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Geschützte Hirschkäfer werden gezählt

Teltow-Fläming Geschützte Hirschkäfer werden gezählt

Der imposante Hirschkäfer ist europäisch geschützt und kommt auch in unserer Region vor. Jetzt hat wieder die Zählung des markanten Insekts begonnen. Mit seinem Geweih ähnelt der Käfer einem Hirsch und kann vor allem in den Abend- und Dämmerungsstunden in Wäldern, Gärten oder Parks beobachtet werden.

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Mit seinem Geweih ähnelt das Hirschkäfer-Männchen tatsächlich einem Hirsch und ist kaum zu verwechseln. Das Insekt ist geschützt.

Quelle: Privat

Luckenwalde. Mit Beginn der warmen Jahreszeit schlägt wieder die Stunde der Naturbeobachter und Insektenfreunde. Sie können in den kommenden Wochen in der Region den besonders imposanten Hirschkäfer beobachten. „Ein großer Kerl mit schwerem Geweih“, umschreibt Thomas Martschei vom Büro für Landschaftsökologische Gutachten und biologische Studien das Insekt.

Mit seinem Geweih am Kopf ähnelt der Käfer tatsächlich einem Hirsch und verdankt diesem Umstand seinen Namen. Er ist nicht nur das Insekt des Jahres 2012, sondern europäisch geschützt, weil er sehr selten vorkommt. In Brandenburg ist er stark gefährdet.

Mehr als 200 Meldungen im vergangenen Jahr

Um sein Vorkommen genau zu beobachten und zu analysieren, hatte das Landesumweltamt im Jahr 2015 eine Zählung in Auftrag gegeben. Thomas Martschei, der seitdem die Zählung koordiniert, führt sie in diesem Jahr ehrenamtlich weiter. „Es ist sozusagen eine Volkszählung beim Hirschkäfer“, sagt der Diplom-Biologe und ruft die Bevölkerung zur Mithilfe auf. Im Jahr 2015 wurden bereits 87 Meldungen aus der Bevölkerung abgegeben, im vergangenen Jahr hat sich die Zahl nahezu verdreifacht.

„Schwerpunkte bei der Verbreitung bilden der Bereich Fürstlich-Drehna bis Dahme oder auch das Baruther Urstromtal“, sagt Martschei. Zahlreiche Meldungen kamen in den letzten Jahren aus Holbeck, während zwischen Luckenwalde und Belzig bislang keine Hirschkäfer gesichtet wurden.

Der Käfer bevorzugt Bereiche mit alten Laubbäumen

Wegen der langanhaltenden kalten Witterung im Frühling war vermutet worden, dass die Käfer in diesem Jahr später erscheinen, jedoch sind die ersten Exemplare bereits vor Tagen in Beesdau (Landkreis Dahme-Spreewald) gesichtet worden. „Auch in den kommenden Wochen haben Spaziergänger große Chancen, das markante Insekt anzutreffen“, so Martschei. Der bis zu acht Zentimeter große Käfer ist vor allem in Bereichen mit alten Laubbäumen anzutreffen. Neben Wäldern bevorzugt er Gärten, Parks und Friedhöfe, Alleen und alte Straßenbäume oder Streuobstwiesen.

Der Hirschkäfer kann den gesamten Sommer über insbesondere in den Abend- und Dämmerungsstunden beobachtet werden. Da die Männchen ein auffälliges Geweih tragen, besteht lediglich beim Weibchen eine leichte Verwechslungsgefahr. Die Daten der Hirschkäfer-Zählung werden in ein Insekten-Erfassungsprogramm eingegeben. „Jedes Detail ist wichtig, zum Beispiel lebende Tiere, Funde von Käferresten oder Fotos“, sagt Martschei.

Meldung: martschei@biomartschei.de, Telefon 01 70/3 41 09 87 oder auf www.hirschkaefer.info

Von Elinor Wenke

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