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Teltow-Fläming Geflüchtete Frauen sollen ihre Rechte kennenlernen
Lokales Teltow-Fläming Geflüchtete Frauen sollen ihre Rechte kennenlernen
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21:45 24.08.2016
Gleichstellungsbeauftragte Monika von der Lippe und die Sozialpädagoginnen Angela Rößler und Kathrin Wespatat (v.l.) mit einem Plakat, wie es bald in allen Flüchtlingsunterkünften hängen soll. Quelle: Gudrun Ott
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Ludwigsfelde

Auf die Rechte von nach Deutschland geflüchteten Frauen muss besonders geachtet werden. Denn die meisten von ihnen kennen die Gleichberechtigung, wie sie Frauen hierzulande zusteht, nicht aus ihren Heimatländern.

Das betonte Monika von der Lippe, Gleichstellungsbeauftragte des Landes Brandenburg, als sie am Mittwoch die „Pro Familia“-Beratungsstelle in Ludwigsfelde besuchte und sich über ein Projekt zur Schulung von Fachkräften aus der Flüchtlingshilfe informierte. Den vielen Frauen und Mädchen, die aus Krisen- und Kriegsgebieten geflüchtet sind, soll eine – ihrem kulturellen Hintergrund gemäße – medizinische und psychosoziale Versorgung angeboten werden.

Flüchtlingshelfer sollen geschult werden

Das setzt voraus, dass die Helfer auch wissen, welche Rechte und Unterstützungsmöglichkeiten es bei den Themen Sexualität und Schwangerschaft gibt. Die Sozialpädagoginnen Kathrin Wespatat und Angela Rößler von „Pro Familia“ sind dabei, entsprechendes Schulungsmaterial zu entwickeln. Monika von der Lippe, die seit einem Jahr im Amt ist, hat dieses Projekt mitangeregt.

„Ich habe mich von Anfang an mit der Situation geflüchteter Frauen beschäftigt und weiß, dass viele von ihnen schwanger sind, sie aber ihren Anspruch auf Vorsorge, der ihnen von Gesetz wegen zusteht, gar nicht kennen“, sagte sie, „um diese Frauen zu erreichen, ist es wichtig, die Helfer in den Flüchtlingsunterkünften entsprechend zu schulen.“

Zu wenige Hebammen und Frauenärzte in Brandenburg

Oft sei der Zugang zu den geflüchteten Frauen schwierig. „Wir müssen die Multiplikatoren ausbilden“, sagte Kathrin Wespatat. Und Angela Rößler ergänzte: „Über die Schulung hoffen wir, viele Flüchtlingsfrauen zu erreichen.“ Das Land Brandenburg habe zu wenig weibliche Frauenärzte und zu wenige Hebammen, hieß es und vor allem muslimische Frauen würden deshalb nach Berlin ausweichen.

Monika von der Lippe sieht die Geflüchteten mit ihren Kindern auch als eine Chance dem demografischen Wandel entgegenzuwirken. „Das Land Brandenburg kann froh sein, so viele Familien zu bekommen.“ Ihre Integration werde sich positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. Ein Kopftuchverbot – wie im Falle einer geschassten Praktikantin im Luckenwalder Rathaus – hält die Gleichstellungsbeauftragte hingegen für ein falsches Signal.

Von Gudrun Ott

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