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Glockengeläut gegen Rechtsextreme

Protest in Zossen Glockengeläut gegen Rechtsextreme

Friedlich haben am Sonnabend in Zossen rund 200 Menschen gegen eine Kundgebung der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ protestiert. Diese brachte nur rund 30 Menschen auf die Straße. Sowohl die Demonstration der Rechtsextremen wie die Gegenkundgebungen blieben friedlich, teilte die Polizei mit.

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Friedlicher Protest gegen die Kundgebung der rechtsextremen Partei „Der III. Weg“ in Zossen.

Quelle: Gudrun Ott (2)

Zossen. Für Sonnabendvormittag hatte die rechtsextreme Partei „Der III. Weg“ auf dem Marktplatz in Zossen eine Kundgebung mit 30 Personen angemeldet. Ihr Ziel: mobil machen gegen geplante Flüchtlingsunterkünfte.

Jörg Wanke, Sprecher der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“, und Thorsten Kleis, stellvertretender Kreisvorsitzender der Linkspartei im Landkreis Dahme-Spreewald, hatten zu zwei Gegenveranstaltungen aufgerufen. Gekommen waren an die 200 Bürger, die gemeinsam mit anderen ein Zeichen gegen den Auftritt der Rechtsextremen setzen wollten.

Zeitgleich wurde in der Kirche bei weit geöffneten Kirchentüren eine Friedensandacht gefeiert. Das Thema der Andacht war auf dem Kirchplatz auf einem großen Plakat zu lesen. „Es gibt nur einen Weg – und der heißt Nächstenliebe“, stand dort.

Pfarrerin Anne Hensel nannte Frieden „das Wichtigste, für das Menschen sich einsetzen können.“ Die Kirchenglocken läuteten an gegen Fremdenfeindlichkeit und Ausländerhass.

Mit Trillerpfeifen, Trommeln und lautstarken Sprechchören wie „Für die Freiheit, für das Leben, Nazis von der Straße fegen“ versuchen die Demonstranten, die Redner der rechtsextremen Partei zu übertönen. Die schrien ihrerseits mit Worten wie „Familie, Vaterland und Heimat“ gegen den Protest an. Das rechte Repertoire: Überfremdungsängste , kriminelle Vorfälle, Ängste schüren.

Dabei sind es nicht die Flüchtlinge, die Konflikte suchen, sie sind gerade erst vor ihnen geflohen. Darauf wiesen die Teilnehmer der Gegendemonstrationen hin. Siegmund Trebschuh, SPD-Ortsvereinsvorsitzender von Zossen, sagte: „Wir sind davon überzeugt, dass die im Ortsteil Wünsdorf entstehende Erstaufnahmestelle keine Gefahr für Zossens Bürger darstellt.“ Und Hilmar Stolpe aus Schwerin, Mitglied des Bürgervereins Bikut im Schenkenländchen, Landkreis Dahme-Spreewald, erkärte: „Flüchtlinge unterzubringen ist eine wichtige Aufgabe, der wir uns stellen müssen.“ Es gab auch die Demonstranten, die darüber nachdachten, dass potenziellen Flüchtlingen in ihren Heimatländern geholfen werden müsste, um sie gar nicht erst zu Flüchtlingen werden zu lassen. Hilfe vor Ort sollte Hand in Hand gehen mit den Aufnahmeverfahren hierzulande.

Rainer Weigt aus Trebbin verteilte ein selbst verfasstes Gedicht. „Gemeinsam und entschlossen, steht für alle in Deutschland eine gute Zukunft offen“, heißt es darin unter anderem. „Mir ist das Gemeinsame wichtig“, sagte der 72-Jährige, der in Dresden den Krieg überlebte und sich dagegen stemmte, „dass die Nazis meine Geburtsstadt zur Stadt der Rache machen wollten.“ Jörg Wanke ergänzte: „Hier in Zossen hat noch nie eine Kundgebung der Nazis stattgefunden, die unwidersprochen hingenommen wurde.“

Die Teilnehmer auf beiden Seiten demonstrierten friedlich und es kam zu keinen Störungen, meldete die Polizei.

Von Gudrun Ott

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