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Glienicker warten zu lange auf Warnschilder

Stadtverordneter wirft der Verwaltung Verhinderungstaktik vor Glienicker warten zu lange auf Warnschilder

Einen Schilder-Streich hat die Zossener Stadtverwaltung gegen die Glienicker Bürger geführt. Das meint der CDU-Fraktionsvorsitzende Hermann Kühnapfel. Im August 2014 beantragte ein Glienicker im Rathaus, drei Schilder aufzustellen, die potenzielle Einbrecher abschrecken sollen. Zuvor war bei dem Mann eingebrochen worden. Noch hängt nicht ein Schild.

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Glienick soll nun endlich die Schilder bekommen.

Quelle: Frank Pechhold

Glienick. Schildermaler wollte der Zossener Stadtverordnete Hermann Kühnapfel nie werden. Notgedrungen schlüpft der CDU-Fraktionsvorsitzende nun doch in diese Rolle. Mit dem Ordnungsausschuss-Vorsitzenden Thomas Blanke (CDU) entwirft Kühnapfel ein Schild, das potenzielle Einbrecher in seinem Wohnort Glienick abschrecken soll.

„Rückblickend hätte ich erwartet, dass die Verwaltung diese Aufgabe angesichts der deutlich gestiegenen Zahl von Einbrüchen in der Region übernimmt und schnell erledigt“, sagte Kühnapfel am Dienstag der MAZ. Aber es kam anders.

Bereits im August 2014 stellte der Glienicker Gerald Klemm im Zossener Rathaus den Antrag, drei Schilder ähnlich denen mit der Aufschrift „Vorsicht, wachsamer Nachbar!“ aufzustellen. Und zwar am Werderschen Weg, nahe der Feuerwache und an der alten Waage. Kurz zuvor war bei Klemm eingebrochen worden. Daraufhin warb er im Wohnpark für seine Warnschild-Idee. Dabei erfuhr er großen Zuspruch von den Eigenheimbesitzern. Auch der Ortsbeirat sprach sich dafür aus, solche Schilder anbringen zu lassen. Auf Empfehlung des Finanzausschusses wurden 2000 Euro für die Herstellung und Aufstellung solcher Warnschilder im Haushalt 2015 eingeplant. Pro Schild wurden die Kosten mit 100 Euro beziffert. Jedem Ortsbeirat war es frei gestellt, Schutzschilder zu bestellen. Alles schien nur noch eine Formsache zu sein.

Weit gefehlt. Was dann folgte, gleicht in den Augen von Kühnapfel einem von der Verwaltung gegen die Glienicker Bürger geführten Schilderstreich. Vorläufiger Höhepunkt war die jüngste Sitzung des Ausschusses für Recht, Sicherheit und Ordnung (RSO). Dort hagelte es Schuldzuweisungen wegen der immer noch ausstehenden Schildzuweisungen.

Weil sie genau damit rechnete, besuchte Bürgermeisterin Michaela Schreiber (Plan B) anstelle ihres Stellvertreters Raimund Kramer den Ausschuss. Zuvor hatte sich die Verwaltungschefin alle Sitzungsprotokolle zu dem strittigen Thema angeschaut. Schreiber zufolge seien alle Ortsbeiräte befragt worden. Glienick sei der einzige Ort, in dem der Beirat drei Schilder aufstellen lassen wolle.

Weiter sagte Schreiber, Raimund Kramer habe im RSO-Ausschuss gesagt, dass dessen Mitglieder darüber entscheiden sollten, was auf die Schilder kommt. Zudem habe Kramer den Ausschussmitgliedern klar gemacht, „dass die Verwaltung keine Schilder malt“.

„Das, was hier gerade abläuft, verstehe ich als Verhinderungstaktik“, erwiderte Kühnapfel. Einige Ausführungen der Bürgermeisterin seien nicht korrekt. Man habe die Verwaltung beauftragt, ein Schild für Zossen in Anlehnung an ein Warnschild in Frankfurt (Oder) zu entwerfen. Allerdings ohne den Schriftzug jener Firma, die künstliche DNA herstellt. „Wir wollen keine Schleichwerbung machen, sondern potenziellen Einbrechern zeigen, dass in Glienick viele wachsame Bürger wohnen“, so Kühnapfel.

„Bevor die Verwaltung das mit den Schildern noch zwei Jahre vor sich her schiebt, werde ich das übernehmen“, sagte Kühnapfel im RSO-Ausschuss. Er will der Verwaltung mit dem Ausschuss-Vorsitzenden Blanke zeitnah den Entwurf für ein 40 mal 60 Zentimeter großes Schild vorlegen. „Wenn die Schilder erst einmal in Glienick hängen, interessiert sich vielleicht doch noch der eine oder andere Ortsbeirat dafür“, sagt Kühnapfel.

Von Frank Pechhold

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