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Glocken läuten in Zossen zu Weihnachten

Gutachten zu Rissen im Kirchturm Glocken läuten in Zossen zu Weihnachten

Die drei Glocken der Zossener Dreifaltigkeitskirche werden wie gewohnt Weihnachten und zum Jahreswechsel läuten. Danach sah es lange nicht aus. Grund dafür war die Annahme, dass das Glockenläuten vier Zentimeter breite Risse im Kirchturm verursacht hat. Dem ist nicht so. Nun soll ein Gutachten klären, was die wirklichen Ursachen für die Rissbildung sind.

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Blick in den Glockenstuhl der Dreifaltigkeitskirche zu Beginn der Sanierungsarbeiten. Die mittlere Glocke wiegt 20 Zentner.

Quelle: Frank Pechhold

Zossen. Weihnachten und zum Jahreswechsel werden die Glocken der Zossener Dreifaltigkeitskirche wie gewohnt läuten. Diese Entscheidung fiel am Mittwoch in einer Bauberatung vieler an der Sanierung des eingerüsteten Turmes beteiligten Kirchenvertreter, Handwerker und Baufachleute.

Vorausgegangen war ein Probeläuten kurz nach 10.30 Uhr. Zu dieser unchristlichen Läutzeit lag eine halbe Minute lang Glockenklang über der wolkenverhangenen Stadt. Viele Spaziergänger schauten verdutzt nach oben. Schließlich schweigen die Glocken seit Anfang September. Damals wurde damit begonnen, den 47 Meter hohen, denkmalgeschützten Kirchturm für die Sanierung einzurüsten. „Bei den Arbeiten an der Außenfassade haben wir dort, wo die Schwingungen der Glocken in den Turm geleitet werden, vier Zentimeter breite Risse entdeckt“, sagt Johannes Fromke, Vorsitzender des Bauausschusses im Gemeindekirchenrat. Solche großen Risse dürfe man nicht einfach in den Skat drücken. Deshalb wolle man unbedingt klären, was getan werden kann, um die Rissbildung einzudämmen.

Zu diesem Zweck war Helmut Kairies, Glockensachverständiger der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, nach Zossen gekommen. In aller Herrgottsfrühe kletterte er auf den Turm, um sich Glocken und Risse im Licht von zwei Taschenlampen anzuschauen. Während des Probeläutens setzte er sich Ohrenschützer auf und stand mit dem Rücken an das Mauerwerk gelehnt. „Wenn die Kirche wegen des Glockenläutens auch nur geringfügig wackelt und sich deshalb möglicherweise Risse bilden, spürt man das so am ehesten“, erklärte Kairies diese Prüfmethode. Als der letzte Ton verhallt war, waren sich die Experten einig: Die Glocken sind nicht schuld an den Rissen. Nun soll ein Schwingungsgutachten erstellt werden, um die wirkliche Ursache für die Rissbildung zu ergründen.

Unabhängig davon wies Helmut Kairies auf erhebliche Materialschäden der 1947 in der Apoldaer Firma Schilling und Lattermann gegossenen und am 21. März 1948 in Zossen geweihten drei Klangstrahlglocken hin. „Die durchschnittliche Lebensdauer solcher Hartguss-Glocken beträgt 75 Jahre“, sagte Kairies. Also sollte sich die Kirchengemeinde langsam Gedanken über den Kauf neuer Glocken machen. Kairies bot an, die Kosten für den Bau eines Glockenstuhles und den Guss von drei Bronzeglocken zu schätzen. Dann wisse die Kirchengemeinde wenigstens, „ob sie mit 60 000 oder 100 000 Euro dabei ist“.

Von Frank Pechhold

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