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Gipfelstürmer auf dem Müllberg

Tag der offenen Tür beim Südbrandenburgischen Abfallzweckverband Gipfelstürmer auf dem Müllberg

Einige hundert Besucher bestiegen am Sonnabend den „Müllberg“, die vor zehn Jahren geschlossene und komplett rekultivierte Luckenwalde Abfalldeponie. Die Tour war die Attraktion beim Tag der offenen Tür des Südbrandenburgischen Abfallzweckverbands.

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Gute Sicht fast bis Berlin hatten die „Bergsteiger“ von der rekultivierten Luckenwalder Abfalldeponie aus.

Quelle: Matthias Butsch

Luckenwalde. Diese Gelegenheit zu einem Blick von ganz oben auf Luckenwalde ließen sich viele nicht entgehen. Einige hundert Besucher bestiegen am Sonnabend den „Müllberg“ – die vor zehn Jahren geschlossene und komplett rekultivierte Luckenwalder Abfalldeponie. Die Bergtour war die Attraktion am Tag der offenen Tür, zu dem der Südbrandenburgische Abfallzweckverband (SBAZV) auf seinen Luckenwalder Recyclinghof eingeladen hatte.

Zu den „Gipfelstürmern“ gehörten auch Sigrid und Gerhard Klawuhn. Die beiden Achtzigjährigen waren begeistert: „Ich war als Kind einmal auf dem Deponiegelände“, erzählte er, „und ich staune nun, wie sich das verändert hat und wie es so natürlich gestaltet wurde.“ Sigrid Klawuhn sagte lachend: „Wir stehen hier sozusagen auf unserem jahrzehntelang zusammengetragenen Abfall.“

Auf der Bergkuppe wiesen Schilder auf markante Blickpunkte in nah und fern hin. Viele waren mit Ferngläsern gekommen, um möglichst gut und vor allem weit sehen zu können. Der Blick bis zum Berliner Fernsehturm blieb den meisten bei der vor Hitze flimmernden Luft allerdings verwehrt. Uwe Krain vom Zweckverband gab unermüdlich Auskunft über die Beschaffenheit des Berges. Von 1940 an wurde hier 65 Jahre lang Müll aufgetürmt, mehr als zwei Millionen Kubikmeter. Der Berg wurde 96 Meter hoch und damit zur höchsten Erhebung Luckenwaldes. 2005 war Schluss und die Deponie mit einer Fläche von 20 Hektar wurde komplett rekultiviert. Auf die Frage, ob der „Müllberg“ nicht ständig touristisch genutzt werden könnte, antwortete Verbandsvorsteher Lutz Pätzold: „Die Nachsorgephase der Rekultivierung wird noch 25 bis 30 Jahre dauern. Erst dann sind sämtliche Gefahren und Risiken, die mit einer geschlossenen Müllhalde daher gehen, ausgeschlossen.“

Natürlich herrschte auch am Fuße des „Müllbergs“ buntes Treiben. Für Jung und Alt gab es Unterhaltung, vor allem aber die Möglichkeit, sich eingehend über die Arbeit auf dem Recyclinghof zu informieren. Im Mittelpunkt stand dabei das Blockheizkraftwerk, in dem das aus der Deponie gepumpte umweltschädliche Methangas in elektrische und thermische Energie umgewandelt wird. Es gab eine große Technikschau, und nicht nur Kinder nutzten das Angebot, mal eine Runde mit einem Entsorgungsfahrzeug zu drehen.

Großer Andrang herrschte auf dem Verschenke-Markt. Der Zweckverband hatte vor dem Tag der offenen Tür aufgerufen, Dinge, die zu Hause nicht mehr gebraucht werden, zum Recyclinghof zu bringen. Unerwartete Mengen von Plüschtieren, Büchern und Kleidung, Küchengeräten und Werkzeugen kamen zusammen und fanden zum größten Teil Abnehmer – eine originelle Idee, unnötigen Abfall zu vermeiden.

Von Matthias Butsch

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