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Getöteter Flüchtling: Gericht erlässt Haftbefehl

Ludwigsfelde Getöteter Flüchtling: Gericht erlässt Haftbefehl

Diese Tat hat viele Menschen schockiert – in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) ist vor wenigen Tagen ein junger Flüchtling erstochen worden. Nun hat ein Gericht Haftbefehl gegen den mutmaßlichen Täter erlassen. Der Vorwurf: Totschlag. Ihm droht eine lange Haftstrafe. Unterdessen gibt es weitere Einzelheiten zur Tat.

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Am Sonntag ist in Ludwigsfelde ein Flüchtling getötet worden.

Quelle: dpa-Zentralbild

Ludwigsfelde. Die tödliche Messerattacke auf einen 18-jährigen afghanischen Asylbewerber in Ludwigsfelde scheint aufgeklärt zu sein. Dienstagnachmittag erließ ein Richter am Amtsgericht Potsdam auf Antrag der Staatsanwaltschaft wegen der Schwere der Tat und Fluchtgefahr Haftbefehl gegen einen 17-jährigen Asylbewerber aus Gambia. Er soll sein Opfer am 2. Oktober um 21.05 Uhr auf einem Parkplatz getötet haben. Der mutmaßliche Täter sitzt mittlerweile in der Justizvollzugsanstalt Wriezen. In diesem Gefängnis sind jugendliche und heranwachsende Straftäter untergebracht.

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Dem 17-Jährigen droht eine lange Haftstrafe

„Der Vorwurf der Anklage lautet Totschlag“, sagte Markus Nolte, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam, der MAZ. Bei einer Verurteilung erwarte den dringend der Tat Verdächtigen eine Strafe zwischen fünf und 15 Jahren Freiheitsentzug. Nolte zufolge sei das Opfer durch einen „Stich mit einem spitzen Gegenstand in das Herz“ gestorben. Dem Stich wären Streitigkeiten zwischen Opfer und Beschuldigtem vorausgegangen. MAZ-Recherchen zufolge waren bei dem Streit vier junge Männer zugegen.

Freunde und Bekannte des Opfers legten am Tatort Blumen nieder und stellten Kerzen auf

Freunde und Bekannte des Opfers legten am Tatort Blumen nieder und stellten Kerzen auf.

Quelle: Frank Pechhold

Das Opfer spielte kurz vor seinem Tod noch Fußball mit Jugendlichen

„Mohammed hat sich an diesem Tag wahrscheinlich mit den falschen Leuten abgegeben“, meint Nicole Diezmann. Die Mutter von drei Kindern kannte den Toten. Auch ihre beiden Söhne und die Tochter seien locker mit ihm befreundet gewesen. Kennengelernt hätten sich alle auf dem kleinen Fußballplatz im Wohngebiet. „Wenn die Jungs da gegeneinander gespielt haben, dann hat Mohammed manchmal auch in der deutschen Mannschaft mit vollem Körpereinsatz gekickt, damit die auch mal gewinnen“, sagte Diezmann. „Das waren richtige Freundschaftsspiele.“ Gelegentlich habe der junge Afghane auch andere Asylbewerber weggeschickt, die Mädchen nicht gerade nett angesprochen hätten. „Wir haben Mohammed noch Sonntag auf dem Sportplatz gesehen“, sagt Nicole Diezmann. Anschließend sei er mit seinem Rad kurz im Aktivpark gewesen. „Als meine Kinder abends nach Hause gekommen sind, haben sie ihn noch mit den drei anderen gesehen. Und kurz danach muss das passiert sein . . .“. Nicole Diezmann möchte mit möglichst vielen Fußballplatz-Freunden von Mohammed ein Erinnerungsspiel organisieren.

Von Frank Pechhold

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