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Teltow-Fläming Geschäftsübergabe zum 110-jährigen Jubiläum
Lokales Teltow-Fläming Geschäftsübergabe zum 110-jährigen Jubiläum
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06:05 06.10.2017
Elke (l.) und Lutz Möbus übergeben morgen ihren Laden an Heike Brückmann. Das 110-jährige Geschäftsjubiläum wird ab 9.30 Uhr gefeiert. Quelle: foto: frank pechhold
Baruth

„Nun ist es also so weit“, sagt Lutz Möbus. Samstag übergeben seine Frau Elke und er ihren kleinen Laden in der Hauptstraße 4 an Heike Brückmann. Damit endet eine Familienära, die vor 110 Jahren in Baruth begann.

Möbus’ Großvater Wilhelm Schirow gründete am 10. Oktober 1907 im Hause des Uhrmachers Bethmann einen Tabak- und Kolonialwarenladen. Verkauft wurden Zigarren und Zigaretten aus einheimischem Tabak und exotische Früchte aus den ehemaligen deutschen Kolonien. Einige Jahre später zog Schirow mit seinem Geschäft in das nur einen Steinwurf entfernte Haus an der Hauptstraße 4 um. „Hier zündete sich Großvater gerne genüsslich eine Zigarre an“, sagt Lutz Möbus. Mancher Kunde tat es Schirow gleich, so dass oft dicke Luft im Laden war. Im blauen Dunstkreis wurde dann über Gott, die Welt und die Baruther Bürger philosophiert.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blühte der Schwarzhandel

Nach dem Tod des Gründers übernahm dessen Ehefrau Hedwig Schirow das Tabak-Kabinett. „Das war in der schweren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg die einzige Einnahmequelle für unsere Familie“, so Lutz Möbus. Der Schwarzhandel blühte. Tabak wurde gegen Fleisch, Milch und Butter getauscht. „Das war einfach so.“ Hedwig Schirow führte den Laden gemeinsam mit ihrer Tochter Herta noch bis 1965. Nun hielt Schirows Herta – wie sie von der älteren Generation in Baruth und Umgebung genannt wurde – allein die Fäden in der Hand.

Zu DDR-Zeiten waren „F 6“ und „Cabinet“ bei Rauchern sehr begehrt. Beide Zigarettensorten wurden vom HO-Kreisbetrieb zugeteilt. „Manchmal bekamen wir nur eine Stange mit 20 Schachteln“, so Lutz Möbus. Also gingen die raren Glimmstengel unterm Ladentisch an Stammkunden weg. Weniger Engpässe gab es bei der filterlosen Kult-Zigarettenmarke „Karo“. Die habe früher „Kenty“ geheißen, weiß Möbus. Wegen der entfernten Namensähnlichkeit mit dem früheren US-Präsidenten John F. Kennedy hätten viele Kunden flüsternd im Laden „Ein mal Kennedy“ bestellt. Als die Staatsmacht das mitbekam, wurde aus „Kenty“ schnell „Karo“.

Lutz Möbus: „Der größte Lotto-Gewinn waren 100 000 D-Mark.“

Das ist längst Geschichte. Genau wie das kleine Fenster zur Straße hin, das Hedwig Schirow früh ab halb fünf öffnete, um dem Arbeitern auf dem Weg zum Sägewerk Zigaretten zu verkaufen. „Wir öffnen den Laden jeden Tag um 6.15 Uhr wegen der Arbeiter, die ins Industriegebiet fahren“, sagt Elke Möbus. Heute gibt es Tabakwaren, 768 verschiedene Zeitschriften und Zeitungen, Schreibwaren, Geschenkartikel, Postservice, Lotto-Annahmestelle. „Der größte Lotto-Gewinn waren 100 000 D-Mark“, sagt Lutz Möbus. Ein Glücksfall sei auch Heike Brückmann. „So eine Nachfolgerin haben wir lange gesucht.“ Die 36-Jährige leitete lange die Fleischtheke bei Real in Rangsdorf. Sie hat Verkäuferin Regina Martin übernommen. Als Mutter eines kleinen Sohnes freue sie sich auf den kurzen Weg zur Arbeit, sagt Brückmann. „Bis zum Geschäft brauche ich drei Minuten mit dem Rad.“ Die künftige Chefin baut darauf, dass der Laden weiter gut läuft. Davon geht auch Lutz Möbus aus. Haben wir nicht. Geht nicht. Kriegen wir nicht ran. Diese Sätze hätten seine Frau und er ganz selten gebraucht haben. „Das weiß auch unsere treue Kundschaft.

Von Frank Pechhold

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