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Geteilte Meinungen zum Schwimmbad

MAZ-Umfrage in Blankenfelde-Mahlow Geteilte Meinungen zum Schwimmbad

Eine erste Studie hat wenig Gutes an der Idee für ein Schwimmbad in Blankenfelde-Mahlow gelassen. Schlimmstenfalls müsse die Gemeinde mehr als eine Million Euro jährlich für den laufenden Betrieb dazu schießen. Die MAZ wollte wissen, wie die einzelnen Fraktionen zu dem Bau eines Schwimmbads stehen.

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Über den Bau eines Schwimmbads wird derzeit in Blankenfelde-Mahlow diskutiert.

Quelle: DPA

Blankenfelde-Mahlow. Braucht Blankenfelde-Mahlow ein Schwimmbad? Eine Studie, die auf der Gemeindevertretersitzung im Februar vorgestellt wurde, hat vor den Risiken einer solchen Investition gewarnt. Neben der Millioneninvestition einerseits müsse die Gemeinde voraussichtlich jedes Jahr einen sechs- bis siebenstelligen Betrag dazugeben, um die Kosten zu decken. Andererseits haben sich in den vergangenen Jahren viele Blankenfelde-Mahlower ein Schwimmbad gewünscht. Die MAZ wollte von den Fraktionen in Blankenfelde-Mahlow wissen, wie sie zum Thema Schwimmbad stehen.

In der größten Fraktion, der SPD, fürchtet man die finanziellen Folgen eines Schwimmbads. „Beispiele aus den Alten Bundesländern zeigen, dass viele Kommunen an ihren Bädern ersoffen sind“, sagt Katja Grassmann, die Fraktionsvorsitzende. Das Schwimmbad sei eine Entscheidung, die man nicht nach zwei Jahren rückgängig machen könne. Das Geld fehle dann bei Sportvereinen oder der Kultur. Bei der SPD kann man sich vorstellen, ein Bad gemeinsam mit einem Hotelinvestoren zu betreiben. Ähnliche Modelle gebe es bereits in Großbritannien.

Linke setzen auf privates Geld

Die Grünen halten ein Schwimmbad für möglich – allerdings nicht derzeit. „An einen solchen Luxus können wir denken, wenn alle wichtigen Projekte realisiert sind“, sagt der Fraktionsvorsitzende Gerhard Kalinka. Die Entwicklung des Blankenfelder Zentrums mit Rathaus und Tunnel stehe an erster Stelle. Ein Schwimmbad dürfe außerdem nicht zu Lasten von Vereinsförderung, Jugend- und Seniorenarbeit und Bibliotheken gehen.

Ausgerechnet die Linken setzen auf privates Geld. Die Fraktion plädiert dafür, das Schwimmbad von einem Investoren bauen zu lassen. „Wir sprechen uns dagegen aus, eine Schwimmhalle in Verantwortung der Gemeinde zu bauen und zu betreiben“, sagt Anke Scholz und verweist auf die Machbarkeitsstudie. Es sei jedoch vorstellbar, dass sich die Gemeinde mit einem Zuschuss am Eintrittsgeld beteiligt.
Ein eindeutiges Ja zum Schwimmbad kommt von der CDU. Dort kritisiert man die Ergebnisse der Studie, die von zu niedrigen Eintrittspreisen ausgegangen sei. Andreas Buch, der CDU-Fraktionsvorsitzende, ist überzeugt, dass ein verkehrsgünstig gelegenes Spaßbad mit Wellnessbereich machbar wäre. Dies soll von der Gemeinde jährlich mit 450 000 Euro bezuschusst werden.

BB/FDP-Fraktion will Wohnungsbau statt Schwimmbad

Ein ähnlich zwiegespaltenes Bild gibt es auch bei den kleinen und unabhängigen Fraktionen. Die BVBB-WG spricht sich dagegen aus. Ein Schwimmbad sei jedoch denkbar, wenn sich das Land Brandenburg an den Kosten beteiligt – als Ausgleich für den Lärm des Flughafens BER. Stattdessen soll die Gemeinde das Geld für die Tunnel der Dresdner Bahn und die Sanierung des Blankenfelder Verwaltungsgebäudes ausgeben – nachdem das Rathaus gescheitert sei. Auch für Sport- und Freizeitmöglichkeiten auf dem Kasernengelände möchte man bei der BVBB-WG Geld ausgeben – dort könnte ein Schwimmteich entstehen.

Die BB/FDP-Fraktion hält das Schwimmbad für nicht umsetzbar und möchte stattdessen in Wohnungsbau, Wirtschaftsförderung und soziale Infrastruktur investieren. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Wobab soll mehr preiswerten Wohnraum schaffen. Neue Unternehmen könnten durch Gewerbesteuern für zusätzliche Einnahmen sorgen, mit denen sich Kultur, Sport und Seniorenarbeit unterstützen ließen. Bei der FWR hält man eine zweite Expertenmeinung zum Schwimmbad für nötig. Ein Sportbad mit Sauna sei in Mahlow durchaus denkbar. Wichtiger sei jedoch ein neues Feuerwehrhaus in Glasow.

Bürgermeister hält an Schwimmbad fest

Die Wir-Fraktion möchte sich vom Schwimmbad noch nicht verabschieden. Schulschwimmen, Vereine und Rettungsschwimmen sprechen für ein Bad, die hohen Unterhaltungskosten dagegen, heißt es. Um die Folgekosten für die Gemeinde gering zu halten, soll ein privater Investor bauen.

Auch Bürgermeister Ortwin Baier (parteilos) möchte sich von der Idee nicht verabschieden: „Ich bin nach wie vor dafür, wenn die Kosten sinken.“ Die Wissenschaftler der TU Berlin, die gerade an der Klimahülle für die Kita Tabaluga forschen, hätten bereits Ideen, wie sich mit einem ähnlichen Projekt die Kosten eines Schwimmbads um rund die Hälfte senken lassen. Baier hofft, dass die Gemeindevertretung dies nun prüfen lässt.

Von Christian Zielke

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