnissen in Paris zutiefst erschüttert“, sagt er, „ich hoffe, dass die Angehörigen der Opfer gute Freunde finden, die ihnen helfen.“

Pfarrer Jürgen Behnke schloss beim Gedenk-Gottesdienst zum Volkstrauertag in der Dankes-Kirche Halbe in seinem Fürbitte-Gebet die Opfer des Terroranschlags in Frankreich ein. Auch in der Gemeinde Heidesee wurden die Terroranschläge beim Gedenken zum Volkstrauertag angesprochen, berichtet der frühere Gemeindevertreter Dietmar Licht: „Übereinstimmend und parteienübergreifend wurde dazu aufgerufen, alles dafür zu tun, Kriege zu verhindern und vor allem aktuelle Kriege und den international anwachsenden Terror zu beenden. Besonders unter dem Eindruck der erschreckenden Ereignisse von Paris haben die anwesenden Gemeindevertreter, die Mitglieder der SPD und der CDU sich zur Solidarität mit Flüchtlingen und Vertriebenen bekannt.“

Auch im Sport ist die Betroffenheit groß – nicht zuletzt weil ein Fußball-Länderspiel ein Attentatsziel war. Schweigeminuten gab es auf vielen Plätzen im Fußballkreis Dahme/Fläming, unter anderem in Wernsdorf, Waltersdorf, Zossen, Sperenberg und Mittenwalde. „Ich bin schockiert über die Ereignisse in Paris. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich diese Anschlagserie nicht noch weiter ausweitet“, sagt Konrad Stadelmeyer, Trainer der Nachwuchskicker bei SV Frankonia Wernsdorf.

Von Elinor Wenke, Heidrun Voigt, Gerlinde Irmscher und Oliver Schwandt

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