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Teltow-Fläming Gericht entscheidet Laubenpieper-Streit
Lokales Teltow-Fläming Gericht entscheidet Laubenpieper-Streit
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00:29 05.06.2015
Matthias Kloß und Lebensgefährtin Cornelia Dobiasch. Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

In der Kleingartenanlage „Am Weichpfuhl“ in Luckenwalde ist die grüne Idylle gestört. Ein Rechtsstreit zwischen Pächtern und Verein belastet die Atmosphäre.

Der Streit schwelt seit zwei Jahren, weiß Matthias Kloß zu berichten. Der Familienvater liegt mit Gartennachbarn und dem Kleingartenverein über Kreuz, er kritisiert Überalterung in den Vorständen und Intoleranz in der Sparte. Jetzt hat er einen wichtigen Etappensieg gewonnen, der vor dem Amtsgericht Luckenwalde ausgetragen werden musste.

Vorausgegangen war ein „Spießrutenlaufen“, sagt Matthias Kloß: „Wer nicht der Norm entspricht, der wird hier gemobbt.“ Das habe seine Familie erfahren dürfen. Mal sollen die Kinder zu laut gewesen sein, mal sei seine Lebensgefährtin Cornelia Dobiasch zu schnell durch die Gartenanlage gefahren.

Das Fass zum Überlaufen brachte ein Feuer, dass Matthias Kloß im Garten entfachte, um Backkartoffeln zu garen. Ein Nachbar forderte ihn auf, das Feuer zu löschen, weil dies an Sonn- und Feiertagen nicht gestattet sei. Dann rief er die Polizei. Die Beamten stellten fest, dass das Feuer längst nicht so groß war, wie es der Nachbar geschildert hatte. Matthias Kloß löschte das Feuer, doch die Gartenfreunde ließen es nicht darauf beruhen. Kurz darauf kam ein Schreiben vom städtischen Ordnungsamt mit der Aufforderung, für die Ordnungswidrigkeit 93,50 Euro zu zahlen. Zu Pfingsten 2013 erhielt Kloß vom Verein eine Abmahnung wegen des Feuers sowie die schriftliche Kündigung seines Gartens wegen groben Verstoßes gegen das Kleingartengesetz. Matthias Kloß klagte dagegen.

Nun bekam er Recht. Im Gerichtsurteil heißt es: „Der Betroffene wird vom Vorwurf des Verbrennens von Stoffen im Freien mit Gefährdung oder Belästigung der Nachbarschaft freigesprochen.“ Die Polizei, die vom Nachbarn gerufen worden war, hatte klar dokumentiert, dass das Feuer lediglich einen Meter Durchmesser hatte und nicht höher als 80 Zentimeter war. Das Gericht sah es als nicht erwiesen an, dass in diesem Fall eine Gefahr bestand. „Die Kosten des Verfahrens fallen der Landeskasse zu Last“, heißt es im Urteil.

Auch die Kündigung des Gartens musste zurückgenommen werden. „Ich bin froh, dass es so ausgegangen ist. Bei der Gerichtsverhandlung war der halbe Gartenverein anwesend“, sagt Matthias Kloß. Das Verhältnis zwischen den Laubenpiepern ist aber weiterhin schlecht. „Es ist immer noch ein Spießrutenlauf aber wir können den Garten behalten. Das ist das Wichtigste“, fügt er hinzu.

Die Vereinsvorsitzende Karin Schulz akzeptiert das Gerichtsurteil. Doch zufrieden ist sie mit der jetzigen Situation nicht. „Wir fühlen uns eher von ihm schikaniert“, sagt sie.

Werner Fränkler, Vorsitzender des Kreisgartenverbandes ärgert sich über Gartenfreunde, die zwar dem Verein angehören, sich aber nicht nach dem Kleingartengesetz richten und sich auch nicht in die Gemeinschaft einfügen. „Wenn man die Vorteile nutzen will, muss man sich auch dementsprechend verhalten. Wir hatten Matthias Kloß zu einer Vorstandsversammlung eingeladen, doch er nahm nicht daran teil“, sagte Fränkler. Der Konflikt schwelt weiter.

Von Margrit Hahn

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