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Geisterstunde mit dem Gruselautor

Blankenfelde Geisterstunde mit dem Gruselautor

Ein echter Schriftsteller aus Fleisch und Blut war am Montag in der Blankenfelder Wilhelm-Busch-Schule zu Gast. Die Klasse 5a hatte einen Lesevormittag mit dem Berliner Autor Stephan Hähnel gewonnen. Mit seiner Hilfe sollten die Schüler eine Gruselgeschichte schreiben.

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Stephan Hähnel (h.) lehrte die Klasse 5a das Gruseln.

Quelle: Christian Zielke

Blankenfelde. Im Klassenraum herrscht Stille wie bei einer Klassenarbeit. Nur das Kratzen der Stifte auf dem Papier ist zu hören. Doch es geht nicht um Zensuren. Das Ergebnis soll spannend sein, im besten Fall jagt es dem Zuhörer einen kalten Schauer über den Rücken. Die Schüler der 5a der Blankenfelder Wilhelm-Busch-Grundschule hatten am Montag eine ganz besondere Unterrichtstag, an dessen Ende sie eine möglichst gruselige Geschichte schreiben sollten.

Wie erzeugt man Spannung? Welche gruseligen Wesen gibt es? Der Berliner Autor Stephan Hähnel nahm die Schüler mit auf die Reise in die Welt der unheimlichen Wesen und der überraschenden Wendungen. Bei einer Verlosung der MAZ-Kinderseite hatte die Klasse den Lesevormittag mit dem Schriftsteller gewonnen.

Horrorclowns und verlassene Häuser erzeugen gruselige Gefühle

Hähnel gilt als Meister des schwarzen Humors und der Spannung. Mehr als zehn Bücher für Kinder und Erwachsene hat der 55-Jährige geschrieben. Fast immer geht es um Mord, Totschlag oder gruselige Gestalten. Die kennt das junge Publikum auch schon. Zombies, Mumien, Werwölfe, Vampire, Spinnen, Horrorclowns – die Liste der Antworten auf Hähnels Frage, wovor die Schüler Angst haben, war lang. Typische Gruselorte sind Friedhöfe, verlassene Häuser, Bunker und Wälder – eben dort, wo die Knie beginnen zu zittern und sich im Magen ein flaues Gefühl einstellt. Als Aufwärmübung las Hähnel eine Geschichte vor, die mittendrin stoppte. Wie es weitergeht, sollten die Schüler selbst entscheiden.

Der Schriftsteller gab auch schriftstellerisches Handwerkszeug mit auf den Weg. Kurze Sätze erzeugen Spannung, Dialoge ziehen den Leser in die Handlung hinein, erklärte er. Ansonsten verließ er sich auf die Phantasie, die grenzenlos ist. „Ich bin immer wieder erstaunt, welche Ideen die Kinder haben“, sagt Hähnel. Manchmal, vor allem in Berliner Problemschulen, sei er erschrocken, welche Gedanken dort aufs Papier kommen. Da geht es blutrünstig zu, wie in einem Horrorfilm. In Zeiten von Fernsehen, Internet und Computerspiele macht die Angst auch vor Kinderzimmertüren nicht Halt. Hähnel formulierte deshalb vorher klare Regeln: Keine Filme, Bücher oder Spiele nacherzählen, keine Namen von Mitschülern oder Lehrern und keine übermäßige Gewalt sollten in die eigene Geschichte fließen.

Am Ende des Lesevormittags durften die Schüler selbst schreiben

Dass die Schüler schreiben können, haben sie bereits mit ihren Einsendungen an die MAZ bewiesen, von denen einige auf der Kinderseite abgedruckt wurden. „Das war eine Riesen-Motivation“, sagt Klassenlehrerin Sventje Marquardt. Wochenlang hatten sie sich auf den Vormittag mit einem echten Schriftsteller gefreut, gelesen und geschrieben.

Der elfjährige Gene Baylis greift in seiner Freizeit ohnehin gerne zu Papier und Stift. „Ich mag es Geschichten zu schreiben“, sagt er. Mal handeln sie von Katzen und Hamstern, mal von seinen Gedanken und Erlebnissen. In seinem Kinderzimmer hat er ein Tagebuch. Alissa Klein hatte schnell eine Idee für ihre eigene Gruselgeschichte. Die Hauptrolle soll eine Vogelscheuche spielen, die in einem Vorgarten steht und an der Alissa und ihre beste Freundin täglich vorbei gehen. Eines Tages ist die Vogelscheuche verschwunden und stellt den beiden Mädchen nach – den Rest will die Elfjährige nicht verraten. Schließlich darf man die Spannung nicht kaputt machen,

Von Christian Zielke

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