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Teltow-Fläming Geschäftsführer verteidigt sich
Lokales Teltow-Fläming Geschäftsführer verteidigt sich
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00:18 27.03.2018
Frank Natho, Geschäftsführer der Schulküche Werbig Quelle: Peter Degener
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Werbig

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung Niederer Fläming war der Geschäftsführer der Schulküche Werbig heftig kritisiert worden.

Die Gemeindevertreter waren mehrheitlich der Meinung, dass Frank Natho kein guter Wirtschafter sei.

Fehlender Umsatz hat verschiedene Gründe

Jetzt meldet sich der Geschäftsführer selbst zu Wort und wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Ich möchte niemanden angreifen, aber es gibt Dinge, die ich so nicht stehen lassen kann“, sagt Frank Natho.

Aus seiner Sicht ist es falsch, ihm allein den Schwarzen Peter zuzuschieben. Dass die Schulküche bisher noch keinen Umsatz mache, läge an verschiedenen Faktoren.

Er mache seine Arbeit schon immer „mit Leib und Seele“, sagt der zertifizierte Koch. Um Essen für Senioren, Kita- und Schulkinder zuzubereiten, bedürfe es aber bestimmter Voraussetzungen.

Küche wurde jahrelang vernachlässigt

Frank Natho erinnert deshalb noch einmal daran, wie die Küche vor der Sanierung im Jahr 2016 aussah.

Auf privaten Aufnahmen des Kochs ist deutlich zu erkennen, in welchem heruntergekommenen Zustand sich die Küche damals befand. „Die Küche wurde 1978 gebaut, seitdem wurde nie wieder investiert. Das mussten wir alles nachholen“, so Natho.

Die marode Einrichtung samt defekter Geräte war für den verantwortungsbewussten Koch nicht länger tragbar.

Standard statt Luxus

Die gemeindeeigene GmbH stellte deshalb einen Förderantrag zur Sanierung der Küche, doch es folgte eine Ablehnung.

Frank Natho musste daraufhin selbst einen Kredit über 100 000 Euro aufnehmen – 45 000 Euro Zuschuss gab es außerdem von der Gemeinde.

Mit der neuen Küche ist der Geschäftsführer zufrieden. Er erklärt aber auch: „Alles, was hier drinnen ist, entspricht dem normalen Standard. Das ist keine Luxusküche.“

Gemeinde kennt Nathos Ausgaben

20 000 Euro vom Kredit hat Frank Natho bisher abgezahlt. Auch das moderne Kassensystem sei im Januar nächsten Jahres beglichen. Mit der Zeit würden also immer mehr Kosten wegfallen.

Zudem habe er die bislang erhaltenen Zuschüsse nicht einfach verpulvert. „Die Gemeinde hat Kenntnis über alles, was angeschafft wurde“, berichtet der Koch.

Das Geld benötigte er, um das Equipment weiter aufzustocken. Dazu gehören zwei gebrauchte Fahrzeuge für die Auslieferung, sowie Geschirr, Besteck und weitere Küchengeräte.

Damit die Schulküche Werbig schwarze Zahlen schreibt, müsste sie pro Tag 750 bis 800 Essen verkaufen. Momentan liegt der Absatz laut Natho aber gerade einmal bei 550 Essen pro Tag.

Weniger Kundschaft als geplant

Dass man derzeit noch unter den Erwartungen liege, sei aber kein Wunder, so Natho. Denn die damalige Kalkulation habe nichts mit der Realität heute zu tun.

Laut Planung in den Jahren 2013 und 2014 sollte auf dem Werbiger Campus viel mehr Leben entstehen. Die Gemeinde versprach Frank Natho zusätzliche Kunden durch den Umzug der Lichterfelder Kita sowie der Verwaltung auf das Gelände.

Diese Vorstellungen sind inzwischen passé. Zudem hatte sich die Gemeinde auf eine Zusammenarbeit mit den Nachbarkommunen Jüterbog und Niedergörsdorf verlassen. Diese lehnten eine Versorgung durch die Werbiger Schulküche allerdings ab.

Natho glaubt, dass dies weniger an ihm liegt, sondern an den früheren Unstimmigkeiten zwischen den Kommunen.

Suche nach Einnahmequellen

Trotzdem versucht der Geschäftsführer weiter Kunden zu gewinnen. „Ich kriege sofort eine Benachrichtigung aufs Handy, wenn es wieder eine neue Ausschreibung gibt“, sagt er.

Momentan bewerbe er sich um einen Zuschlag für die Schulen und Kitas in Treuenbrietzen.

Von Isabelle Richter

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