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Gewerbeforum wiederbelebt

Blankenfelde-Mahlow Gewerbeforum wiederbelebt

Sicherheit ist nicht nur für Privatleute interessant. Auch Unternehmen müssen sich schützen gegen Einbrecher und Datendiebe. Nützliche Tipps dazu und zum Thema Firmennachfolge gab es am Mittwoch beim ersten Gewerbeforum seit fünf Jahren in Blankenfelde-Mahlow. Gemeinde, City-Verein und Mittelstandsverein hatten sich für die Neuauflage stark gemacht.

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Anja Pötzsch und Lutz Graf von der Bundesdruckerei, Cornelia Malinowski von der Investitionsbank Brandenburg, Olaf Lehnhardt (Präventionsspezialist der Polizei), Bürgermeister Ortwin Baier (SPD), Unternehmensberater Daniel vom Hofe (v.l.) zusammen mit Moderatorin Heike Wegener (r.)

Quelle: Zielke

Mahlow. Irgendwann war die Luft raus. Vor fünf Jahren veranstaltete die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow das letzte Gewerbeforum. Das Interesse war mäßig, die Veranstaltung hatte sich totgelaufen.

Besinnung auf die lokale Wirtschaft

Seit in Blankenfelde-Mahlow im vorigen Jahr die Gewerbesteuer einbrach, besann man sich wieder auf die lokale Wirtschaft und belebte das Gewerbeforum wieder. Zur Neuauflage am Mittwoch in Mahlow waren rund 20 Gewerbetreibende gekommen. Um die Themen auch für die Wirtschaft interessant zu machen, hatte sich die Gemeinde mit dem City-Verein Mahlow und dem Mittelstandsverein Blankenfelde verständigt. Wie im Privaten, spielt das Thema Sicherheit auch in Unternehmen eine große Rolle. Olaf Lehnhardt, der bei der Polizeiinspektion Teltow-Fläming für die Präventionsarbeit zuständig ist, kennt die Schwachstellen: „In meinen 15 Jahren als Sicherheitsberater habe ich kaum ein Haus gesehen, das keine Schwachstellen hat.“ Einbrecher kommen fast immer durch Fenster oder Terrassentüren. Um diese zu sichern, empfiehlt er spezielle Verriegelungen, sogenannte Pilzköpfe und abschließbare Verschlüsse. Neben allen technischen Lösungen seien vor allem aufmerksame Nachbarn ein wirksamer Schutz. In der Einbrecherhochburg Blankenfelde-Mahlow hätten sich teilweise ganze Straßenzüge zusammengetan. Es sei sogar schon gelungen, einen Täter festzuhalten und der Polizei zu übergeben.

Einbrecher beobachten intensiv

Lehnhardt gab auch einen – teilweise erschütternden – Einblick in die Arbeit der Einbrecher. Diese beobachten ihre Opfer bis zu vier Wochen lang, wissen, wann diese Geld von der Bank holen, interessieren sich für den teuren Schmuck an Hals und Ohr und kommen in unbewussten Momenten so nah, dass sie den Geruch des Parfüms riechen. Selbst teure Düfte sind mittlerweile eine beliebte Beute, sagt Lehnhardt, genauso wie E-Bikes, die man selbst im heimischen Fahrradschuppen besser anschließt.

Kleine Firmen auch im Internet gefährdet

Gefahren drohen nicht nur von Einbrechern, die nach materiellen Dingen Ausschau halten. Im Internet sind kleine und mittlere Unternehmen immer häufiger im Visier von Datendieben. Sie agieren meist unbemerkt, doch der Schaden, den sie anrichten, kann immens sein. Lutz Graf und Anja Pötzsch von der Bundesdruckerei zeigten, wie man sich im täglichen Datenverkehr schützt – jenseits von unsicheren Passwörtern. Die Bundesdruckerei bietet Sicherheitszertifikate an, mit denen sich Absender und Adressat von E-Mails zweifelsfrei identifizieren lassen. „Große Unternehmen haben oft eine eigene IT-Abteilung, also versuchen die Angreifer es beim Mittelstand“, sagt Lutz Graf.

Kritik an „formalistischen“ Förderinstrumenten

Im zweiten Teil des Abends ging es um die Unternehmensnachfolge. Cornelia Malinowski von der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) zeigte auf, welche finanzielle Unterstützung es für Gründer und bei der Übernahme von Unternehmen gibt. Ronny Quappe, Dachdeckermeister aus Blankenfelde, kritisierte einige der Förderinstrumente als „zu formalistisch“. Dadurch würden kleine und mittlere Firmen abgeschreckt Unternehmensberater Daniel vom Hofe zeigte die Schwierigkeiten bei der Bewertung von Unternehmen auf. Alle Teilnehmer zeigten sich mit dem Abend zufrieden. Im kommenden Jahr ist eine Fortsetzung geplant.

Von Christian Zielke

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