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Teltow-Fläming Gewerbebilanz: Immer mehr Gründer bleiben am Ball
Lokales Teltow-Fläming Gewerbebilanz: Immer mehr Gründer bleiben am Ball
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17:50 20.03.2018
Der Internetauftritt der Reiseplattform Amavido aus Zeuthen (Dahme-Spreewald) Quelle: Amavido.de
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Dahmeland-Fläming

Für die Wirtschaft in Dahmeland-Fläming war 2017 ein gutes Jahr. Nach aktuellen Daten der Brandenburger Landesstatistiker ist die Zahl der Gewerbetreibenden in den Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming leicht gestiegen. Die Wirtschaftsentwicklung die dahinter steckt, ist jedoch deutlich dynamischer, als es auf den ersten Blick erscheinen mag: Während in Teltow-Fläming im vorigen Jahr 1393 Gewerbe angemeldet wurden, meldeten auch 1203 Unternehmer ihren Betrieb wieder ab.

Ähnliche Entwicklungen lassen sich in Dahme-Spreewald nachvollziehen. Dort wurden 2017 insgesamt 1499 An- und 1407 Abmeldungen registriert. Besonders positiv fällt die Bilanz bei Industrie, Handel und Dienstleistung aus: In diesem Bereich gründeten sich 1337 Unternehmen, nur 1012 meldeten ihr Gewerbe wieder ab.

Viele Netzwerkpartner fördern den Aufwärtstrend

„Die Wirtschaft im Landkreis Dahme-Spreewald zeigt seit Jahren einen kontinuierlichen Aufwärtstrend. Das schlägt sich auch bei den Gewerbeanmeldungen der IHK-zugehörigen Unternehmen positiv wieder“, sagt Thorsten Golm, Leiter der IHK-Geschäftsstelle in Schönefeld, „es werden immer mehr Betriebe gegründet, immer weniger geben auf.“

Die Gründe für diese Entwicklung lassen sich allerdings nur schwerlich auf einen Nenner bringen, sagt Siegmund Trebschuh, Chef der Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung in Teltow-Fläming. Seit 2013 verzeichne man im Landkreis einen konstanten Aufwärtstrend und könne die Gewerbegebiete gut füllen. „Viele Netzwerkpartner wie etwa die IHK, die Handwerkskammer und die Kreishandwerkerschaft tragen zu dieser positiven Entwicklung bei“, sagt Trebschuh.

Ein Angebot der Wirtschaftsförderung, das den Unternehmern seit 2012 bei der Gründung hilft, ist der Lotsendienst. Dort können sich potenzielle Unternehmensgründer zum Thema beraten lassen, der Lotsendienst hilft zudem bei den ersten Schritten in die Selbstständigkeit. Im Jahr 2017 haben 60 Interessenten dieses Angebot in Anspruch genommen. 32 hätten noch im selben Jahr gegründet, sagt Trebschuh.

Für eine Unternehmensgründung braucht man Selbstvertrauen

Auch Ronny Uschner hat sich im vergangenen Jahr selbstständig gemacht. Uschner ist gelernter Maler. Nach seiner Gesellenprüfung hat er einen Meisterlehrgang absolviert. Als er den Brief in der Tasche hatte, gründete der Dreißigjährige sein eigenes Unternehmen. Das heißt „Uschner Design“ und sitzt in Bestensee. „Ich war auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und wollte meine Vorstellungen und Ideen umsetzen – etwas aufbauen, auf das ich stolz sein kann“, erzählt Uschner.

Obwohl er zu Beginn großen Respekt vor dem hohen Risiko gehabt habe und unsicher war, ob er genügend Aufträge bekommen und den wirtschaftlichen Anforderungen gerecht werden würde, erfüllte er sich diesen lang gehegten Traum. „Dafür braucht man viel Selbstvertrauen und Spaß an dem, was man tut. Den habe ich“, sagt Uschner, „man sollte darüber hinaus genug Pioniergeist mitbringen.“

