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Gemeinde sucht mysteriösen Gasspeicher

Großbeeren Gemeinde sucht mysteriösen Gasspeicher

Gibt es unterhalb von Heinersdorf einen unterirdischen Gasspeicher oder nicht? Die Frage müsste eigentlich leicht zu beantworten sein, ist sie aber nicht. Die Gemeinde Großbeeren und der Landkreis Teltow-Fläming suchen nach der Wahrheit über den mysteriösen Speicher.

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ODie sdorfer Straße zwischen dem Großbeerener Ortsteil Heinersdorf und Berlin – hier irgendwo soll der Gasspeicher sein.

Quelle: Foto: Abromeit

Großbeeren. Liegt zwischen dem Großbeerener Ortsteil Heinersdorf und der Stadtgrenze Berlin ein Gasspeicher im Untergrund? Diese Frage kann zurzeit nicht eindeutig beantwortet werden. Sowohl im Rathaus Großbeeren als auch im Kreishaus in Luckenwalde versuchen Verwaltungsangestellte das zu klären. Tatsächlich verläuft dort eine Gasleitung. Aber gibt es dort das zusätzliche Sicherheitsrisiko eines Gasspeichers? In Zeiten von Terroranschlägen kann das eine durchaus sicherheitsrelevante Frage sein.

Aufgeschreckt durch Planungsunterlagen vom Land

Aufgeschreckt hat die Behörden der Gemeindevertreter und Kreistagsabgeordnete Dirk Steinhausen (CDU). Er macht mit einer Anfrage im Kreistag öffentlich, was bei den Diskussionen der zurückliegenden anderthalb Jahre zu potenziellen Wohnbaugebieten im Zuzugsort Großbeeren aufgefallen war: Alle vom Land bestätigten Planungspapiere weisen nördlich von Heinersdorf einen solchen Untergrundspeicher aus. Steinhausen sagt: „Der Gemeinde Großbeeren wird jedes Jahr bescheinigt, dass die Stellungnahme des Brandenburger Landesamtes für Bergbau, Geologie und Rohstoffe in Cottbus mit einem Gasuntergrundspeicher seine Richtigkeit besitzt.“ Die Existenz ist damit aus alten Unterlagen einfach immer wieder übernommen worden. Gemeinde und Kreis fragten im Landesamt nach und bekamen diesen Speicher nicht bestätigt.

Gasfirma kennt keinen Speicher in Großbeeren

Auch bei einer seit Jahrzehnten in der Region arbeitenden Firma in Mittenwalde, der Untergrundspeicher- und Geotechnologie-Systeme GmbH im Nachbarkreis Dahme-Spreewald, weiß man nichts von einem solchen Speicher. Marco Prehn aus dem Fachbereich Bohren sagte auf MAZ-Nachfrage: „Mir ist im Gemeindegebiet Großbeeren kein Untergrundspeicher bekannt.“ Der Experte erklärt, natürliche Gasspeicher erforderten geologische Formationen, die dieses Medium in Wasser, porösem Boden oder Salzstöcken speichern könnten. „Doch sowas haben wir bei uns hier nicht“, sagt Prehn.

Dirk Steinhausen: „Es ist zum Verzweifeln“

Für Steinhausen ist das „zum Verzweifeln“. Steinhausen weiter: „Eine Landesbehörde, die zwei sich widersprechende Stellungnahmen verkündet, verspielt das Vertrauen der Bürger.“ Aus der Kreisverwaltung hatte er eine Antwort von Silke Neuling bekommen, der für Katastrophenschutz zuständigen Dezernentin. Darin heißt es, dass Ereignisse wie der Anschlag vom Dezember 2016 auf einen Berliner Weihnachtsmarkt das Thema Sicherheit wieder in den besonderen Fokus des öffentlichen Interesses gerückt habe und nicht nur Bundes- und Landespolizeibehörden beschäftige. Auch für Städte, Gemeinen und Kreise ergäben sich Fragen, wie man sich am besten positioniere und angesichts der Personalsituation Kräfte bündele und zielgerichtet einsetze. Als Veranstalter und Vermieter suche der Kreis stets den Ausgleich mit allen Parteien und Gruppierungen, Deeskalation werde großgeschrieben, so Neuling; es gebe dazu zahlreiche politische Veranstaltungen im Haus, diverse Ausschüsse und Parteitage befassten sich damit. „Für das Restrisiko eines terroristischen Anschlags müssen natürlich auch wir als Veranstalter uns im Vorfeld Gedanken zur Gefahrenabwehr und -bewältigung machen“, sagt die Dezernentin. Es könne alles berücksichtigt werden, was man wisse und man verlasse sich im Ernstfall auf besonnene Bürger und Einsatzkräfte zur Schadensminimierung. Mit allen Maßnahmen wolle man das Restrisiko für Mitarbeiter und Besucher der Kreisveranstaltung so gering wie irgend möglich gestalten, sagt Silke Neuling.

Antworten werden weiter gesucht

Sowohl der Großbeerener Bauamtsleiter Lutz Ritter als auch Umweltamtsleiter Manfred Fechner im Kreishaus hoffen, Steinhausens Frage nach dem Gasspeicher bald beantworten zu können.

Von Jutta Abromeit

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