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Teltow-Fläming Gelungene Premiere
Lokales Teltow-Fläming Gelungene Premiere
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00:19 12.10.2017
Erinnerungen an den Leidensweg von 1100 Zwangsarbeiterinnen ließ Andrea Klucke auf dem Gutshof lebendig werden. Quelle: Marina Ujlaki
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Genshagen

Eine pannenreiche Generalprobe ist ein gutes Omen für die Premiere, besagt ein alter Aberglaube. Für den theatralen Spaziergang „Performing Genshagen“ musste die Generalprobe vorige Woche wegen des Orkans „Xavier“ gleich komplett ausfallen. Am Wochenende stellte also eine Gruppe von Laienspielern und Künstlern ihr gemeinsames Theaterprojekt ohne Generalprobe vor – mit überwältigendem Erfolg. Seit Mai hatten sich die Akteure intensiv mit dem Dorf beschäftigt und den Forschungsspaziergang vorbereitet. Sie waren einem Aufruf des Vereins für zeitgenössische Kunst und Kultur „VorOrtung“ e.V. gefolgt, der dann auch bei der künstlerischen Umsetzung half.

Premierentreff war am Freitagabend die Genshagener Dorfstube. Von dort aus nahmen die Akteure Diemo Gumprecht, Andrea Klucke, Hartmut Klucke, Ellen Kopsch, Rainer Kopsch und Maren Ruden die Zuschauer auf ihrem Rundgang mit. Sie erzählten vom täglichen Leben und von fantasievollen Welten, von Momenten der Vergangenheit voller Schrecken und Hoffnung. „Ohne den Lärm wäre Genshagen ein Paradies. Es gibt viel zu entdecken. Versuchen Sie, den Bäumen zu lauschen“, forderte der 13-jährige „Forschungsleiter“ Diemo die Gäste des Spaziergangs auf.

Annemarie Bergemann (li.) und Helga Freyer erhielten wie alle Zuschauer eine große Lupe für die Entdeckungstour durch Genshagen. Quelle: Marina Ujlaki

Nachdenklicher Höhepunkt

So lasen Rainer Kopsch und Diemo Gumprecht auf dem Dorfanger am Fuß einer alten Eiche eine poetische Geschichte, auf dem Friedhof und in der Dorfkirche erinnerten Maren Ruden und Ellen Kopsch an Kindheit und Vergänglichkeit, am Schloss versetzte Hartmut Klucke die Zuschauer rund 200 Jahre zurück, als nebenan die Schlacht von Großbeeren tobte.

Zum nachdenklichen Höhepunkt des Rundgangs gestaltete sich auf dem Gutshof und in der Brennerei ein Einblick in die Leidensgeschichte von 1100 Zwangsarbeiterinnen, die während der Nazizeit im KZ-Außenlager Genshagen arbeiten mussten.

Macher wollen Publikum inspirieren

„Es ist eine ungewohnte Form von Theater. Aber wir konnten erleben, wie offen alle Beteiligten reagierten,“ freute sich Laura Söllner, neben Scharon On eine der beiden künstlerischen Leiterinnen des Projekts. „Es ist wie das Öffnen eines Fensters. Vielleicht inspirieren wir das Publikum, sich näher mit der Geschichte zu befassen“, sagte sie weiter.

Die Ludwigsfelderinnen Annemarie Bergemann und Astrid Kobsch bestätigten genau das: „Sonst fährt man nur so durch den Ort. Und obwohl wir in der Nachbarschaft wohnen, haben wir viel Neues über Genshagen erfahren“, waren sie sich einig.

Von Marina Ujlaki

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