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Gemeinde zügelt den Windrad-Wildwuchs

Flächennutzungsplan in Niederer Fläming Gemeinde zügelt den Windrad-Wildwuchs

Die Gemeinde Niederer Fläming hat seit mehr als zwei Jahren an ihrem Flächennutzungsplan gefeilt. Er soll ein gerichtsfestes Regelwerk sein, das die ungezügelte Ausbreitung von Windparks verhindern soll, ohne diese Energieform verhindern zu wollen.

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Windräder im Windeignungsgebiet Niederer Fläming bei Werbig.

Quelle: Martina Burghardt

Werbig. Nach unzähligen Beratungen und einer langen Liste von Beschlüssen während der vergangenen zweieinhalb Jahre dürfte der Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Niederer Fläming nun besiegelt sein. Die Gemeindevertretung hat zuletzt die Hinweise von Bürgern und Trägern öffentlicher Belange abgewogen und dazu Ende November einen Beschluss gefasst. Nach der Prüfung im Kreis wird der Plan nun öffentlich bekannt gemacht und tritt dann in Kraft.

Seit 2012 läuft die Arbeit am Plan

Die Überlegungen, den Flächennutzungsplan zu überarbeiten und damit Rechtssicherheit zu schaffen, gehen ins Jahr 2012 zurück. Zu der Zeit waren die potenziellen Windenergieflächen im Land Brandenburg im Gespräch. „Auf einer Karte der regionalen Planungsgemeinschaft aus dem Jahr 2011 war fast die gesamte Gemeindefläche als Windeignungsgebiet ausgewiesen“, erinnert sich Bürgermeister David Kaluza (parteilos). Ohne die Aufstellung von Windrädern generell verhindern zu wollen, war eine Planungsgrundlage nötig, mit der die Gemeinde ein Mitspracherecht hat.

Fakten

27 Windkraftanlagen sind im Windeignungsgebiet Hohenseefeld in Betrieb, fünf weitere genehmigt, vier im Genehmigungsverfahren.

17 Windräder drehen sich schon im Windeignungsgebiet Hohengörsdorf/Werbig, sechs genehmigt und 20 im Genehmigungsverfahren.

12 Anlagen im Windeignungsgebiet Schlenzer sind im Genehmigungsverfahren. Die Gemeinde Niederer Fläming hat für zehn davon das Einvernehmen erteilt.

Wie sich bald herausstellen sollte, war die größte Schwierigkeit, die Ziele der Gemeinde mit denen des Landes und der Region in Übereinstimmung zu bringen. Neue Pläne, die wieder gekippt und neu beschlossen wurden, erforderten ständig eine Anpassung der Unterlagen. Die meisten Differenzen gab es bei der Abstandsregelung. Die Windkraftanlagen sollen nicht zu dicht an Wohngebieten stehen und außerdem nicht mit benachbarten Windparks verschmelzen. 1000 Meter zwischen Windrad und Wohnhaus sind eine Empfehlung. „Für die Gemeinde haben wir einen Abstand von 1126 Metern ermittelt“, erklärt David Kaluza, „schade, dass sich das Land Brandenburg nie dazu durchringen konnte, eine einheitliche Regelung zu treffen, dann wäre der Planungsaufwand weitaus geringer gewesen.“

Bürgermeister: „Viel Dialog, keine Blockade.“

Schon während der Planungsphase gab es Veränderungen bei künftigen Windparks, zum Beispiel im Windeignungsgebiet Schlenzer. Nachdem sich die Einwohner zunächst gewehrt und in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen hatten, forderten sie im vergangenen Jahr Mitspracherecht. „Die Bürger haben sich während des gesamten Prozesses konstruktiv eingebracht“, resümiert der Bürgermeister, „es gab viel Dialog, keine Blockade.“ In Schlenzer gibt es vier Investoren für aktuell zehn Windräder. Nach dem neuesten Stand des Flächennutzungsplanes hat die Gemeinde Niederer Fläming drei Windeignungsgebiete.

Nach Ansicht von Kaluza sollte die Umlage der Netzentgelte neu geregelt werden. „Brandenburg zahlt wegen der Windenergie die höchsten Netzentgelte“, sagt er, „dafür muss eine gleichmäßige Umlage geschaffen werden, sonst leidet die Akzeptanz der Bürger.“

Von Martina Burghardt

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