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Teltow-Fläming Gemeinsamer Einbruchsschutz
Lokales Teltow-Fläming Gemeinsamer Einbruchsschutz
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00:25 07.01.2016
Anwohner, Bürgermeister, Ortsvorsteherin, Polizei und Gerhard Wusterack (auf der Leiter) beim Ortstermin in der Bodelschwinghstraße.
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Mahlow

Seit kurzem stehen am Anfang und Ende der Mahlower Bodelschwinghstraße Schilder, die sich nicht in der Straßenverkehrsordnung finden. Sie tragen die Aufschrift „Diebstahlschutz durch DNA. DNA-Spuren führen zum Täter“. Blankenfeldes Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) hat sie gemeinsam mit Anwohnern, Ortsbeirat und Polizei angebracht. Es sind die ersten dieser Art in der Gemeinde.

Im Berliner Umland geht die Angst vor Einbrüchen um. Gestohlen wird so alles, was handlich ist und sich verkaufen lässt: Uhren und Schmuck, Kunstgegenstände, neuerdings sogar hochwertige Parfüms, dank Internetverkaufsplattformen auch angebrochene Flakons. Und natürlich Bargeld. Dabei werden die Methoden der Diebe immer ausgefeilter. „Also müssen auch wir innovativer gegen Einbruch vorgehen“, sagte Ortwin Baier bei einem Termin in der Bodelschwinghstraße, in der ein ganzer Straßenzug gemeinsame Diebstahlvorsorge praktiziert. Die Straße, die gegenüber dem Wohnpark von der Trebbiner Straße abzweigt, wurde in den letzten Jahren mehrfach von Einbrechern heimgesucht. Die meisten Geschädigten zogen sich fast verschämt zurück, sprachen nicht darüber.

Doch nicht alle wollten es dabei bewenden lassen. Christine Spitzner und Christa Ertel gehörten zu jenen, die die Gemeinde immer wieder um Schutz baten. Mit Unterschriftenlisten zogen sie in ihrer Straße von Haus zu Haus, sammelten Mitstreiter. „Dabei erfuhren wir, dass bei viel mehr Nachbarn eingebrochen worden war, als bekannt war“, erinnerte sich Christine Spitzner.

Im September 2014 startete die Kommune mit einem Vortrag zur Einbruchprävention in Mahlow eine Reihe von Veranstaltungen zum Thema. Mit dabei: Polizeihauptkommissar Olaf Lehnhardt, bei der Polizeiinspektion in Luckenwalde zuständig für Prävention. Seit 2013 mit im Boot ist Gerhard Wusterack aus Zossen, der zur künstlichen DNA Auskünfte geben kann.

Für diese Präventionsmethode haben sich die Anwohner der Bodelschwinghstraße entschieden. Mit einer durch Mikropunkte speziell codierten Markierungsflüssigkeit, die auf die Oberfläche von Wertsachen aufgetragen wird, werden diese mit einem unverwechselbaren, einmaligen Code gekennzeichnet. Diese Markierung wird unter UV-Licht, das die Polizei bei Sicherstellung von Diebesgut einsetzt, sichtbar. Der Code wird in einer Datenbank gespeichert. Die Straßenschilder zeigen, dass dort mindestens zehn Haus- und Wohnungsbesitzer künstliche DNA eingesetzt haben. Ein erster Etappensieg, denn Diebe kennen diese Zeichen, die auch im Miniformat an jedem betreffenden Haus zu finden sind.

Darüber, dass sich die Anwohner „so richtig reingehängt haben“, freute sich auch Ortsvorsteherin Regina Bomke (CDU). Solche einfachen Maßnahmen würden auch anderen Mahlowern mehr Sicherheit geben. Künstliche DNA wird von verschiedenen Firmen hergestellt und muss privat erworben werden. Ein Kit mit Flüssigkeit für etwa 80 Gegenstände, Pinsel und einer kleinen UV-Lampe kostet weniger als 100 Euro. Die Straßenschilder zahlte die Gemeinde. „Das hier ist ein Anfang. Im Haushalt sind 10 000 Euro für Präventionsmaßnahmen vorgesehen. Die Bürger müssen mitdenken, kreativ werden, dann können wir den Einbrechern das Leben richtig schwer machen“, so Regina Bomke. Christine Spitzner hatte gleich einen Vorschlag: „Die Parkordnung in unserer Straße ist Dieben hilfreich, da könnte die Kommune nachbessern.“

Von Andrea von Fournier

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