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Teltow-Fläming Geschichten aus der Heimat
Lokales Teltow-Fläming Geschichten aus der Heimat
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16:02 22.02.2018
Zum Reformationsjubiläum im Jahr 2017 wurden seit dem Sommer des Vorjahres weitere Stadtführer in Jüterbog ausgebildet. Quelle: fotos: Uwe Klemens, anja meyer
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Dahmeland-Fläming

Das Achenbach-Krankenhaus ist Reglinde Thiemanns Lieblingsgebäude in Königs Wusterhausen. Nicht etwa, weil sie es besonders schön findet. Nein, vielmehr ist es für sie historisch gesehen besonders interessant – als Zeugnis der regionalen Ziegelindustrie. Mit farbigen, glasierten Vögeln und Blumen oder verzierten Ziegelsteinen erkennt man die Spuren der heimischen Industrie.

Doch nicht nur zum Achenbach-Krankenhaus kann Reglinde Thiemann viel erzählen. Auch zu den anderen Gebäuden in der Stadt hat sie als Stadtführerin eine Geschichte nach der anderen parat. Etwa, dass das einstige Stadtcafé im heutigen Copy-Shop in der Bahnhofsstraße lag und wer darin verkehrte. Oder dass Königs Wusterhausen zu seinem Namen kam, weil König Friedrich Wilhelm I. das Gut Wusterhausen im Jahr 1648 von seinem Vater zu Weihnachten geschenkt bekam.

Seit wenigen Jahren arbeitet Reglinde Thiemann als Stadtführerin. Die knapp 60 Jahre alte Schulzendorferin ist damit eine von mindestens 35 Gästeführern in der Region Dahmeland-Fläming. Nach Angaben der ansässigen Tourismusverbände führen 24 Gästeführer durch Städte in Teltow-Fläming wie Jüterbog, Luckenwalde und Dahme oder durch den Naturpark Nuthe-Nieplitz und mindestens zehn durch Städte und Gemeinden in Dahme-Spreewald. Ein Großteil von ihnen ist als Kultur-, Natur- und Landschaftsführer zertifiziert. Dazu kommen Gästeführer der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, die durch das Schloss Königs Wusterhausen führen.

„Die meisten Gästeführer arbeiten auf Honorarbasis“, erklärt Uwe Seibt vom Tourismusverband Dahme-Seen. „Festanstellungen sind in dieser Branche selten.“ Meistens sind sie auch selbst dafür verantwortlich, sich zertifizieren zu lassen und die Kosten für die dazugehörige Ausbildung zu zahlen. Einige Ausnahmen gibt es: Im Jahr 2012 gab es ein Projekt im Dahme-Seenland, für das Fördergelder vom Europäischen Landwirtschaftsfonds für Entwicklung der ländlichen Räume (ELER) und dem Land Brandenburg zur Verfügung standen. Mit dieser Förderung haben 18 Natur-, Kultur- und Landschaftsführer im Naturpark Dahme-Heideseen und im Dahme-Seenland ihre Zertifikate erlangt und seitdem Gäste auf Erlebniswanderungen zu Fuß, per Kanu oder mit dem Fahrrad begleitet. Sieben von ihnen sind noch aktiv.

Auch in Teltow-Fläming sind im Jahr 2012 gleich mehrere Gästeführer ausgebildet worden, wie Marleen Friese vom Tourismusverband Fläming berichtet. So haben zehn Natur- und Kulturführer zum Deutschen Wandertag ihre Ausbildung abgeschlossen, sieben von ihnen sind heute noch aktiv. An anderen Orten in der Region sind die Gästeführer zum Teil vom Museum ausgebildet worden oder stützen ihre Kenntnis auf jahrelange Erfahrung.

Königs Wusterhausens Stadtführerin Reglinde Thiemann hat ebenfalls jahrelange Erfahrung als Gästeführerin. Sie studierte einst Museologie, arbeitete später im Nebenjob und ehrenamtlich im Schloss, im Funkermuseum und im Dahmeland-Museum. Als der frühere Stadtführer aus Königs Wusterhausen starb, bot sie sich als Nachfolgerin an. „Ich hatte das Wissen und die Erfahrung“, sagt sie. „Und ich kann improvisieren.“

Eine wichtige Fähigkeit, die keinesfalls selbstverständlich sei. d„Ich habe bei meiner Arbeit in den Museen immer wieder mitbekommen, dass nicht jeder auf spontane Veränderungen reagieren kann“, sagt Reglinde Thiemann. „Wenn manche an anderen Stellen als gewohnt anfangen müssen, kommen sie aus dem Konzept.“

Um die Nachfolge als Stadtführerin anzutreten, musste sie ein halbes Jahr lang eine Fortbildung absolvieren. Nach der Prüfung begann sie als Honorarkraft. „Viele Anfragen gibt es in Königs Wusterhausen aber nicht“, sagt sie. „Ich gebe etwa alle zwei Monate eine Führung.“ Etwa bei Familienfeiern, Betriebsausflügen oder für Schulklassen. „Besonders viel Spaß macht es mir mit den Kindern“, sagt Reglinde Thiemann. „Die stellen Fragen, auf die Erwachsene nie kommen würde.“ Zum Beispiel wo die Menschen früher auf Toilette gegangen sind

Mit den Kindern übe sie gern, so durch den Park zu stolzieren, wie die feinen Herrschaften früher. „Keine Stadtführung läuft gleich ab“, sagt sie. Es kommen jedes Mal andere Fragen. „Das macht es auch für mich immer wieder spannend.“

Von Anja Meyer

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