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Gelungener Auftakt der Theatersaison

Luckenwalde Gelungener Auftakt der Theatersaison

Der Start in die neue Veranstaltungssaison des Stadttheaters war ein gelungener und umjubelter Mix aus Musik und Schauspiel, Kunst und Historie. Das Konzept der Vielseitigkeit hat sich dabei erneut als Glücks (-und Publikums) -bringer erwiesen.

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Das Richard-Melchior-Trio unterhält zu fünft das heimische Publikum.

Luckenwalde. Ein Flügel, eine weiße Treppe , sechs Stühle und ein paar Tupfer farbigen Lichts – mehr an Dekoration brauchte es nicht, um am Samstagabend den großen Saal des Luckenwalder Stadttheaters zum Kochen zu bringen. Die vergleichsweise spartanische Bühnenausstattung machen die vor 13 Jahren gegründeten „Comedian Harmonists Today“ mit dem warmen Klang ihrer Stimmen mehr als wett. Um das Sextett zu verpflichten, hat Theaterleiter Andreas Kitzing sogar den Termin für die Eröffnung der 87. Saison um eine Woche vorverschoben. Dass er damit den richtigen Riecher hatte, bewies am Ende des knapp zweistündigen Konzertes der frenetische Applaus im beinahe ausverkauften Haus.

Schwere Kost mit leichter Geste

Dabei ist die Kost, die die weltweit gefeierten Sänger mit ihrem aktuellen Programm „Ein neuer Frühling“ ihrem Publikum servieren, alles andere als leicht. In sparsam inszenierten Spielszenen erzählt das Sextett den Auf- und Niedergang des vor 90 Jahren in Berlin gegründeten Gesangsensembles Comedian Harmonists. Binnen kürzester Zeit galt das Ensemble als Straßenfeger und bescherte den Veranstaltern volle Häuser, dem Publikum musikalischen Genuss und den Sängern ungeachtet der Weltwirtschaftskrise ein einträgliches Einkommen.

Den Herrschern des nationalsozialistischen Deutschlands waren die Unbeschwertheit der Texte, der englische Name und die Tatsache, dass drei der Sänger Juden waren, ein Dorn im Auge. Das Auftrittsverbot bedeutete das Aus und die Trennung der Gruppe. Trotz mehrerer Anläufe in neuer Besetzung gelang es nicht, den Glanz der Original-Besetzung wiederzubeleben.

Drei Zugaben nach bewegendem Konzert

Drei Zugaben verlangten die Luckenwalder Zuhörer den Männern ab, die sich seit 2004 darum bemühen, das musikalische Erbe ihrer Vorbilder zu bewahren. „Ein neuer Frühling“ ragt weiter darüber hinaus.

„Wir sind gezielt hierher gekommen, um das Ensemble zu erleben und ich fand, es war eine gelungene Mischung aus Theater, Gesang und Geschichte“, befand Ute Schneider im Anschluss, während Ehemann Erik, der die 30er Jahre als Kind jüdischer Eltern noch gut in Erinnerung, nach Worten rang. „In einer Zeit, in der der Rassismus wieder auflebt, war dieser Abend für mich wie ein frischer Wind“, sagt der 81-Jährige sichtlich bewegt.

Aftershowparty mit lokalen Akteuren

Der zweite Teil des Theaterfestes gehörte dem Luckenwalder Richard-Melchior-Trio, das sich Verstärkung organisiert hatte und zur Aftershowparty mit Swing, Jazz und Weltmusik im Theaterkeller nicht weniger gefeiert wurde, als „Comedian Harmonists Today“ zuvor.

Der offensichtlich gelungene Mix ist für Andreas Kitzing Bestätigung und Mutmacher zugleich, dass auch die neue Saison ein Erfolg wird. „Nicht nur auf einer Schiene zu fahren, ist vielleicht unser Erfolgsrezept“, sagte Kitzing.

Von Uwe Klemens

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