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Teltow-Fläming Gewerbeflächen an der A10 sind gefragt
Lokales Teltow-Fläming Gewerbeflächen an der A10 sind gefragt
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22:00 20.09.2016
Im GVZ Großbeeren werden Waren im großen Stil umverteilt. Quelle: Jutta Abromeit
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Dahmeland-Fläming

In eineinhalb bis zwei Jahren werde auch die letzte Fläche im Industriegebiet Niederlehme vermarktet sein, davon geht Manfred Stüdemann, Geschäftsführer der Stüdemann-Grundbesitz-Entwicklung-GmbH, fest aus. Die Projektsteuerungsgesellschaft mit Sitz in Duisburg kümmert sich seit Anfang der 1990er Jahre um die Vermarktung des Industriegebietes Niederlehme. „Nachdem wir im Grunde ein Jahrzehnt im Dornröschenschlaf lagen, ist die Nachfrage nach Gewerbeflächen im südlichen Berliner Raum in den vergangenen vier Jahren sprunghaft angestiegen“, sagt Manfred Stüdemann.

In Niederlehme zum Jahresende nur noch 14 Hektar verfügbar

Derzeit befinden sich in Niederlehme von 44 Hektar Gesamtfläche noch rund 25 Hektar in der Entwicklung und Vermarktung. Doch das werde sich noch im Laufe dieses Jahres ändern, so Stüdemann. „Auf Grundlage aktueller Verhandlungen wird sich die verfügbare Fläche bis November auf 14 Hektar verringern.“

Auslastung zwischen 60 und 90 Prozent

Auch in den anderen Gewerbe- und Industriegebieten entlang der Autobahn A10, dem südlichen Berliner Ring, wird es langsam eng. „Insgesamt liegt die Auslastung der Gewerbegebiete in der Region zwischen 60 und 90 Prozent“, sagt Siegmund Trebschuh, kommissarischer Leiter des Amtes für Wirtschaftsförderung und Kreisentwicklung Teltow-Fläming. Vor allem das Güterverkehrszentrum (GVZ) in Großbeeren sei inzwischen fast komplett belegt. „Wir sind froh, dass wir das GVZ haben und dass es so gut ausgelastet ist, denn es hat Arbeitsplätze für viele tausend Menschen geschaffen“, betont Trebschuh die Bedeutung des Standortes.

GVZ Großbeeren so gut wie voll

Das GVZ sei inzwischen zu gut 97 Prozent vermarktet, teilt der Geschäftsführer der Infrastruktur- und Projektentwicklungsgesellschaft (IPG), Rüdiger Hage, mit. Spätestens in zwei Jahren, so schätzt er, werde auch hier die letzte Restfläche auf dem 220 Hektar großen Gelände belegt sein. Die noch verfügbaren Flächen sind dabei jeweils zwischen 1500 und 3000 Quadratmeter groß. Allerdings sei die Vermarktung solcher Restflächen durchaus schwierig. „Man kann nur noch schauen, was übrig bleibt, und dann mit entsprechendem Ehrgeiz und Geschick versuchen, die Flächen so gut wie möglich zu vermarkten“, sagt Rüdiger Hage.

Neues Gebiet in Ludwigsfelde in der Entwicklung

Inzwischen wurde die IPG schon wieder mit einem neuen Projekt beauftragt. In Ludwigsfelde soll sie das neu geplante Gewerbegebiet Eichspitze mit einer Gesamtfläche von 75 Hektar entwickeln. Neben dem Brandenburgpark, dem Preußenpark sowie den Industriegebieten Ost und West, in denen jeweils noch vereinzelte Restflächen zur Verfügung stehen, wäre dies dann das fünfte große Gewerbegebiet in unmittelbarer Nähe zur Autobahn.

A10 als neue Industrieachse?

Auch zwischen Mittenwalde und Königs Wusterhausen sind die Gewerbegebiete gut ausgelastet. „Das Gewerbe- und Industriezentrum Zernsdorf bei Königs Wusterhausen ist im Grunde voll und auch in Wildau gibt es nur noch ein paar Restflächen“, sagt Gerhard Janßen, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Dahme-Spreewald (WFG). Auch in Mittenwalde sei die Auslastung gut. Für Janßen stellt sich vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage nach Gewerbeflächen und mit Blick auf den neuen Hauptstadtflughafen vor allem eine Frage: „Wird die Autobahn A10 die neue Industrieachse von Berlin und Brandenburg?“ Zehn Minuten Fahrzeit bis zum BER, 30 Minuten bis in die Berliner Innenstadt und die Autobahnen A10 und A13 seien dabei nur einige Standortvorteile. „Nach Eröffnung des BER wird noch das ein oder andere passieren“, ist sich Gerhard Janßen sicher.

Flughafennähe für viele Unternehmen wichtiger Faktor

Für Manfred Stüdemann spielt die Flughafeneröffnung hingegen keine direkte Rolle mehr. „Ich hoffe, dass wir bis dahin die Restflächen bereits alle vermarktet haben“, so Stüdemann. Dennoch sagt auch er, dass die Nähe zum neuen Flughafen bei vielen Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der Überlegungen sei, wenn es darum geht, einen neuen Standort zu suchen.

BER bietet Potential

Zwar sei das GVZ Großbeeren bei seiner Vermarktung bisher ohne den neuen Flughafen ausgekommen, dennoch rechnet auch Rüdiger Hage nach dessen Eröffnung noch einmal mit einem Nachfrageschub. „Man sieht ja im Grunde schon jetzt, wie sich das Flughafenumfeld von außen nach innen entwickelt“, so Hage. Geht der BER erstmal an den Start, werde sich auch dort einiges tun. „Im Moment werden noch die letzten verfügbaren Flächen vermarktet, wenn diese dann belegt sind, wird sich sicher etwas in direkter Nähe des Flughafens tun“, so Hage.

Von Danilo Hafer

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