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Teltow-Fläming Gleisbauer Spitzke baut Ausbildungswerkstatt
Lokales Teltow-Fläming Gleisbauer Spitzke baut Ausbildungswerkstatt
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13:55 21.10.2016
Maschinist Maniel Heimbach tauscht in der Spitzke-Werkhalle verschlissene Achsen eines Schnellschotterpfluges aus. Quelle: Abromeit
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Großbeeren

Vor dem Schienenbauzug liegen alte Gleise, hinter ihm ist alles neu: Schienenstränge, Schwellen und Gleisbett. Ein Dutzend Manager und Schienenbauer, Teilnehmer des 33. Deutschen Logistiktages in Berlin, kamen gestern aus dem Staunen nicht heraus. Sie sahen sich vor den Toren der Hauptstadt im Güterverkehrszen-trum (GVZ) Großbeeren den Stammsitz des Schienenfahrzeug- und Gleisbauers Spitzke an. Der präsentierte im Besucherzentrum

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Das Gleisbauunternehmen Spitzke erlaubte einen Blick in den Betrieb

„Sie kommen zwei Wochen zu früh“, sagt Alexander von Lieven, Bereichsleiter für Ausrüstung und Elektrotechnik in der Unternehmensgruppe. Noch ist die Spitzke-Technik europaweit unterwegs. Bis zu 200 Meter lange Bauzüge legen neue Bahnstrecken oder ersetzen alte. Erst ab November sind die riesigen Werkzeughallen zwischen Anhalter Bahn und Märkischer Allee voll. Gleisumbauzüge wie „Katharina die Große“ oder „Heinrich der Starke“, Loks in allen Leistungsklassen, Wagen, Stopfmaschinen und Gründungstechnik für Brücken und Pfeiler werden dort gewartet und repariert. „Im Winter ist das Risiko von Eis, Schnee und Kälte zu groß und damit die Regressgefahr zu hoch“, sagt von Lieven. Dann fährt Spitzke die Produktion von Gleis- und Weichenschwellen, von Fahr- und Freileitungsmasten herunter.

Neue Bausaison beginnt zu Ostern

Um Ostern beginnt die neue Bausaison. Dann sind vor allem Maschinenführer, Gleis- und Tiefbauer wieder unterwegs. „Wir arbeiten mit festen Baukolonnen von zehn bis zwölf Leuten, die alles können  – bedienen und reparieren“, erklärt Prokurist und Personalchef Christian Krippahl, „ob in Dänemark oder der Türkei, die reisen gemeinsam und sind aufeinander eingespielt.“ Der Aufwand, bei Havarie und Reparatur Hilfe aus der Heimat zu holen, wäre zu groß.

Zahlen und Fakten

Zur Unternehmensgruppe Spitzke gehören in Deutschland die Kompetenzzentren Nord, Ost, West, Mitte, Süd und vier ausländische Niederlassungen. Tochterfirmen gibt es für die Bereiche Fahrweg/Maschinentechnik/Sicherung, Ausrüstung/Elektrotechnik, Ingenieurbau, Fertigung und Logistik.

Das Leistungsspektrum von Spitzke deckt das gesamte System Bahn ab, vom Gleisbau über Gleisbaumaschinen, Transporttechnik, Oberleitungsanlagen, Stromschienen für S- und U-Bahn oder Baustellenlogistik.

Gleisbauzüge nehmen entweder Schienen und Schwellen auf und setzen neue Gleise oder sie waschen, sieben und erneuern den Schotter. Die Züge kommen bis 400 Meter je Stunde vorwärts.

Die Unternehmensgruppe beschäftigt inzwischen 1950 Leute in fünf deutschen Kompetenzzentren sowie in Niederlassungen in Norwegen, den Niederlanden und der Türkei. Fast 800 davon sind in Großbeeren. „Täglich anwesend sind hier 200 bis 300“, sagt Krippahl. Hauptauftraggeber ist die Bahn. Die baut nach Bundesverkehrswegeplan und muss ihr Netz von bundesweit 60 000 Gleiskilometern warten.

Zwei bis drei Jahre Planungsvorlauf

„Wenn im Jahr 600 Brücken gebaut werden sollen, dann muss man zum einen Ausschreibungen gewinnen und zum anderen braucht man vor dem Baustart etwa zwei bis drei Jahre Planungsvorlauf“, erklärt von Lieven. So lange dauern nicht nur Bau- und Produktionsplanungen. „Auch Fahrpläne und Sperrzeiten müssen eingetaktet werden“, so der Manager. Die Bauüberwachung läuft in Echtzeit. „Sonst fährt bei einer Gleisbau-Störung in Wanne-Eickel in Hamburg die S-Bahn nicht pünktlich“, sagt von Lieven.

Neues Lager

„Wir sind total überrascht von dem Leistungsumfang und der Logistik in ihrer Firmengruppe. Das hatte keiner hier erwartet“, sagt Klaudia Vollmer, Leiterin der Regionalgruppe Ruhr in der Bundesvereinigung Logistik, nach zwei Stunden Spitzke kompakt. Von Lieven und Krippahl freuen sich und eilen zum nächsten Termin. In 14 Tagen zieht das Spitzke-Lager auf eine Erweiterungsfläche jenseits der Märkischen Allee. Und im Winter 2017/18, so Manager von Lieven, will die Firma eine große Ausbildungswerkstatt und ein Verwaltungsgebäude beziehen. Damit forciert Spitzke die Ausbildung eigener Leute. Wie viel für die Erweiterungen investiert wird, gibt das Unternehmen erst nach Ausschreibungsende der Vorhaben bekannt.

Von Jutta Abromeit

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