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Gespenst einer weiteren Million Sanierungskosten

Klubhaus Ludwigsfelde Gespenst einer weiteren Million Sanierungskosten

Seit drei Jahren ist das denkmalgeschützte Klubhaus von Ludwigsfelde saniert und wieder offen. Aus den ursprünglich etwas mehr als acht Millionen Euro Sanierungskosten sind inzwischen mehr als zwölf geworden. Jetzt steht mit dem immer noch nicht ausgefochtenen juristischen Streit zwischen Stadt und Planungsbüro das Gespenst einer weiteren Million im Raum.

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Diese eigens für ein Amphitheater angefertigten Betonbänke werden inzwischen andernorts in der Stadt verwendet.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Es kann passieren, dass die Stadt Ludwigsfelde noch einmal eine knappe Million Euro für die Sanierung ihres denkmalgeschützten Klubhauses benötigt. Und das nicht wegen baulicher Nachrüstung, sondern wegen des Streits zwischen dem Planungsbüro und der Stadt.

Von dieser Summe erfuhren die Stadtverordneten am Dienstag bei ihrer letzten Sitzung vor der diesjährigen Sommerpause. Zur Diskussion um einen ersten Nachtragshaushalt für 2017 hatte die Verwaltung noch ein Papier auf den Tisch gelegt, wonach 920 000 Euro fällig werden könnten, „zu Lasten des frei verfügbaren Kassenbestandes“, wie es heißt. Zur Begründung erklärte Bürgermeister Andreas Igel (SPD), die Zeit dränge, diese Summe mit in den Nachtragsetat aufzunehmen. Denn sollte die Stadt bei der Auseinandersetzung unterliegen, fielen pro Tag auch 271 Euro Fälligkeitszinsen an, so der Bürgermeister. Er erklärte angesichts der Dimension dieses Streits, dass sich die Kommune dafür jetzt auch externen Beistand hole.

Bürgermeister soll alle Kosten auflisten

All das veranlasste die SPD-Fraktion zu zwei Anträgen: Erstens soll der Bürgermeister alle Sanierungskosten des Klubhauses bis Mitte Oktober vorlegen; zweitens beauftragt die Stadtverordnetenversammlung den Rechnungsprüfer, die Sanierungskosten zu prüfen und das Ergebnis bis Ende März 2018 vorzulegen.

Diese Summe treibe auch ihn um, sagte Hans-Erwin Baltrusch, FW-Fraktionsvorsitzender. Die Aufstellung aller Sanierungskosten müsse nach der Sommerpause vorliegen; „900 000 Euro – das ist ’ne Menge Kohle. Da bin ich nicht bereit, das einfach mal so schnell rüber zu reichen.“ Bürgermeister Igel äußerte Verständnis, schränkte jedoch ein, dass es im September noch kein Ergebnis geben, sondern nur ein aktueller Sachstand dargestellt werden könne. Martina Borgwardt (FDP) wollte wissen: „Ist das Geld der Rechnung laut Architektenvertrag oder aufgrund erhöhter Kosten entstanden, die der Architekt im Nachhinein stellt?“ Baufachbereichsleiter Torsten Klaehn erklärte, zum Kern des Streits gebe es verschiedene Vertragsauslegungen. Es habe zwar eine Abschlussrechnung gegeben, so Klaehn, diese sei jedoch wieder zurückgezogen worden; nachgereicht habe man dann jedoch eine Abschlagsrechnung.

Nachtragshaushalt mit Zusatz befürwortet

Das 1958/59 erbaute Klubhaus war von 2011 bis 2014 wegen der Komplexsanierung geschlossen, die ursprünglich veranschlagten 8,5 Millionen Euro Sanierungskosten waren bis zum Etat 2017 auf mehr als zwölf Millionen gestiegen. Noch nicht enthalten sind dabei die bereits avisierte Akustik-Nachrüstung des großen Saales sowie eine Hofgestaltung. Die für mehr als 100 000 Euro angefertigten Betonbänke für das ursprünglich geplante Amphitheater im Hof verwendet die Stadt inzwischen anderweitig.

Der erste Nachtragshaushalt 2017 für Ludwigsfelde war wegen Straßenbau- und Schulsanierungsmehrkosten sowie wegen Neu- und Umbaus für mehr Kita-Plätze nötig geworden. Einschließlich der jüngsten Ergänzungen wurde das Zahlenwerk mehrheitlich befürwortet.

Von Jutta Abromeit

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