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Geschichten über den Schumkasee

Sperenberg Geschichten über den Schumkasee

Der Förderverein Heimatstube Sperenberg plant eine neue Ausstellung zu den Eisenbahn- und Baupionieren, die im Jahr 1871 begannen, auf dem Schumkasee bei Sperenberg den Brückenbau für eine mobile Eisenbahn zu trainieren. Die Schau soll im Sommer eröffnet werden.

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Das Modell des Schumkasees in der Heimatstube Sperenberg.

Quelle: Gudrun Ott

Sperenberg. Etwa zweieinhalb Kilometer von Sperenberg entfernt, liegt versteckt im Wald der Schumkasee. In Ufernähe befindet sich eine Pyramide zum Gedenken der gefallenen Eisenbahn- und Baupioniere. Um 1871 begannen die Männer, über die an die sechs Hektar große Wasserfläche den Brückenbau für eine mobile Eisenbahn zu trainieren. Wie viele der Baupioniere dabei starben, ist nicht bekannt.

Geschult in allen Bereichen

Die Pioniere wurden in allen Bereichen der Eisenbahntechnik geschult. Sie mussten nicht nur in der Lage sein, zügig ganze Eisenbahnlinien zu verlegen, sondern sie mussten auch sämtliche praktische Regeln des Eisenbahnverkehrs beherrschen. Die Genehmigung zu Bau und Betrieb einer festverlegten Übungsbahn von Kummersdorf, wo sich der Schießplatz befand, zum vier Kilometer entfernten Schumkasee, erteilte im Jahr 1892 der Regierungspräsident in Potsdam.

Um die Geschichte und die Geschichten rund um den Schumkasee der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, planen Mitglieder des Fördervereins Heimatstube Sperenberg eine Ausstellung über die Bau- und Eisenbahnpioniere. Auf alten Postgarten mit dem Schriftzug „Gruß aus Sperenberg“ ist die Vollbahnbrücke samt einer Lokomotive über dem Schumkasee zu sehen. Es gibt Fotos mit den Eisenbahnpionieren, von denen einige in der Badeanstalt des Sees das Schwimmen lernten. Neun Tafeln mit Bildmaterial sind für die Ausstellung vorgesehen.

Gespräch mit Zeitzeugen

Vereinsmitglied Doreen Schulze sprach mit dem letzten lebenden Eisenbahnpionier. „Jedenfalls war es der letzte, der uns bekannt war, und ich konnte noch manches von dem alten Herrn erfragen.“ Es hält sich das Gerücht, dass in der Mitte des Gewässers eine Lok versenkt wurde. Fakt ist, die alten Brückenpfeiler im See stehen noch und auch Reste der von den Eisenbahnpionieren genutzten Häuser. Einen großen Teil des Geländes haben Dieter Binternagel, Horst Nawroth, Klaus Wiechert und Werner Nietschmann als Modell für die Ausstellung gebaut. Der 83 Jahre alte Werner Nietschmann ist Ehrenmitglied im Förderverein Historisch-Technisches Museum Kummersdorf-Gut und freut sich über die gelungene Arbeit, denn Ähnliches hatten die Modellbauer bereits für den Militärhistorischen Verein gefertigt, ein Modell, das den Kummersdorfer Schießplatz um 1900 zeigt.

Aufwendige Arbeit

„Die Arbeit fürs Modell Schumkasee war aufwendig. Wir haben zwei Jahre daran gebaut“, sagt Dieter Binternagel. Er und Horst Nawroth kommen aus Ludwigsfelde. Der Kontakt nach Sperenberg entstand, weil Fördervereinsmitglied Klaus Wendt und Binternagel einst Klassenkameraden waren. Weil das Gelände um den Schumkasee noch nicht von möglichen Munitionsresten beräumt und daher nicht frei begehbar ist, könnte sich Doreen Schulze in luftiger Höhe einen Baumwipfelpfad vorstellen. Der wäre eine zusätzliche touristische Attraktion für die historisch interessante Region. Die Ausstellung soll im Sommer eröffnet werden.

Von Gudrun Ott

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