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Glasblasen in Glashütte

Internationaler Museumstag Glasblasen in Glashütte

Es ist laut, es ist heiß, und wenn man sich nicht geschickt genug anstellt, kann es sogar gefährlich werden – das Glasblasen. Aber genau das macht diese alte und heute selten gewordene Handwerkskunst so faszinierend – wie die Besucher beim Museumstag in Glashütte bestätigten. Ganz abgesehen davon, dass bei einer kleinen Ungeschicklichkeit alle Mühe umsonst war.

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Jakob bläst kräftig in die Glasmacherpfeife, assistiert von Glasmacherin Stephanie Schulz.

Quelle: Andreas Staindl

Glashütte. Jakob bläst so kräftig er kann in die Glasmacherpfeife. Das flüssige Material am anderen Ende dehnt sich aus. Der Achtjährige schaut gespannt auf das Ergebnis. Die Durstkugel hat Form angenommen, sie glitzert in bunten Farben. Der Junge hatte sie zuvor ausgewählt. Jetzt muss er nur noch 20 Minuten warten, bis das heiße Glas abgekühlt ist. Dann nimmt er das Erinnerungsgeschenk an seinen Besuch im Museumsdorf Baruther Glashütte mit nach Hause. Und hat zudem seine Neugier befriedigt. „Er wollte unbedingt wissen, was eine Glashütte ist, wie es dort aussieht und was man dort macht“, erzählt seine Mutter Katharina de Millas. Sie war mit ihrer Familie aus Berlin für einen Radausflug in das Urstromtal gekommen. Den internationalen Museumstag gestern nutzte sie, um den Denkmalort Glashütte zu besuchen.

Als Jakob die neue Hütte entdeckte und hörte, dass Besucher dort selbst eine Durstkugel blasen dürfen, war er begeistert. „Das alte Handwerk interessiert ihn sehr“, erzählt seine Mutter.

Stephanie Schulz hat den Jungen bei der Fertigung eines Glasgeschenks unterstützt. Die Glasmacherin macht das Material im Studioofen so weich, dass es sich formen lässt. „Das Feuer im Ofen ist so heiß, dass sich vor allem Kinder, aber auch Erwachsene erschrecken würden“, sagt sie. Deshalb führt sie diesen Arbeitsschritt selbst aus. Auch das anschließende Schwenken der Pfeife mit dem flüssigen Glas ist nicht ganz ungefährlich. Es verlangt viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Die Gäste blasen dann mit ihrer Atemluft aus der heißen Glasmasse eine Kugelform.

Ole und Raphael haben das gestern auch gemacht. Die beiden Jungen aus Potsdam waren mit ihren Eltern Melanie und Stefan Blagaies sowie ihrer Schwester Clara in Glashütte. „Kinder wollen beschäftigt werden“, sagt der Vater. „Zudem sind unsere beiden Jungs sehr kreativ. Sie basteln gern.“ Auch dafür war gestern Gelegenheit.

Der Nachwuchs durfte Glasmosaik gestalten. Ole schnappt sich die kleinen Glaselemente, legt sie je nach Farbe gezielt auf eine feste Unterlage. Er scheint mit der Anordnung zufrieden. Mit Kleber befestigt er die Elemente. Hat der Junge einen Plan? „Natürlich“, sagt er und erklärt: „Hier sieht man doch schon den Mund. Und dort kommt die Nase dran.“ Eine Fantasy-Figur ist Vorbild für sein Glasmosaik.

Während Ole und Raphael ihrer Kreativität freuen Lauf lassen, bastelt Mutter Melanie mit Clara. Die Kinder sind offensichtlich begeistert. Und auch Stefan Blagaies ist zufrieden: “Schön, dass die Kinder hier basteln dürfen. Ein Museum nur zum angucken ist für den Nachwuchs langweilig.“

Auch bei Stephanie Schulz ist es spannend. Sie hat längst den nächsten Gast auf der Arbeitsplattform. Die Glasmacherin hantiert gekonnt mit den Materialien und den Arbeitsgeräten, beantwortet nebenbei Fragen der Besucher, unterstützt besonders Mutige beim Glasblasen. Sie führt den Zuschauern ein Handwerk vor, dass nur noch etwa hundert Menschen in Deutschland praktizieren.

Ihre Schauglasproduktion war gestern gut besucht. Im Denkmalort gab es aber noch mehr zu entdecken. Etwa die große Ausstellung zur Glashütte oder die Burger-Ausstellung. Auch die Verbindung Jazz und Glas in der Ofenhalle war reizvoll. Die Musiker Petra Liesenfeld (Gesang), Klaus Axenkopf (Kontrabass) und Reiner Hess (Saxofon) haben mit der Glasmacherin und dem Museumsleiter Georg Goes eine spannende Verbindung aus altem Handwerk und Musik geschaffen.

Von Andreas Staindl

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