In Zukunft hohes Potenzial für das Handwerk

Den haben offenbar auch noch andere Handwerker bewiesen. Zum 31. Dezember konnten die Handwerkskammern in den beiden Landkreisen Dahme-Spreewald und Teltow-Fläming jeweils Zuwächse verbuchen. Die fallen zwar nicht groß aus, Ronny Uschner glaubt trotzdem, dass die Branche unter bestimmten Voraussetzungen in der Zukunft ein hohes Wachstumspotenzial erreichen könnte. „Es gibt immer weniger und vor allem auch immer weniger gute Handwerker auf dem Markt“, sagt der Malermeister und findet: „Das Handwerk braucht jetzt einen Umschwung. Es braucht junge, motivierte Pioniere, die etwas bewegen und erreichen wollen.“

Für sich und sein eigenes Unternehmen sei der nächste Meilenstein bereits erreicht, sagt Uschner. Er hat inzwischen seinen ersten Mitarbeiter eingestellt. In absehbarer Zeit will er außerdem zum Ausbildungsbetrieb werden. „Mein Wunsch ist es, selber auszubilden, um gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter zu gewinnen und auch einen Teil dazu beizutragen, dass das deutsche Handwerk nicht ausstirbt.“

Auch Online-Firmen gründen sich nicht von alleine

Auch Marie-Janet Calzone, Mitgründerin der Reiseplattform Amavido mit Sitz in Zeuthen, kann sich noch gut an ihre ersten Schritte in der Selbstständigkeit erinnern. Sie und ihr Bruder hatten vor etwa vier Jahren ein kleines aber hübsches Örtchen im Süden Italiens besucht. Danach beschlossen sie, dass sie mehr Menschen auf die touristisch noch unentdeckten Gegenden des Landes aufmerksam machen wollen. Dafür konzipierten die Geschwister eine Internetseite, die die Funktion einer herkömmlichen Online-Buchungsplattform mit einer persönlichen Beratung vereint, wie man sie aus einem Reisebüro kennt. Statt sich lange durch Ferienwohnungen und Orte zu klicken, kann ein Urlaubswilliger dort seine Interessen angeben und sich vom Amavido-Team ein individualisiertes Angebot mit Unterkünften und Aktivitäten sowie Tipps und Empfehlungen für den Reiseort zusammenstellen lassen.

Dass so eine Unternehmensgründung kein Kinderspiel ist, hat Marie-Janet Calzone aber auch zu spüren bekommen. „Am Anfang haben wir uns oft zu viele Gedanken über Details gemacht, die erst später wichtig wurden“, so Calzone, „eine Hürde ist und bleibt außerdem der bürokratische Aufwand und dessen Tücken. So haben wir etwa beim Notar einiges an Lehrgeld gezahlt.“

Die Selbstständigkeit hat auch Vorteile

Trotzdem habe sie die Entscheidung zur Unternehmensgründung nie bereut. „Das Besondere an der Selbstständigkeit ist, dass man eine Art eigene Welt erschafft und viel mehr Freiheiten hat, wie man das Unternehmen und den Arbeitsalltag gestalten möchte“, sagt die Gründerin.

Unterstützung erhielt das Unternehmen von der Investitionsbank des Landes Brandenburg im Rahmen des Förderprogramms „Gründung innovativ“, das einen Geschäftssitz in Brandenburg erfordert. „Das war einer der Gründe, weshalb die Wahl des Unternehmenssitzes auf Zeuthen fiel“, erzählt Calzone, „wir hatten auch schon länger überlegt unser Büro im Umland anzusiedeln, das passt auch besser zu unserem Unternehmensinhalt. Inzwischen sind wir auch sehr froh über die ruhige und konzentrationsfördernde Umgebung.“

Das Unternehmen habe sich auch gut etabliert. Die Geschwister wollen die Zusammenarbeit mit den Gastgebern in Italien weiter intensivieren, um neue Reisepakete anbieten zu können. Außerdem denken sie darüber nach, ihr Vermittlungsangebot auch auf andere Reiseländer auszuweiten.

Am 10. April 2018 ist das Amavido-Team außerdem zu Gast bei der Veranstaltungsreihe „Erfolgsgeschichten – Start-ups und junge Unternehmen in LDS“ des Forums Mittelstand Landkreis Dahme-Spreewald und beantwortet dort weitere Fragen zu den Herausforderungen und Stolpersteinen der Unternehmensgründung.

Von Ronja Tillmann

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