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Gemütliche Kinoabende in Großbeeren

Angebote des Kulturvereins Gemütliche Kinoabende in Großbeeren

Der Kulturverein Großbeeren hat sich auf die Fahnen geschrieben, dem Ort und seinen Einwohnern kulturelle Highlights zu bieten. Dazu gehören künftig auch Kinoabende mit sozialkritischen Filmen, die zwei- bis viermal pro Jahr im Gemeindesaal organisiert werden sollen.

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Syrische Flüchtlinge verteilten Rosentöpfe als Dankeschön.

Quelle: Krischan Orth

Großbeeren. In Großbeeren soll es künftig regelmäßig Kinoabende geben, veranstaltet vom Kulturverein „Wir wollen sozialkritische Filme zeigen“, sagt der Vorsitzende Lothar Matthies. Man habe bereits länger mit diesem Gedanken gespielt, die Aktualität der Ereignisse um die Flüchtlingskrise haben dafür den Anlass geboten, dementsprechend unternahm der Verein am Sonnabend den ersten Versuch dazu. „Mit den Filmen wollen wir zum Nachdenken anregen“, betont der Vorsitzende.

In den Stuhlreihen des gefüllten Gemeindesaals nahmen viele Flüchtlinge aus dem örtlichen Übergangswohnheim Platz, zuvor gab es schon ein Buffet mit syrischen Spezialitäten. Den Film für den Abend hatte Firas Alyonnis, ein syrischer Flüchtling, im Internet gefunden. Er suchte Filme seiner Heimat auf deutsch, um die Sprache zu lernen. Dabei stieß er auf den irakischen Film „Bekas“. Ein Film, der zwei Waisenkinder auf ihrer Flucht aus dem Irak vor Saddam Hussein zeigt.

Vor dem Hauptfilme gibt es noch eine Überraschung für die Großbeerener. Die Syrer verteilten kleine Rosentöpfe an die Einheimischen. „Als kleines Dankeschön“, sagt Alyonnis. Man fühle sich sehr gut aufgenommen. Deutschland sei für viele wie eine zweite Heimat geworden, sagte er. Die Aktion ist eine Initiative der syrischen Flüchtlinge aus dem Übergangswohnheim Großbeeren. „Das Geld für die Rosen haben wir gesammelt“, so Alyonnis. Auch eine selbst entworfene Karte mit Danksagung an die Großbeerener gehört dazu.

Im Film verdingen sich Zana (6) und Dana (10) als Schuhputzer auf der Straße. Als der letzte Fürsprecher der beiden stirbt, entschließen sie sich abzuhauen. Auf ihrem Esel „Michael Jackson“ wollen die beiden Brüder nach Amerika, zu Superman. Ohne Pässe und Geld. Mehrmals verlieren sie sich auf der Reise.

Viele Szenen zeigen dabei die einfachen Verhältnisse der Jungen. So müssen sie sich zwei Eimer borge, um sich zu waschen. Trotz dieses Hintergrunds und der widrigen Umstände unter denen die Kinder leben, will der Film das Thema Flucht auf humoristische Weise schildern. Emotionaler Höhepunkt wiederum ist es, als der ältere Dana auf eine Miene tritt, und sein kleiner Bruder ihn nicht verlassen will und neben ihm stehenbleibt. Ein Blindgänger. Das Land „Amerika“ haben sie letztlich nicht erreicht. Das Band zwischen beiden hat sich durch die Flucht aber noch mehr gestärkt. Ihr „Amerika“ ist der Zusammenhalt.

Lothar Matthies vom Kulturverein will nun regelmäßig Kino in Großbeeren zeigen. So sollen auch Regisseure oder Schauspieler zu anschließender Diskussion geladen werden „Wir denken an zwei bis vier Veranstaltungen im Jahr“, sagte der Vorsitzende.

Von Krischan Orth

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