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Glaube, Liebe, Widerstand

Bewegendes Theaterstück über Dietrich Bonhoeffer in der Mahlower Kirche Glaube, Liebe, Widerstand

Mit einem Dreipersonenstück über Dietrich Bonhoeffer gastierte die Zeuthener Theatergruppe „Energy Surreal“ in der Mahlower Dorfkirche. Den Text verfasst hatte Regisseurin Brigitte Hube-Hosfeld, für die Begleitung sorgte Jazzmusiker Rolf von Nordenskjöld. Die Zuschauer waren tief bewegt von der Inszenierung und begeistert von den Darstellern.

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Die Darsteller der Zeuthener Gruppe „Energy Surreal“.

Quelle: Andrea von Fournier

Mahlow. Einen Augenblick zögerten die Besucher: Applaus scheint manchem im Gotteshaus nicht angebracht zu sein. Das war am Wochenende in der Mahlower Dorfkirche nicht anders als in anderen Kirchen. Das Theaterstück der Zeuthener Gruppe „Energy Surreal“ um Regisseurin Brigitte Hube-Hosfeld war brillant wie bewegend, die Thematik um die Ermordung Dietrich Bonhoeffers jedoch beklemmend. Dann bekamen Regisseurin, Akteure und Musiker Rolf von Nordenskjöld doch ihren Beifall und zwei „Vorhänge“.

Dass ausschließlich Zuschauer mittleren und fortgeschrittenen Alters gekommen waren, bedauerte neben Mahlows Pfarrerin Anne Lauschus auch Brigitte Hube-Hosfeld. Sie war von der Person, dem Lebensweg und den Gedichten des von den Nazis im Zuge der Vergeltung des Hitler-Attentats ermordeten Pfarrers Dietrich Bonhoeffer so angetan, dass sie das gezeigte Stück schrieb. Der Jazzmusiker von Nordenskjöld komponierte dazu die Musik und setzte sie mit Saxofon und Flöte um.

Dem Stück „Dietrich Bonhoeffer – Glaube, Liebe, Widerstand, Zivilcourage“ liegt das Szenario zugrunde, Bonhoeffer wäre wiedergekommen und träte mit seinem Ankläger und dem Richter in einen Disput. In weißem Hemd wie ein Büßergewand, mit Bibel in der Hand, mahnend und an sich zweifelnd, hat Wolfgang Hosfeld den Part inne. Klar wird, dass das Gericht nicht zuständig, die Ordnung nicht eingehalten und das Urteil politisch motiviert war. SS-Richter Otto Thorbeck wird von Hans Peter Paprozki obrigkeitshörig und stoisch dargestellt: bloß nichts hinterfragen, vorauseilend gehorsam. Er und Ankläger Walter Huppenkothen (Alexander Hosfeld) haben maskenartig weiße Gesichter, aus denen die Augen dunkel und böse herausstechen. Alexander Hosfeld läuft als fanatischer, sadistischer Hitler-Getreuer zur Hochform auf. Sein Gebrüll, die Hasstiraden verbreiten Angst und beklemmende Stimmung im Kirchenschiff.

Während Verhalten und Beweggründe der beiden SS-Männer gut herüberkommen, wird das Potenzial der Bonhoeffer-Figur nicht voll ausgeschöpft. Mehr von seinem Zweifel, den Konflikten hätte tieferen Einblick in das Wesen und Wirken des Geistlichen ermöglicht. Gedichtpassagen und ein Lied, vorgetragen von der Regisseurin, und dazu die oft surreale Musik vervollständigten das bemerkenswerte Stück um den unwirklichen Schauprozess, der ein wahrhaftiges Leben willkürlich beendete. Manch Besucher verließ den Raum mit einem Knoten im Magen.

Von Andrea von Fournier

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