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Gleich gut drauf mit eigener Musik

Wünsdorfer Werkstätten luden behinderte Menschen und deren Freunde zur 15. Sommerserenade ein Gleich gut drauf mit eigener Musik

Die Band „Quiet Sleep“ begeisterte mit selbst geschriebenen Liedern die Gäste der 15. Sommerserenade der Wünsdorfer Werkstätten GmbH. Nach dem Auftritt der dreiköpfigen Combo waren die Gäste hellwach und verfolgten auf der von Verkaufsständen eingerahmten grünen Festwiese ein rund vierstündiges Bühnenprogramm.

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Die Band „Quiet Sleep“ (Deutsch: „Ruhiger Schlaf“). Christian Ihloff, James Lompe, Philipp Michler (v.l.) spielten eigene Lieder.

Quelle: Pechhold

Wünsdorf. Satter Bass. Coole Leadgitarre. Selbst geschriebene Songs mit deutschen und englischen Texten. Damit stimmte die Band „Quiet Sleep“ am Sonnabend die Gäste auf das Bühnenprogramm der 15. Sommerserenade der Wünsdorfer Werkstätten ein.

„Quiet Sleep“ – das sind Philipp Michler (Bass), Christian Ihloff (Gitarre) und James Lompe (Gesang). „Unsere Band gibt es seit zwei Jahren“, sagte Michler. Der Rangsdorfer ist Betreuer in der Wohngemeinschaft Waldstadt. „Christian ist einer unserer Bewohner und ein begnadeter Gitarrist“, so Michler. James und Christian arbeiten im Media Center der Wünsdorfer Werkstätten. Eines Tages entstand die Idee, gemeinsam Musik zu machen. „Die Texte schreiben Christian und ich“, erzählte der Zossener James Lompe. Mit Liedern wie „Der Spiegel der Lüge“, „Licht und Schatten“ und „Coming home“ wolle man die Herzen der Zuhörer öffnen. „Damit sie darüber nachdenken, was sie bewegt und welche Wünsche sie an die Zukunft haben“, so Lompe. Das kurze Gastspiel auf der Sommerserenade war der dritte öffentliche Auftritt der Band.

Betreuerin Peggy Pfarr und Heiko Heustädter,  einer ihrer Schützlinge

Betreuerin Peggy Pfarr und Heiko Heustädter, einer ihrer Schützlinge.

Quelle: Pechhold

„Die Musik ist gut“, freute sich Heiko Heustädter. Er verfolgte das Programm im Rollstuhl sitzend. Wegen seiner spastischen Lähmung fiel im jedes Wort ausgesprochen schwer. Zumal er gegen die lautstarke Musik von der Bühne ansprechen musste. Aber wer sein Ohr fast an seine Lippen legte und genau hinhörte, der erfuhr, dass er schon lange in den Wünsdorfer Werkstätten arbeitet und Wasserpumpen für Autos baut.

Heiko Heustädter war einer von zehn Bewohnern des Zossener Hauses am alten Schlosspark – eine Wohnstätte für Menschen mit Behinderungen -, die auf der Sommerserenade ein paar schöne Stunden verlebten. „Viele unserer Bewohner arbeiten in den Wünsdorfer Werkstätten“, sagte Betreuerin Peggy Pfarr, während sie einen Pappteller mit Kuchen und eine Tasse Kaffee griffbereit hinstellte. Günter Beutler aus Ludwigsfelde verfolgte mit seinem an den Rollstuhl gebundenen Sohn Adrian Beutler das Geschehen. „Adrian arbeitet seit zehn Jahren in den Wünsdorfer Werkstätten“, sagte der Vater. Allerdings seit Januar nicht mehr am Hauptsitz, sondern in der Ludwigsfelder Zweigstelle. Auch dort sei die Betreuung gut, fühle sich Adrian wohl. „Das spüre ich, weil er gerne zur Arbeit fährt.“

Knapp 400 Mitarbeiter, davon rund 330 körperlich (und) oder geistig Beeinträchtigte, sind in der Wünsdorfer Werkstätten GmbH beschäftigt. „Zu unserem Jahresfest laden wir traditionell Menschen mit Behinderung und deren Freunde ein“, sagte Geschäftsführer Jörg Lehmann. Alle 65 Betreuer und Servicekräfte seien voll eingebunden. Beispielsweise bot Reinigungskraft Galina Kiel russische Lieder aus ihrer Heimat – darunter die weltbekannte Weise „Moskauer Nächte“ – dar. Am Kaffeestand wurden mehr als 40 verschiedene, von Angestellten und Gästen selbst gebackene Kuchen angeboten. Die Sperenberger Chorgemeinschaft Lyra 1881 und die Rehagener Crazy Cowboy Dancers zählten zu den Künstlern aus der Region, die das Fest bereicherten. „Es ist schön, dass sich ambitionierte Amateure einbringen und für Spritgeld und eine Tasse Kaffee bei uns auftreten“, sagte Gastgeber Jörg Lehmann. „Anders könnten wir so ein buntes, vierstündiges Programm gar nicht stemmen.“

Von Frank Pechhold

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